Kurioses Experiment

Corona-Test positiv mit Cola: Was hinter dem verwirrenden Video steckt

Wird ein Corona-Test positiv, wenn man ihn mit Cola beträufelt? Das will ein skurriler Versuch zumindest beweisen.
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Wird ein Corona-Test positiv, wenn man ihn mit Cola beträufelt? Das will ein skurriler Versuch zumindest beweisen.

Aktuell kursiert ein Video im Netz, das zeigt, wie Cola einen positiven Corona-Test verursacht. Das sorgt für Verunsicherung. Doch was ist dran an dem Versuch?

Wien - Wenn man Cola auf einen Antigen-Schnelltest träufelt, ist dessen Ergebnis: Corona-positiv. Wie ist dieser Versuch zu bewerten? Lassen sich damit etwa Corona-Tests manipulieren oder mildern sie deren Aussagekraft? Das war zumindest die Idee des österreichischen Politikers Michael Schnedlitz (FPÖ).

Österreichischer PolitikerMichael Schnedlitz
Partei: Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ)
Funktion:Landesparteisekretär der FPÖ und Abgeordneter zum Nationalrat

Positiver Corona-Test mit Cola: Österreichischer Politiker macht skurrilen Versuch

Aber von Anfang: Michael Schnedlitz, Politiker der rechtspopulistischen Partei FPÖ, hatte am Donnerstag (10. Dezember) im österreichischen Parlament ein Experiment durchgeführt. Am Rednerpult stehend gab er etwas Cola auf einen Antigen-Schnelltest, um wenig später triumphierend zu zeigen: Das Ergebnis des Corona-Tests ist positiv, berichtet auch hna.de.

Seine Intention hinter dem Versuch: Er wollte die vermeintliche Sinnlosigkeit von Corona-Schnelltests demonstrieren. Bei Kollegen aus der Politik kam das weniger gut an. So erfolgte von ÖVP-Politiker Alexander Melchior eine direkte Reaktion mit den Worten: „Ich verstehe echt nicht, was du da machst? Ich habe gehofft, dass das keine Cola ist, sondern Bacardi-Cola. Das hätte dein Verhalten erklärt!“

Corona-Test positiv mit Cola: Versuch sorgt für Verwirrung

Und auch im Netz, wo ein Video des Versuchs mit dem Hashtag #Cola die große Runde macht, hatte das Experiment heftige Reaktionen ausgelöst. Einige sind empört, andere nutzen das Video als vermeintlichen Beweis für die Unzuverlässigkeit von Corona-Test und manche wiederum zeigen sich in der Corona-Krise schlichtweg verunsichert und fragen sich, ob an dem Experiment was dran ist.

Und wie steht es um die Fakten? Die Aussagekraft der Demonstration des FPÖ-Politikers ist gleich null. Und dafür gibt es auch eine relativ simple Erklärung. Bei dem Corona-Test, den Michael Schnedlitz für seinen kuriosen Versuch verwendet hatte, handelte es sich um einen sogenannten Antigen-Schnelltest (aktuelle News zur Entwicklung des Coronavirus auf RUHR24.de)

Corona: Deshalb wird der Test mit Cola positiv

Im Gegensatz zu dem PCR-Test bietet dieser den Vorteil, innerhalb kürzester Zeit ein Ergebnis zu liefern, da er nicht in einem Labor ausgewertet werden muss. Doch der Antigen-Test sucht nicht nach Erbmaterial des Erregers, sondern nach Eiweißen, die charakteristisch für das Virus sind. 

Bei einem Corona-Test wird ein Abstrich auf den Test aufgetragen und nach rund 30 Minuten steht das Ergebnis fest. Warum zeigte der Test dann aber ein positives Ergebnis, nachdem er mit Cola beträufelt wurde? Cola hat einen niedrigen pH-Wert, ist also sauer. Und diese Säure in der Cola sorgt dafür, dass anstatt des Coronavirus die Säure an den Eiweißen andockt und sie zersetzt.

Positiver Corona-Test durch Cola: Experte klärt Hintergründe auf

Dadurch verfärbt sich der Teststreifen, wie Christoph Pedain, Leiter des Bereichs für patientennahe Diagnostik bei Siemens Healthineers, gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) erklärt. Und weiter: Schnedlitz habe also lediglich nachgewiesen, dass die Eiweiße am Teststreifen zerstört sind.

Der Experte versichert außerdem, dass das skurrile Experiment des österreichischen Politikers keine Relevanz für die Test-Praxis bei Menschen habe - es sei denn man spüle sich vor einem Test die Nase mit Cola. So könne beispielsweise der gleiche Versuch einen positiven Schwangerschaftstest erzeugen, obwohl man gar nicht schwanger sei.

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