Getränkepreise

Streit über Preiserhöhung: Edeka erzwingt Lieferung von Coca-Cola vor Gericht

Coca-Cola muss seine Getränke weiter an Edeka liefern. Das hat der Supermarkt vor Gericht erzwungen. Neuer Streit ist aber schon in Sicht.

Hamburg – Das Landgericht Hamburg hat entschieden: Coca-Cola muss Edeka weiter mit ihren Getränkemarken beliefern. Seit Anfang September hatte Coca-Cola einen Lieferstopp gegen die Supermarktkette verhängt.

UnternehmenThe Coca-Cola Company und Edeka-Gruppe
KonfliktLieferbedingungen für Getränke
GerichtsbeschlussDonnerstag, 8. September, Landgericht Hamburg

Streit zwischen Coca-Cola und Edeka um Lieferkosten

Der Grund: Es gab Streit zwischen den beiden Unternehmen wegen Lieferkosten. Coca-Cola wollte seine Preise zum 1. September (erneut) erhöhen. Damit war Edeka nicht einverstanden.

Schon 2020 drohte ein Konflikt der beiden Konzerne wegen den Einkaufskonditionen zu eskalieren. Im November 2019 hatte Coca-Cola die Bruttopreise erhöht. Edeka wollte das boykottieren und empfahl seinen Filialen daraufhin, bestimmte Produkte von Coca-Cola nicht mehr zu bestellen.

Lieferstopp durch Coca-Cola: Regale in Edeka Supermärkten leerten sich

Diesmal war es genau andersherum: Coca-Cola setzte Edeka unter Druck, indem das Unternehmen seine Lieferungen stoppte. Das bedeutete kein Nachschub an Fanta, Cola, Sprite, Lift, Vio-Saftschorlen und vielem mehr für den Supermarkt.

Die Getränke gehören alle zur Coca-Cola-Company. Rund 120 Produkte von Coca-Cola bietet die deutsche Supermarktkette normalerweise an. Sie alle wurden die letzte Woche nicht geliefert.

Gericht urteilt gegen Coca-Cola: Edeka muss wieder beliefert werden

Doch die sich leerenden Regale werden erst einmal wieder aufgefüllt – zumindest bis Ende des Monats. Das Gericht hat beschlossen, dass der Lieferstopp von Coca-Cola nicht rechtens ist und eine einstweilige Verfügung erlassen. Edeka habe glaubhaft gemacht, dass die von Coca-Cola geforderte Preiserhöhung wahrscheinlich unangemessen sei.

120 Produkte von Coca-Cola stehen bei Edeka in den Regalen.

Der Konzern würde seine marktbeherrschende Stellung missbrauchen. Ein Sprecher von Edeka bezeichnete den Lieferstopp von Coca-Cola im Handelsblatt als „einseitigen Vertragsbruch“ (Mehr News zu Supermärkten bei RUHR24).

Lebensmittel werden in Deutschland immer teurer: Edeka will Kunden schützen

Allerdings ist noch nicht klar, ob das Urteil Bestand hat. Coca-Cola hat laut bild.de Widerspruch eingelegt und kann rechtlich weiter dagegen vorgehen. Das Unternehmen betont, dass die Preiserhöhung frühzeitig angekündigt worden sei und deutlich unter der aktuellen Nahrungsmittelinflation liege.

Lebensmittel waren in Deutschland im Juli 2022 um 14,8 Prozent teurer als vor einem Jahr. Damit sind sie den fünften Monat in Folge teurer geworden – das geht ins Geld. Edeka möchte Kunden und Kundinnen laut eigener Aussage möglichst wenig Preiserhöhungen zumuten.

Streit um Preise von Getränken zwischen Coca-Cola und Edeka geht weiter

Die Preise werden durch verschiedene globale Faktoren in die Höhe getrieben. Die Produktion von Lebensmitteln teurer geworden, weil die Kosten für Energie, Düngemittel und Futtermittel stark gestiegen sind. Dazu trägt auch der Krieg in der Ukraine bei. Außerdem sorgen Dürre und andere Klimaveränderungen für Ernteausfälle.

Vertriebschef Florian von Salzen sprach im August von einer Erhöhung „im höheren einstelligen Prozentbereich“. Die einstweilige Verfügung gilt nur bis zum 30. September. Das heißt, nur bis Ende des Monats muss Coca-Cola noch zu den günstigeren Preisen liefern. Der Streit könnte dann erneut Fahrt aufnehmen.

Rubriklistenbild: © Levine-Roberts/Michael Gstettenbauer/Imago

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