B.1.1.7-Mutation jetzt dominierend

Corona-Mutation: RKI-Experte erklärt, wie wir uns in der dritten Welle schützen

Die dritte Corona-Welle mit der britischen Mutation B.1.1.7 hat Deutschland und NRW im Griff. Doch ändern sich jetzt die Verhaltensregeln? Das sagen RKI-Vizepräsident Lars Schaade und Virologe Marco Binder.

Dortmund - Wissenschaftler sind sich, wie RUHR24.de* berichtet, einig. Die Corona*-Mutation B.1.1.7 ist ansteckender und wohl auch tödlicher.

Corona-Neuinfektionen16.033 (Stand: Samstag, 20. März)
Todesfälle207
Inzidenz99,9

Verhaltensregeln in der dritten Welle: Corona-Mutation steigt mittlerweile in Deutschland exponentiell

Das Problem: Sie bringt aktuell den positiven Verlauf der Pandemie, der Anfang des Jahres noch beobachtet wurde, ins Wanken. Die Zahlen explodieren aktuell - sowohl in Deutschland, als auch im Bundesland NRW. Doch was bedeutet das jetzt für den Einzelnen? Muss man sein Verhalten jetzt anpassen?

Man sollte auf jeden Fall vorsichtiger sein. Zu Ostern vermuten Wissenschaftler eine ähnliche Infektionslage wie zu Weihnachten. Das glaubt auch Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.

Schon jetzt kommt es beispielsweise im Bundesland NRW zu Rufen nach einer Rückkehr zu Schließungen, zum Beispiel in Dortmund*. In der NRW-Stadt Wuppertal spricht man gar von einer Rückkehr zu einem völligen Lockdown. Und auch Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) hat sich für einen kompletten Lockdown* ausgesprochen.

Dritte Corona-Welle: RKI gibt seine Einschätzung zu den kommenden Oster-Feiertagen

Ostern steht genau wie der Frühling vor der Tür. Das bedeutet: Treffen mit der Familie, mehr Aktivitäten draußen und eine mögliche Reise. Lars Schaade äußerte sich auf der Pressekonferenz des RKI am Freitag (19. März) dazu.

RKI-Vizepräsident Lars Schaade gibt Auskunft über die Verhaltensregeln während der dritten Welle mit der Corona-Mutation.

Man solle die Ostertage nur im engsten Kreis der Familie verbringen und sich auf immer die gleichen Kontakte beschränken. Im Idealfall sind Temperaturen schon wärmer, sodass man sich draußen treffen kann. Auf Reisen sollten alle verzichten. Generell würden sich die Verhaltensweisen also gar nicht ändern, oder?

Ja und nein! Natürlich sollte ein jeder sich weiterhin an die AHAL-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltag mit Maske, Lüften) halten. Laut RND habe sich aber das individuelle Ansteckungsrisiko im Detail durch die britische Mutation B.1.1.7 verändert. Das geht aus Daten britischer Gesundheitsämter hervor (alle News zu Corona in NRW* auf RUHR24.de).

Dritte Coronawelle mit Mutation verändert Verhaltensregeln nicht – trotzdem sollte man aufpassen

Die britische Mutation würde eine etwa 34 Prozent höhere Ansteckungsrate haben, so Virologe Marco Binder gegenüber dem RND. Es würde ein erhöhtes Risiko bei direktem Kontakt (direktes Gespräch oder Körperkontakt) und nahem Kontakt (Abstand kleiner als zwei Meter, Gespräch von 15 Minuten, gemeinsame Autofahrt) geben.

Darauf sollten sich die Menschen einstellen - im Detail sollte man bei den aktuell geltenden Regeln noch etwas vorsichtiger sein und vor allen Dingen das Thema Abstand halten ernst nehmen. Zudem sei es gerade jetzt ratsam, möglichst wenig Kontakt zu haben und Orte mit vielen Menschen zu meiden. Draußen allerdings würde es weiterhin ein geringes Risiko geben.

Im Umkehrschluss haben sich die seit Beginn der Pandemie geltenden Regeln nicht geändert. Trotzdem sei die Möglichkeit da, dass eine gewisse Regel-Müdigkeit Einzug erhalten hat. Doch gerade aufgrund der britischen Corona-Mutation B.1.1.7, die mittlerweile in Deutschland und NRW dominant ist, sollten sich alle noch einmal erinnern.

Für das Verhalten heißt das im Detail, dass Situationen, in denen bislang ein kleines Risiko einer Ansteckung geherrscht hat, dieses nun erhöht ist.

RKI-Vizepräsident Lars Schaade sagt dazu: „Ich sehe nicht die Notwendigkeit, an unseren verinnerlichten Maßnahmen etwas zu verändern. Wir müssen sie nur wieder konsequenter anweden und uns so wenig Ausnahmen wie nur möglich erlauben.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow, Michael Sohn; dpa / Collage: RUHR24

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