Neuerungen in der Pandemie

Corona: „AHA“-Regeln um „C + L“ ergänzt - was dahinter steckt

Aktuell gilt in der Coronavirus-Pandemie die sogenannte „AHA-Regel“. Nun wurde sie um „C“ und „L“ ergänzt. Was steckt dahinter?

NRW - Die Corona-Pandemie hat uns im Jahr 2020 vor immer wieder neue Herausforderungen gestellt: Lockdown, Homeoffice, Reiseverbote, Kontaktbeschränkungen. Dazu kommen umfassende Hygienekonzepte in der Öffentlichkeit, die uns das Leben nicht gerade einfacher machen. Helfen soll dabei die eigens für die Virus-Krise entworfene AHA-Regel. Und die ist einfacher, als man vielleicht denkt.

ErregerCoronavirus/SARS-CoV-2
ÜbertragungTröpfcheninfektion über Aerosole
SymptomeHusten, Fieber, Veränderung des Geschmacks- und Geruchssinns
PräventionsmaßnahmenLockdown, Reiseverbote, AHA-Regel

AHA-Regel: Wichtige Maßnahme zur Verhinderung einer Ausbreitung des Coronavirus

Die AHA-Regel gilt als wichtigste Maßnahme, um eine Infektion mit dem Coronavirus zu verhindern und die Ausbreitung des Erregers SARS-CoV-2 einzudämmen. „AHA“ steht dabei für Abstand, Hygiene und Alltagsmaske. Also eigentlich ziemlich simpel - und doch wird immer wieder gegen diese Regeln verstoßen. Die Folge sind hohe Bußgelder von mehreren hundert Euro.

A wie Abstand: Mindestens 1,5 Meter Distanz zu anderen Menschen während der Covid-19-Pandemie

Solange die Corona-Pandemie nicht als beendet gilt und sich das Virus weiter ausbreitet, gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen. Diese Distanz ist wichtig, damit sich krankmachende Aerosole - also Tröpfchen aus Nase und Mund - nicht verteilen können. Aerosole werden beim Sprechen, Husten und sogar beim Lachen freigesetzt und können binnen kürzester Zeit zu einer Infektion mit dem Coronavirus führen.

Je näher man einer Person kommt, desto wahrscheinlicher ist es, dass man die Aerosole abbekommt. Wer den Mindestabstand nicht einhalten kann, sollte eine Maske tragen. Auf direkten Körperkontakt, wie Händeschütteln oder Umarmungen, sollte bestenfalls verzichtet werden.

Vor dem Lockdown mussten die Kinos in NRW viele Auflagen wegen des Coronavirus erfüllen, zum Beispiel Abstandsregelungen.

Übrigens: Eine mit dem Coronavirus infizierte Person ist bereits ansteckend, bevor die ersten Symptome wie Husten oder Schnupfen auftreten.

H wie Hygiene: Hände regelmäßig und richtig waschen, um einer Corona-Infektion vorzubeugen

Auch Hygiene spielt bei der Ausbreitung des Coronavirus eine wichtige Rolle. Gelangen Krankheitserreger an die Hände und man fasst sich anschließend an die Augen, Nase oder den Mund, können sie über die Schleimhäute in den Körper gelangen und sich dort vermehren.

Um eine derartige Infektion mit SARS-CoV-2 zu verhindern, sollten diese drei Hygieneregeln in den Alltag integriert werden:

  • Husten und Niesen nur in die Armbeuge oder Taschentuch und niemals in die Hände.
  • Hände regelmäßig mit ausreichend Wasser sowie Seife waschen und anschließend gut abtrocknen. Ein feuchtes Milieu bietet einen guten Nährboden für Keime aller Art.
  • Nicht mit den Händen ins Gesicht fassen und vor allem Augen, Nase und Mund nicht berühren.

A wie Alltagsmaske: Maskenpflicht in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens schützt vor dem Coronavirus

Das Tragen einer Mundschutz-Maske ist seit Ende April in ganz Deutschland für verschiedene Bereiche wie etwa in der Bahn oder beim Einkaufen Pflicht. Wer dagegen verstößt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 250 Euro oder Hausverbot rechnen.

Eine Ansteckung mit dem Coronavirus kann durch das Tragen einer Maske nicht zu 100 Prozent verhindert, aber deutlich verringert werden. Krankmachende Aerosole werden durch die Barriere aus Stoff aufgehalten, wodurch eine Tröpfcheninfektion mit SARS-CoV-2 unwahrscheinlicher wird.

A wie Alltagsmaske: Mundschutz sollte aus Infektionsschutzgründen regelmäßig gewaschen werden

Vor allem in geschlossenen Räumen oder in Bereichen, wo viele Menschen zusammen kommen, empfiehlt es sich, die Maske aufzusetzen. So schützt man nicht nur sich, sondern auch andere.

Mittlerweile gilt die Corona-Maskenpflicht auch in Innenstädten - wie hier in Bochum (NRW).

Achtung: Damit die Maske auch richtig „wirken“ kann, sollte sie regelmäßig gewaschen oder noch besser: gekocht oder gebacken werden. Nur so werden Krankheitserreger, die sich auf dem Stoff befinden könnten, nachhaltig abgetötet.

C wie Corona-Warn-App: Infektionen erkennen und Risiko-Kontakte verfolgen

Ursprünglich bestand die AHA-Regel nur aus den Komponenten „Abstand, Hygiene und Alltagsmaske“. Mittlerweile sind aber zwei Erweiterungen dazu gekommen - unter anderem die Abkürzung „C“. Sie steht für die Corona-Warn-App, die sich in Deutschland mittlerweile über 21 Millionen Menschen (Stand 10. November 2020) heruntergeladen haben.

Die Corona-Warn-App, die das Robert Koch-Institut (RKI) zusammen mit dem Bundesgesundheitsministerium entwickelt hat, soll Infektionsketten erkennen und diese durchbrechen. Ursprünglich hieß es, mindestens 15 Millionen Menschen müssten die App downloaden, damit sie funktionieren könne (alle Entwicklungen zum Coronavirus in NRW bei RUHR24.de).

In der App werden Begegnungen zu anderen Usern gespeichert und man bekommt eine Benachrichtigung, wenn man Kontakt zu einer infizierten Person hatte. Gleichzeitig wird das persönliche Corona-Risiko berechnet und man kann durchgeführte Corona-Tests registrieren. In letztem Fall kann sich der User über das Ergebnis informieren lassen. Ist das Testergebnis positiv, werden alle Kontaktpersonen der vergangenen 14 Tage ermittelt und kontaktiert - insofern diese die App verwenden.

L wie Lüften: Mit Frischluft einer Corona-Infektion durch Aerosole vorbeugen

Die zweite Erweiterung der AHA-Regal, das „L“, steht für Lüften. Durch das regelmäßige und korrekte Öffnen von Fenstern oder Türen kann das Infektionsrisiko durch krankmachende Aerosole gesenkt werden. Die Frischluft sorgt für eine Ausdünnung der Tröpfchen und macht sie dadurch weniger infektiös.

Längere Aufenthalte in geschlossenen und schlecht durchlüfteten Räumen können eine Ansteckung über Aerosole begünstigen. Deshalb sollten Innenräume regelmäßig mehrere Minuten lang stoß gelüftet werden, je nach Personenzahl am besten alle 20 Minuten.

Übrigens: Sobald jemand hustet oder niest, sollte unmittelbar gelüftet werden, damit sich die Aerosole erst gar nicht im Raum verteilen können.

Rubriklistenbild: © Dennis Liedschulte/RUHR24

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