Szenegetränk aus der Dose

Coca-Cola bringt neues Getränk heraus – es soll „wild und verrückt machen“

In deutschen Supermärkten und Discountern soll es bald ein neues Getränk von Coca-Cola geben. Die Idee ist aber schon älter.

NRW – Partygänger, die Whiskey Cola regelmäßig an der Theke in Bars und Clubs bestellen, sollen ihr alkoholhaltiges Lieblingsgetränk bald auch in Dosenform in Supermärkten und Discountern kaufen können. Bei der angekündigten Markteinführung des neuen „Ready to drink“-Produkts handelt es sich allerdings nicht wirklich um eine Innovation.

Coca-Cola kohlensäure- und koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk
Erfindung1886 (Atlanta, USA)
ErfinderJohn Stith Pemberton

Whiskey-Cola: Jack Daniel‘s und Coca-Cola planen neues Dosen-Produkt

Der durch den Ukraine-Krieg gebeutelte Softdrink-Gigant Coca-Cola und der von der Whiskey-Brennerei Brown-Forman produzierte „Jack Daniel‘s Old No.7 Tennessee Whiskey“ wollen das Kultgetränk zeitnah gemeinsam auf den Markt bringen. Doch anstatt einer Weltneuheit präsentieren beide US-amerikanischen Konzerne eine Art Neuauflage eines längst etablierten Getränks. Und springen damit nur auf den Erfolgszug auf, der bereits im Jahr 1907 seinen Anfang nahm.

Laut der US-amerikanischen Zeitschrift Garden&Gun, deren Titel die Verbindung zum US-amerikanischen Süden gar nicht erst zu verstecken versucht, sollen Soldaten in diesem Jahr einen sogenannten „Coca-Cola Highball“ kreiert haben. Indem sie Whiskey in die gerade erst neu auf den Markt gebrachte Coca-Cola kippten, sollen die Soldaten laut dem Beobachter Dr. Keppler „wild und verrückt“ geworden sein.

Whiskey und Coca-Cola: Getränkemischung bereits vor mehr als 100 Jahren erfunden

Die Intention hinter dem Verzehr der Getränkemischung scheint sich seitdem nicht großartig verändert zu haben: Längst versuchen Partygäste auf der ganzen Welt durch den Konsum eines oder gleich mehrerer Gläser der süßen, hochprozentigen Mischung dem Abend eine extra Portion Spaß hinzuzufügen. Kritik kommt allerdings von jenen, die das populäre Getränk aufgrund der Dominanz des Cola-Geschmacks gegenüber der Whiskey-Aromen meiden.

In Deutschland hat sich die Mischung längst in der Partyszene etabliert: Laut einer splendid-research -Umfrage von 2019 stoßen hierzulande ganze 48 Prozent der Befragten unter anderem am liebsten mit Whiskey-Cola an. Geht es um die Markenbekanntheit, so steche Jack Daniel‘s alle anderen Whiskey-Marken deutlich aus.

Whiskey-Cola: Deutsche ziehen Jack Daniel‘s anderen Whiskey-Marken bei Mischungen vor

Dass Coca-Cola und Jack-Daniel‘s Eigentümer Brown-Forman angesichts dieser Zahlen nun die beiden Markennamen in die Dose und damit stärker in den Fokus bringen wollen, erscheint wenig überraschend. Das beliebte Mischgetränk gibt es zwar bereits als einen sogenannten „Pre-mixed coktail“ (zu deutsch: vorgemixter Cocktail) zu kaufen. Doch wie die Lebensmittelzeitung berichtet, sei die Dose bisher nur mit der Bezeichnung „perfectly mixed with cola“ gekennzeichnet.

Die beiden Getränkemarken bekennen sich mit dem geplanten Vertrieb „klar zu ihrer an den Theken dieser Welt entstandenen Verbindung.“ Brown-Forman-CEO Lawson Whiting zufolge wolle man den Verbrauchern durch die Kooperation „ein Geschmackserlebnis“ bieten, „das sie lieben, und zwar auf eine Weise, die konsistent, bequem und tragbar“ sei.

Coca-Cola und Jack Daniel‘s wollen eine neue Dosen-Mischung auf den Markt bringen.

Jack Daniel‘s und Coca-Cola planen Verkauf für Ende 2022 – Deutsche brauchen Geduld

Und auch Coca-Cola bekräftigte, man werde zukünftig beim Verkauf alkoholartiger Getränke auf drei Säulen setzen: Neben den „Hard Seltzers“, einem vor allem in den USA verbreiteten Getränk aus Wasser, Alkohol und einem Fruchtgeschmack und „Hard Alternatives“ wie beispielsweise Lemon-Dou, wolle man zukünftig auch auf die erwähnten Pre-mixed cocktails setzen.

Die Jack Daniel’s Cola-Dose, die auch in zuckerfreier Variante erscheinen wird, soll zunächst Ende des Jahres 2022 in Mexiko erhältlich sein. Wann das Getränk in deutsche Supermärkte und Discounter wie Aldi, Lidl und Edeka kommt, ist noch unklar.

Coca-Cola zeigt sich zuversichtlich, dass die etablierte Mischung bei deutschen Verbrauchern besser ankommt, als der vor zwei Jahren eingeführte „Topo Chico Hard Seltzer“. Dieser soll laut der Lebensmittelzeitung hierzulande kaum „auf wirklich große Liebe der Verbraucher gestoßen“ sein.

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