Verordnung bis 10. September

Corona-Verordnung für Einreise nach Deutschland geändert und bis September verlängert

Die Bundesregierung hat „aus dem letzten Sommer gelernt“. Die Corona-Regeln für Einreisende werden verlängert. Am 28. Juli wäre die aktuelle Verordnung ausgelaufen.

Berlin – Die Sorge vor einer erneuten Corona-Welle befeuert durch Urlaubsrückkehrer, wie es sie im vergangenen Jahr gegeben hat, ist trotz der fortschreitenden Impfkampagne groß. Die Bundesregierung will alte Fehler nicht wiederholen und hat deshalb die Quarantäneregeln für Rückkehrer bis 10. September verlängert.

Corona-Regeln für Einreisende verlängert: Strenge Regeln für Hochinzidenz- und Varianten-Gebiete

Einen entsprechenden Kabinettsbeschluss zur Einreiseverordnung hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgestellt. Reisende, die aus einem vom Robert Koch-Institut (RKI) eingestuften Corona-Risikogebiet zurückkehren, müssen unverändert auf eigene Kosten für zehn Tage in Quarantäne. Ein negatives Testergebnis oder ein Genesenen- oder Impfnachweis befreien von der Vorgabe.

Ebenfalls unverändert bleiben strengere Regeln für Rückkehrer aus Hochinzidenz- oder Virusvariantengebieten. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet zurückkehrt, muss zunächst in Quarantäne. Ein „Freitesten“ ist erst fünf Tage nach der Einreise möglich.

Quarantäne-Regeln für Einreisende: Veränderungen berücksichtigen Impfkampagne

Noch drastischer sind die Vorgaben für Reisende aus einem Virusvariantengebiet. Rückkehrer müssen für 14 Tage in Quarantäne. Die Quarantänepflicht gilt in dem Fall auch für Geimpfte und Genesene. Sie kann nicht durch einen Test verkürzt werden.

Die verlängerte Einreiseverordnung beinhaltet jedoch kleinere Änderungen, die dem Fortschritt bei den Impfungen gegen das Coronavirus Rechnung tragen sollen. So können Reisende aus Virusvariantengebieten ihre Quarantäne künftig vorzeitig beenden, wenn nachgewiesen ist, dass ihr Impfstoff gegen die Corona-Variante wirksam ist.

Ausschlaggebend dafür ist eine entsprechende Feststellung durch das RKI. Dazu will die Behörde demnächst eine Liste mit der Wirksamkeit der Impfstoffe im Zusammenhang mit Virusvarianten veröffentlichen. Einreisende weisen ihren Status nach, indem sie ihren Impfnachweis an das zuständige Gesundheitsamt übermitteln.

Corona-Einreiseverordnung verlängert: Spahn hat „aus dem letzten Sommer gelernt“

Geändert wird zudem die Quarantänepflicht, wenn ein Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet heruntergestuft wird, während sich Rückkehrer noch in Quarantäne befinden. Dann sollen für das Ende der Quarantäne künftig die Regeln für Hochinzidenzgebiete gelten - und folglich eine Verkürzung der 14-tägigen Quarantäne-Pflicht möglich sein.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Eine solche Herabstufung hatte es jüngst etwa für Portugal gegeben. Die neuen Regeln treten mit dem Auslaufen der alten Verordnung am 28. Juli in Kraft. Laut Spahn mache es die Lage erforderlich, die bestehenden Regelungen zu verlängern. „Wir haben aus dem letzten Sommer gelernt, dass wir aufpassen müssen“, so der Bundesgesundheitsminister. Mit Material von dpa und AFP

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