Infektionen trotz Impfung

Corona: Delta-Variante – internes US-Papier warnt vor beängstigenden Erkenntnissen

Die US-Gesundheitsbehörde warnt aktuell vor der Delta-Variante des Coronavirus. Der Washington Post liegt ein internes Papier der Behörde vor, das neue Erkenntnisse liefert.

Deutschland – Die Delta-Variante des Coronavirus hat auch hierzulande mittlerweile den größten Anteil an den Neuinfektionen. Experten verweisen bekanntlich schon länger darauf, dass diese Variante deutlich ansteckender ist. Ein internes Papier der US-Gesundheitsbehörde warnt jetzt davor, dass auch die Impfungen weniger wirksam seien (News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

CoronavirusSars-CoV-2
InfektionskrankheitCovid-19
Häufige SymptomeHusten, Fieber, Schnupfen, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Corona-Infektion trotz Impfung – neue Daten aus Israel und den USA zur Delta-Variante

Gerade erst hatten auch israelische Forscher neue Erkenntnisse zur Durchbruchsinfektion gewonnen – also einer Infektion trotz Impfung. Im Juli meldete das israelische Gesundheitsministerium dann, dass die Verhinderung einer Infektion durch den Impfstoff aufgrund der Delta-Variante auf 64 Prozent gesunken sei.

Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass 50 Prozent der Neuinfizierten in Israel derzeit bereits den vollständigen Impfschutz haben. Diese Erkenntnisse aus Israel werden jetzt von Wissenschaftlern aus den USA bestätigt.

US-Behörde: Delta ist so ansteckend wie Windpocken – Geimpfte können sich leichter infizieren

Wie die Washington Post berichtet, habe die US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) erklärt, die Delta-Mutante sei „so ansteckend wie Windpocken“. Außerdem könne sie auch den Impfschutz leichter durchbrechen.

Mit anderen Worten: Auch Geimpfte können sich leichter anstecken und das Virus weitergeben. Vor schweren Verläufen sind sie aber weiterhin geschützt. Letzteres hatten zuvor auch bereits die Daten aus Israel gezeigt.

US-Studien: Internes Papier warnt vor Delta-Infektionen bei Geimpften

Die entsprechende, interne Präsentation der Behörde hat die Washington Post auf ihrer Webseite veröffentlicht. Laut Bericht der bekannten US-amerikanischen Zeitung ist sie ein „dringender Hinweis“. Denn die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass bei der Delta-Variante dieses Virus schneller weitergegeben werde, als Ebola. Auf einer weiteren Folie verdeutlichen sie, dass sie von 35.000 symptomatischen Infektionen wöchentlich unter insgesamt 162 Millionen geimpften Amerikanern ausgehen.

Mehr noch: Die Präsentation zeigt bisher unveröffentlichte Studiendaten, nach denen Geimpfte im Falle einer Infektion das Virus genauso weitergeben können wie Ungeimpfte, denn die Viruslast sei vergleichbar. Wichtig: Die Wissenschaftler stellen die Wirksamkeit der Impfungen dennoch nicht infrage, da diese weiterhin vor schweren Erkrankungen und Tod schützten.

Corona: „Krieg hat sich verändert“ – Wissenschaftler fordern Umdenken

Die Corona-Maßnahmen in den USA stellen die Forscher hingegen sehr wohl infrage: In dem Papier fordern sie das generel­le Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, um die Übertragungen der Delta-Variante zu reduzieren.

Es müsse „anerkannt werden, dass sich der Krieg verän­dert hat“, heißt es vonseiten der US-Wissenschaftler. Die CDC hat bereits erste Vorgaben wegen der Delta-Variante geändert – und empfiehlt auch für Geimpfte in vielen geschlossenen Räumen wieder das Tragen einer Maske.

US-Amerikaner mit Maske: Die Gesundheitsbehörde hat die Empfehlungen geändert. (Symbolbild)

US-Experten: Infektionen können nicht verhindert werden, schwere Verläufe schon

Jeffrey Shaman, ein Forscher der Columbia University, habe laut der Washington Post nach Ansicht der Präsentation erklärt: „Ich denke, das Problem ist, dass geimpfte Menschen wahrscheinlich in erheblichem Maße an der Übertragung von Delta beteiligt sind.“ Auch eine Herdenimmunität stellt Shaham aufgrund der Durchbruchsinfektionen grundsätzlich infrage.

Stattdessen gehe es jetzt bei der Impfung um „persönlichen Schutz“ vor schweren Verläufen von Covid-19. Eine Impfstoffexpertin der University of Maryland School of Medicine betont ebenfalls, es sei an der Zeit, sich auf das Verhindern von schweren Erkrankungen und Folgeschäden zu fokussieren. Denn man müsse akzeptieren, dass das Virus nicht mehr weggehe und könne einfach nicht jede Infektion verhindern.

Auch ein US-Experte für Risikokommunikation meint, man habe in den USA „großartige Arbeit geleistet“, der Öffentlichkeit zu verdeutlichen, dass es sich um einen „Wunderimpfstoff“ handele – und habe dabei das Risiko einer Durchbruchsinfektion vernachlässigt.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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