Pandemie-Verunsicherung

Angst vor dem Coronavirus: Ist der Erreger über Post und Pakete übertragbar?

Die Angst vor einer Coronavirus-Infektion ist groß: Wer zu Hause auf ein Paket wartet, ist verunsichert, ob der Erreger auch per Zustellung übertragbar ist.

  • Shopping in der Innenstadt sollte während der Corona-Krise lieber ausgelassen werden.
  • Online-Shopping ist eine Alternative - oder können Verbraucher sich über die Paketdienste anstecken?
  • DHL, gls und dpd sind auf die Pandemie vorbereitet.

Dortmund - Dieser Tage ist zu Hause bleiben die Devise. Das Coronavirus und seine rasante Ausbreitung zwingt uns in die eigenen vier Wände. Soziale Kontakte sollen weitgehend vermieden werden.

Verbraucher verunsichert: Ansteckung mit Covid-19 über Pakete?

So sollten auch ausgiebige Shopping-Touren in der Innenstadt verschoben werden, da sich das Coronavirus auch in NRW immer weiter ausbreitet. Der Gedanke liegt nahe, die neue Jeans, kosmetische Produkte oder was sonst noch so anfällt, online zu bestellen. Und das tun die leute auch. Beim Online-Shopping sind einige Produkte wie Gesellschaftsspiele besonders gefragt.

Aber ist das sicher? Oder ist es etwa möglich, dass das Coronavirus über Pakete oder die Zusteller übertragen wird? Die Verunsicherung bei den Verbrauchern ist derzeit groß - aber die Paketdienste haben sich auf die Coronakrise eingestellt.

Virologen meinen eine Corona-Übertragung ist unwahrscheinlich

Ein großes Problem an dem Coronavirus ist, dass es bisher nicht hinreichend erforscht ist. Es ist nicht zu hundert Prozent klar, ob sich das Virus auch über Pakete übertragen kann. 

Jedoch weisen die Erfahrungswerte im Umgang mit dem vergleichbaren SARS-Virus von vor einigen Jahren darauf hin, dass Pakte unbedenklich seien, das berichtet das Magazin t3n. Auch Virologen sind der Meinung, dass eine Übertragung über Paket oder Brief unwahrscheinlich wäre.

Corona: Die größere Gefahr lauert bei den Paketboten

Für die Übertragung des Coronavirus braucht es Tröpfchen, die würden laut Professorin Ulrike Protzer, Virologin vom Helmholtz-Zentrum der Technischen Universität München, auf der saugfähigen Oberfläche von Paketen vertrocknen. Der zusätzliche Transport an der Luft würde die Hülle des Virus zerstören. Das erklärte die Professorin in einem Interview mit dem BR.

Viel kritischer als die Pakete selbst sind die Menschen, die sie überbringen. Die Paketboten gehen von Tür zu Tür und haben viel Kontakt zu Menschen - darunter eventuell auch infizierte Patienten. Die Paketdienste sind laut eigener Aussage vorbereitet.

DHL ist auf Pandemie-Szenarien wie die Corona-Krise vorbereitet

DHL sei laut eigenen Aussagen routinemäßig auf Epidemie- und Pandemie-Risikoszenarien vorbereitet. "Wir beobachten die Situation sehr genau, stimmen uns mit internationalen Organisationen (wie der WHO) und lokalen Behörden ab und versorgen alle Mitarbeiter und relevante Betriebseinheiten mit den erforderlichen Informationen", heißt es in einer Mitteilung des Konzerns.

Ansonsten gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Mitarbeiter sollen mindestens einen Meter Abstand zu anderen Personen halten, Körperkontakt wie Händeschütteln und persönliche Meetings sollen vermieden werden. 

gls setzt auf kontaktlose Zustellung

Außerdem gilt es, auf eine gründliche Handhygiene zu achten. Wie die Paketfahrer das machen sollen oder ob ihnen ausreichend Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt wird, geht aus der Mitteilung nicht hervor. 

Anders sieht es bei dem Paketdienst gls aus. Das Unternehmen weist darauf hin, dass den Mitarbeitern ausreichend Desinfektionsmittel und weitere Schutzmittel zur Verfügung gestellt wird. Außerdem setzt der Konzern auf kontaktlose Zustellung. 

dpd: Mit dem Abstell-Okay braucht es keinen Kundenkontakt

Dazu muss eine Abstellerlaubnis von dem Kunden ausgefüllt werden, so wird das Paket an einem gewünschten Ort abgestellt und es muss keine Empfangsbestätigung unterschrieben werden.

Auf dieses Prinzip setzt auch dpd: Mit dem Abstell-Okay werden Pakete ohne direkten Kundenkontakt zum Beispiel im Gartenhäuschen oder in der Garage abgestellt.

Corona-Übertragung über Handscanner unwahrscheinlich

Außerdem ist es während der Corona-Pandemie nicht nötig bei dpd eine Empfangsbestätigung zu unterschreiben. Zwar geht das Unternehmen davon aus, dass eine Übertragung von Corona über den Handscanner eher unwahrscheinlich ist. Dennoch wird das System vorübergehend ausgesetzt.

Alle Paketdienste weisen darauf hin, dass es zu keinen Einschränkungen kommen sollte. Die aktuelle Lage allerdings sehr genau beobachtet wird und die Unternehmen auch im engen Austausch mit den Behörden stehen.

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