Öffnungsschritte „ohne Jo-Jo-Effekt“

Corona-Lockdown: Merkel will schrittweise wieder öffnen – erste Pläne durchgesickert

Am Montag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (66) im CDU-Präsidium Öffnungs-Etappen raus aus der Corona-Krise vorgeschlagen. In drei Bereichen könnte gelockert werden.

Deutschland – Der Wunsch nach weiteren Corona-Lockerungen und mehr Normalität wird immer größer. Mehr Menschen denn je sind der Lockdown-Maßnahmen und der damit verbundenen Einschränkungen überdrüssig. Nach Medienberichten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) jetzt weitere vorsichtige Öffnungsschritte angekündigt.

Angela Dorothea MerkelBundeskanzlerin seit 2005
Geboren17. Juli 1954 (Alter 66 Jahre)
Politische ParteiChristlich Demokratische Union (CDU)

Bundeskanzlerin Angela Merkels spricht von „Sehnsucht“ nach Corona-Lockerungen - und plant Konzept

Wie die Bildzeitung und das ZDF unter Berufung auf Sitzungsteilnehmer melden, habe Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag (22. Februar) in der Präsidiums- und Bundesvorstandssitzung der CDU gesagt, sie sehe eine „berechtigte Sehnsucht“ nach einem Weg aus dem Lockdown.

Wie Bild.de berichtet, soll eine Arbeitsgruppe aus Bund und Ländern um Kanzleramtschef Helge Braun (48, CDU) dazu ein Konzept entwickeln. Konkret solle ab Dienstag, den 23. Februar, getagt werden.

„Vier Öffnungsschritte ohne Jo-Jo-Effekt“: schrittweise Lockerungen wohl nur sehr vorsichtig

Ziel dieser Tagungen sei es, bei dem nächsten Bund-Länder-Gipfel am 3. März konkrete Öffnungspläne vorlegen zu können. Kanzleramtschef Helge Braun (48, CDU) habe dabei bereits angekündigt, Merkels Plan seien „vier Öffnungsschritte ohne Jo-Jo-Effekt“.

Die Ankündigung des Kanzleramtschefs lässt darauf schließen, dass es sich wohl um sehr vorsichtige Schritte raus aus dem Corona-Lockdown handeln wird. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass zahlreiche Mediziner bereits von der „dritten Welle“ sprechen, hält die Bundeskanzlerin auch weiterhin an ihrem zurückhaltenden Kurs fest.

Bundeskanzlerin Angela Merkel: Öffnungen müssen an mehr Corona-Tests gekoppelt sein

Nach Informationen aus Teilnehmerkreisen im CDU-Präsidium, auf die sich das ZDF beruft, habe Merkel betont, dass eine Öffnungsstrategie unbedingt auch an eine Teststrategie gekoppelt sein müsse. Konkret habe sie dabei verdeutlicht, dass sie drei Bereiche sehe, für die man eine Öffnungsstrategie entwickeln müsse:

  • die persönlichen Kontakte,
  • Schulen und Berufsschulen,
  • Sportgruppen, Restaurants und Kultur.

Erwartbar ist folglich, dass es nach der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz zunächst in diesen Bereichen Lockerungen geben wird. Einzelne Länder sind bereits vorgeprescht und haben weitere Lockerungen beschlossen. So sind seit Montag (22. Februar) beispielsweise in NRW weitere Öffnungen im Freizeitsport und bei körpernahen Dienstleistungen vorgesehen.

Lockdown-Lockerungen: Corona-Mutanten könnten zu Spielverderbern werden

Wie weit die Öffnungen gehen werden, bleibt dabei abzuwarten. Denn die Mutanten des Coronavirus bleiben weiter ein großer Unsicherheitsfaktor. So sind die Sieben-Tage-Inzidenzen zuletzt bundes- und auch NRW-weit wieder gestiegen (alle Infos zum Coronavirus auf RUHR24.de).

Wie schnell es durch die Mutationen zu einer verschärften Corona-Lage kommen kann, zeigt aktuell das Beispiel Flensburg. Denn während bundesweit die Zeichen eher auf Lockerung stehen, wurden die Corona-Maßnahmen im stark von der britischen Mutante gebeutelten Flensburg gerade erst wieder verschärft. Der Anteil dieser Virus-Variante an den Infektionen liegt hier aktuell bei 50 Prozent, die Inzidenz lag am Sonntag (21. Februar) bei 173.

Weitere Öffnungsschritte: 7-Tage-Inzidenzen bleiben entscheidender Faktor für Corona-Maßnahmen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) hatte sich in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ gerade erst gegen verbindliche Zeitpläne für Lockerungen ausgesprochen. Er führte aus: „Alle wünschen sich einen Drei- und Sechs-Monatsplan, aber das geht halt gerade nicht.“ Konkrete Zeitpläne, wann welcher Bereich wieder öffnet, sind daher unwahrscheinlich. Vermutlich werden die Öffnungen eher an die Inzidenzen gekoppelt. So wird wohl auch die Inzidenz 35 eine wichtige Rolle bei weiteren Öffnungen spielen.

In einem ZDF-Interview hatte die Bundeskanzlerin Mitte Februar bereits angekündigt, man müsse nach jedem weiteren Öffnungs-Schritt abwarten, ob die Neuinfektionen danach weiter stabil unter 35 pro 100.000 Einwohner blieben. Wie der Bundesgesundheitsminister anmerkt, will man vor weiteren Schritten außerdem zunächst abwarten, wie sich das Infektionsgeschehen nach den ersten Schul- und Kita-Öffnungen entwickelt.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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