Verschärfte Regeln sind ein Problem

Corona-Pandemie: Bestimmte Lebensmittel könnten jetzt knapp werden

Obst und Gemüse im Supermarkt
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Wegen verschärfter Corona-Regeln könnte es zu einer Lebensmittelknappheit von Obst und Gemüse kommen.

Die Corona-Pandemie beschert uns Woche für Woche neue Probleme. Jetzt könnte es in Deutschland sogar zu einer Lebensmittelknappheit kommen.

Deutschland – Während der anhaltenden Corona-Krise müssen wir auf allerhand Dinge verzichten: Partys, Urlaube, Shoppen oder Besuche im Kino. Die Grundversorgung blieb von der Pandemie bisher verschont, doch das könnte sich nun ändern. Schuld sind die verschärften Corona-Regeln an den Grenzen.

LandSpanien
Bevölkerung46,94 Millionen (2019)
Einnahmen durch Exporte333,62 Milliarden US-Dollar

Corona-Pandemie: Lebensmittelknappheit droht - Obst und Gemüse betroffen

Wer aktuell aus Deutschland ausreisen oder in das Land einreisen möchte, kann dies nicht mehr ohne Weiteres machen. Für Personen, die aus einem Risikogebiet kommen, gibt es etwa eine Corona-Testpflicht, wobei die Testung auf eine mögliche Infektion vor oder direkt nach der Einreise erfolgen muss. Gleichzeitig gilt die Pflicht einer zehntägigen häuslichen Quarantäne. Die genauen Regelungen erfolgen durch die Bundesländer selbst. (alle Nachrichten zu Corona in NRW bei RUHR24.de)

Die verschärften Einreisebedingungen gelten nicht nur für Touristen, sondern auch für Fahrer von Lebensmittelimporten. Und genau das könnte der Lebensmittelversorgung in Deutschland zum Verhängnis werden. Der Deutsche Fruchthandelsverband fürchtet, dass in der kommenden Zeit insbesondere das Obst und Gemüse knapp werden könnte.

Corona-Krise: Einreisebedingungen für Lebensmittelimporte aus Spanien verschärft

Innerhalb weniger Stunden seien die Einreisebedingungen für die Fahrer so verschärft worden, dass es aktuell kaum noch möglich sei, frisches Obst und Gemüse beispielsweise von Spanien nach Deutschland zu bringen. Die Bundesregierung will durch die verschärften Einreisebedingungen verhindern, dass gefährliche Coronavirus-Mutationen nach Deutschland gelangen.

Seit Samstag (24. Januar) müssen Lkw-Fahrer aus Hochrisikogebieten, zu denen auch Spanien und Portugal gehören, bei ihrer Einreise nach Deutschland einen negativen PCR-Test vorlegen. Dabei darf der Test nicht älter als 72 Stunden (drei Tage) alt sein, erklärt der Geschäftsführer des Fruchthandelsverbandes, Andreas Brügger, gegenüber RTL.

Kein Obst und Gemüse wegen Corona-Regeln: Deutschland geht leer aus

In der Praxis sei es kaum möglich, die neue PCR-Testpflicht umzusetzen. Ein Lebensmittelfahrer, der aus Andalusien im Süden von Spanien zum Beispiel nach München fahren möchte, verbringt bei seiner Fahrt alleine 24 Stunden auf der Autobahn. Zeit für Staus und Pausen sind dabei noch nicht eingerechnet. Und viel Zeit, um dabei auf das Ergebnis eines Corona-Tests zu warten, bleibt auch nicht.

Um einer Lebensmittelknappheit vorzubeugen, fordert der Deutsche Fruchthandelsverband neue Regeln für den Import von Obst und Gemüse.

Dazu kommt, dass es aktuell immer schwieriger wird, überhaupt an einen solchen PCR-Test zu kommen. Denn auch in Spanien und Portugal geraten die Gesundheitssysteme zunehmend an ihre Grenzen. Mal eben einen Lkw-Fahrer testen? Das klappt nicht immer. Und in Deutschland bleibt man wegen der neuen Regelung wahrscheinlich vorerst ohne viel frisches Obst und Gemüse.

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Lebensmittelknappheit wegen Corona: Dieses Obst verschwindet jetzt aus den Läden

„Spanien ist zurzeit mit einem Anteil von rund 30 Prozent eines der Hauptlieferländer für Obst und Gemüse“, sagt Brügger gegenüber RTL. Der Deutsche Fruchthandelsverband warnte deshalb nun die Bundesregierung, dass es zu Lieferengpässen von Obst und Gemüse kommen könnte, wenn die Regeln für Lebensmittelimporte nicht schnell angepasst werden würden.

Sollte es tatsächlich zu Lieferengpässen von Obst- und Gemüseimporten aus Spanien kommen, dann würden wohl zuerst die Zitrusfrüchte aus den Supermärkten verschwinden. Dazu zählen etwa die im Winter besonders beliebten Mandarinen, aber auch Orangen sowie klassische Zitronen. Auch Grapefruits fallen unter die Kategorie der Zitrusfrüchte.

Video: Gemüse & Obst sind teurer geworden: Corona-Krise lässt diese Preise steigen

Corona-Krise: Einheitliche Regelungen für Lebensmittelimporte geplant

Der Anteil von spanischen Zitrusfrüchten in deutschen Supermärkten ist gewaltig: Laut einer Untersuchung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wurden 2019 allein 799.700 Tonnen Zitrusfrüchte aus Spanien nach Deutschland importiert. Das entspricht über Dreiviertel aller Lieferungen von Zitrusfrüchten.

Damit es nicht zu Lieferengpässen kommt, fordert der Deutsche Fruchthandelsverband einheitliche Regelungen an den Grenzen nach Vorbild der sogenannten Green-Lanes-Richtlinie der Europäischen Union. Diese Richtlinie sieht vor, dass es an den Grenzübergängen in der EU entsprechende Sonderfahrspuren für Güterfahrzeuge gibt. „Wir brauchen auch in Corona-Zeiten einen Versorgungskorridor für frisches Obst und Gemüse, sonst drohen leere Regale im Handel“, warnt Brügger.

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