Verfügbarkeit Anfang 2022 erwartet

Corona-Impfung: Biontech und Pfizer testen an Kindern und Schwangeren

Vakzin Biontech
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Wird jetzt auch an Kindern und Schwangeren getestet: Das Vakzin von Biontec/Pfizer. (Symbolbild)

Nach Medienberichten haben Biontech und Pfizer mit Studien zur Wirkung und Sicherheit ihres Impfstoffs bei Kindern unter elf Jahren begonnen. Die Verfügbarkeit werde 2022 erwartet.

Mainz – Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) am Freitag (26. März) mitteilte, prüfen die Unternehmen Biontech und Pfizer ihr Vakzin BNT162b2 aktuell an jüngeren Kindern. Bereits im Februar teilte Biontech in einer Pressemitteilung mit, dass der Impfstoff auch an ersten schwangeren Frauen getestet werde.

Biontechdeutsches Biotechnologieunternehmen
SitzMainz
Gründer/CEOUğur Şahin

Corona: Bislang keine Impfungen für EU-Kinder zugelassen

Kinder in der EU dürfen aktuell nicht gegen das Coronavirus geimpft werden, denn das Vakzin ist bislang nur für Jugendliche ab 16 Jahren zugelassen. Letzteres auch nur bedingt (mehr News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Bereits zuvor hatten die Unternehmen mit Studien für die Altersgruppe 12 bis 16 Jahren begonnen. Jetzt werde der Impfstoff auch an jüngeren Kindern getestet, erklärte eine Biontech-Sprecherin gegenüber der dpa.

Corona-Impfungen für Kinder: Biontech und Pfizer testen Vakzin jetzt an Jüngeren

Einbezogen in die Studie werden insgesamt rund 4.500 gesunde Kinder zwischen sechs Monaten und elf Jahren aus den USA und Europa. Bei den Tests erhalten zwei Drittel der Kinder das echte Vakzin, das verbleibende Drittel ein Placebo.

Die ersten Probanden seien am Donnerstag (25. März) geimpft worden, teilten die Unternehmen mit. Geprüft würden Sicherheit, Verträglichkeit und Immunogenität des Pfizer-Biontech-Impfstoffs.

Corona-Impfungen für Kinder: Kinderschutzbund begrüßt die Tests

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sieht die Kleinsten in der Corona-Pandemie wegen der Schul- und Kitaschließungen als besonders benachteiligt an. Daher wurden von vielen Kinderärzten bereits zu Jahresbeginn schnellere Impfungen für Kinder gefordert.

Auch der Kinderschutzbund begrüßte laut dpa-Bericht, dass die Unternehmen beginnen, die Impfstoffe bei kleinen Kindern zu testen. „Die Masernimpfung oder die Impfung gegen Polio retten jedes Jahr tausende Kinderleben und verhindern Langzeitfolgen“, habe Heinz Hilgers, der Präsident des Kinderschutzbundes, den Tageszeitungen der Mediengruppe VRM gesagt. Auch eine Corona-Infektion könne für Kinder gefährlich werden.

Test mit Kinder kritischer: Besondere Vorsicht ist geboten

Allerdings habe der Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Mainz und Stiko-Mitglied, Fred Zepp, im Februar auch gegenüber der dpa zu bemerken gegeben: „Je jünger der Mensch ist, desto ausgeprägter kann er reagieren und desto stärker sind eventuell auch Nebenwirkungen.“

Auch vonseiten der Bundesregierung heiß es dazu: „Kinder sind schon allein aus ethischen Gründen nicht für frühe Tests vorgesehen. Vor der klinischen Prüfung an Kindern muss sichergestellt sein, dass in den Studien bei Erwachsenen keine schwerwiegenden Nebenwirkungen aufgetreten sind.“

Impfungen gegen Covid-19: Ob und wann eine Impfempfehlung für Kinder kommt, ist völlig unklar

Biontech und Pfizer teilen mit, dass ihr Impfstoff nach ersten Einschätzungen Anfang 2022 für jüngere Kinder verfügbar sein könnte, wenn die Studien erfolgreich sind und die Zulassungsbehörden das Produkt genehmigen. Ob und wann die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland überhaupt eine Impfung für Kinder empfehlen würde, sei allerdings noch offen, berichtet die dpa.

Ähnliches teilte auch das Robert Koch-Institut Anfang Januar mit. Es sei „bisher noch nicht absehbar“, wann es eine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche geben werde, erklärte das Institut.

Video – Corona-Impfung für Kinder: Großbritannien will im August starten

Corona-Impfungen für Schwangere: Biontech und Pfizer führen erste Studie durch

Bereits im Februar teilte Biontech per Pressemitteilung mit, dass das Vakzin mit dem Produktnamen Comirnaty ab sofort auch an Schwangeren getestet werde. „Schwangere Frauen haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen und einen schweren COVID-19-Verlauf. Es ist daher sehr wichtig, dass wir einen sicheren und effektiven COVID-19-Impfstoff für diese Bevölkerungsgruppe entwickeln“, sagte Dr. William Gruber, Senior Vice President of Vaccine Clinical Research and Development bei Pfizer.

An der Studie nehmen 4.000 gesunde, schwangere Frauen ab dem 18. Lebensjahr teil, die während der 24. bis zur 34. Schwangerschaftswoche geimpft werden. Die Studie wird die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von zwei Dosen BNT162b2 oder Placebo untersucht.

Die Studie wird auch untersuchen, ob schützende Antikörper auf ihre Kinder übertragen werden. Die Säuglinge werden bis in etwa zu ihrem 6. Lebensmonat beobachtet. 

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