Nerze nur der Anfang

Coronavirus: Ansteckung durch Haustiere – Experten befürchten Schlimmes

Katze Corona-Infektion
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Die Sorge vor Corona-Mutationen aus der Tierwelt ist groß.

Das Coronavirus sich auch auf Haustiere oder wilde Tiere übertragen. Im schlimmsten Fall kann das zu heftigen Mutationen führen, befürchten Wissenschaftler.

Dortmund - Das Coronavirus ist eine sogenannte Zoonose. Also eine Krankheit, die zwischen Menschen und Tieren übertragbar ist. Was passiert, wenn ein Mensch ein Tier ansteckt, das Virus mutiert und das Tier wieder einen anderen Menschen ansteckt? Experten befürchten Schlimmes.

KrankheitCoronavirus, Covid-19
ErregerSars-CoV-2
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Corona und Haustiere: Wie gefährlich ist die Übertragung zwischen Mensch und Tier?

Vor allem, wenn sich das Virus von Menschen auf Wildtiere überträgt, könnte das verheerende Folgen haben. Wie das Wissenschaftsmagazin Spektrum berichtet, befürchten Wissenschaftler das seit Anfang der Pandemie. Das Problem: Das Coronavirus könnte mutieren, sich zwischen Wildtieren unbemerkt verbreiten und wieder Menschen anstecken. Und das auch, wenn die Pandemie bereits abgeklungen ist.

Tiere, vor allem wild lebende, könnten zu „einem hartnäckigen Reservoir“ für den Erreger Sars-CoV-2 werden. Das könnte immer wieder neue Ausbrüche des Coronavirus auslösen.

In Utah sei diese Befürchtung bereits eingetroffen. Fast ein Jahr nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurde das Virus an einem wilden Nerz nachgewiesen. Aber Wildtiere stehen nicht als einzige im Fokus der Wissenschaftler.

Übertragung auf Wildtiere: Wird das Coronavirus so noch gefährlicher für Menschen?

Studien haben nämlich bereits gezeigt, dass das Coronavirus sowohl Haustiere als auch in Gefangenschaft lebende Tiere infizieren kann. Hunde, Katzen, aber auch Pumas, Gorillas, Schneeleoparden und gezüchtete Nerze können sich mit der Krankheit anstecken. In Dänemark mussten 2020 bereits mehrere Millionen Nerze, die sich infiziert hatten, getötet werden.

Die Ausbrüche auf den Nerzfarmen hätten gezeigt, dass die Tiere das Coronavirus auch wieder an Menschen übertragen können. Obwohl der Fall Aufsehen erregt hat, seien Experten nicht unbedingt beunruhigt. Ausbrüche unter gezüchteten Tieren ließen sich mit Impfung, Quarantäne und Keulung, also vorsorgliches Töten der Tiere, unter Kontrolle bringen. Eine Übertragung auf Wildtiere sei wesentlich gefährlicher (alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

In Dänemark mussten Millionen Nerze auf mit dem mutierten Coronavirus befallenen Nerzfarmen getötet werden.

Coronavirus-Impfstoffe könnten nach Mutation in Tieren nicht mehr wirken

Denn in der Wildnis besteht keine Chance auf Ausrottung oder Kontrolle der Tiere. Außerdem problematisch: Das Coronavirus kann sich verändern, also mutieren, wenn es sich unter den Tieren verbreitet.

Das könnte auch dazu führen, dass Impfstoffe nicht mehr so gut wirken, wie zuvor. Die Erreger könnten auch tödlicher für Menschen sein, erklärt Arinjay Banerjee, von der McMaster University in Kanada. „Ich will keine Panik verbreiten, aber bei diesem Virus scheint alles zu passieren, was wir nicht sehen wollen“, so Banerjee.

Wie schwer die Risiken sein können, wenn das Coronavirus auf Wildtiere übertragen wird, haben Wissenschaftler mehrerer Länder im vergangenen Jahr erforscht. Dazu haben Forscherteams stichprobenartig Haus- und Zootiere sowie Tiere in Tierheimen, Tierkliniken und Wildtierfarmen auf das Coronavirus getestet. Wenn sie positive Ergebnisse entdeckt haben, wurden diese an die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) gemeldet.

Haustiere und Coronavirus: So hoch ist die Ansteckungsgefahr bei Menschen

Aber wie sieht die Ansteckungsgefahr bei Haustieren aus? In Deutschland wurden im Dezember 2020 die ersten Coronavirus-Fälle an einem Hund und einer Katze nachgewiesen. Vor allem Katzen sind in den Fokus weiterer Forschungen gerückt. Sie bewegen sich oft zwischen mehreren Haushalten und Treffen im Freien auf andere Tiere. Ob das wirklich eine Rolle bei der Übertragung spielt, ist aber umstritten.

„Es gibt keinen Grund, das an die große Glocke zu hängen oder Angst vor Katzen zu haben. Aber man kann sie als potenzielle, sporadische Infektionsquelle für den Menschen nicht ausschließen“, sagt Jan Felix Drexler, Virologe an der Berliner Charité. Grundsätzlich sei die Ansteckungsbarriere zwischen Menschen und Haustieren auch eher hoch.

Video: Studie zeigt, welche Tierarten besonders anfällig für Corona-Ansteckung sind

Coronavirus-Mutation auch für Tiere gefährlich: Experte befürchtet schlimmes

Aktuell beschäftigt Forscher laut Spektrum vor allem die Frage, inwiefern die neuen Varianten des Coronavirus Tiere beeinflussen. Die Mutanten, die in Großbritannien, Südafrika und Brasilien entdeckt wurden, verbreiten sich schneller und könnten demnach auch mehr Tiere infizieren.

Die Mutationen seien im Gegensatz zur bisher dominanten Corona-Variante auch für Labormäuse infektiös. Die Verbreitung der Mutanten erhöht die Möglichkeit, dass Ratten und Hausmäuse sich infizieren. „Wir befinden uns weltweit in einer riskanten Lage“, so Peter Daszak, Präsident der gemeinnützigen Forschungsorganisation Ecohealth Alliance in New York City. „Neben den Nerzen wird es noch andere Überraschungen geben.“