Kritik an Instagram-Alternative

Hat Clubhouse ein Datenschutzproblem?Verbraucherzentrale mahnt Trend-App ab

Clubhouse
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Die neue App Clubhouse hat einen regelrechten Hype ausgelöst.

Die neue Clubhouse-App hat erste Gegner. Verbraucherschützer gehen nun gegen den Hype vor.

NRW – Die Clubhouse-App ist vor allem für junge Nutzer aktuell die Neuentdeckung schlechthin. Dabei wird das Prinzip von Social Media-Anwendungen wie Instagram auf den Kopf gestellt. Doch nun gibt es Ärger für das Unternehmen.

OrganisationVerbraucherzentrale
Rechtsformeingetragener Verein
Gründung2000
HauptstandortBerlin
VorsitzKlaus Müller

Clubhouse-App: Warnung von Verbraucherzentrale – Instagram-Alternative in der Kritik

Die Nutzung von Clubhouse hat mehrere Reize für Mitglieder. Statt Likes für Urlaubsfotos zu verteilen, können User sich unter den Profilen Audio-Dateien ähnlich wie Podcasts anhören und zusätzlich miteinander diskutieren. Dazu kommt, dass die Clubhouse-App aktuell nur für exklusive Mitglieder mit einer Einladung nutzbar ist. Wer keine Einladung hat, kommt momentan nicht in den Genuss der Anwendung.

Und das ist nicht das einzige Problem bei dem Programm. Bislang soll es die App nur für iPhone-Besitzer geben. Die Android-Version ist noch in der Entwicklung. Doch Verbraucherschützer ärgern sich über etwas ganz anderes.

Kritik an Clubhouse gibt es vom Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) auf Twitter - inklusive einer Abmahnung. Denn es soll „gravierende rechtliche Mängel“ geben, wie Vorstand Klaus Müller schreibt. Dazu gehört, dass das Unternehmen aus Oakland in Kalifornien in Deutschland kein offizielles Impressum angegeben hat.

Große Mängel bei Clubhouse-App: Verbraucherzentrale warnt vor Nutzung

Und die Liste der Mängel geht noch weiter, weshalb Nutzer der App aufpassen sollten. Denn ein großes Manko soll der unzureichende und unklare Datenschutz sein. Die Verbraucherzentralen NRW und Bayern kritisieren online, dass Clubhouse Zugriff auf alle gespeicherten Kontakte im privaten Telefonbuch der Smartphone-Nutzer verlangt. Dies sei nach Ansicht der Betreiber notwendig, um die heiß begehrten Einladungen zu verschicken.

Erlauben Nutzer von Clubhouse diesen Zugriff, geben sie nach Informationen der Verbraucherzentrale die Daten der Anderen an ein Unternehmen weiter, welches die Informationen auf Servern in den USA speichert. Dadurch sei es möglich, dass sogenannte „Schattenprofile“ erstellt und für Werbezwecke genutzt werden. Das sei laut der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) allerdings nicht zulässig. Außerdem sind Englischkenntnisse notwendig, da es die Datenschutzerklärung, welcher die Nutzer zustimmen müssen, noch nicht auf Deutsch gibt.

Die Clubhouse-App erfreut sich zwar aktuell großer Beliebtheit, aber steht auch zunehmend in der Kritik

Zudem gibt es von der Verbraucherzentrale Kritik an der Funktion der Sprachaufnahmen. Im Gegensatz zu WhatsApp – die App ist ebenso umstritten wie die Alternative Signal – ist der Sinn von Clubhouse, dass die Aufnahmen öffentlich geteilt werden, damit so Diskussionen entstehen können. Was Nutzer der App allerdings vermutlich nicht wissen: Die Gespräche sollen auf Servern in den USA aufgezeichnet und ausgewertet werden.

Im Video: Andrang auf Clubhouse-App trotz Datenproblemen groß

Clubhouse-App: Verbraucherzentrale erteilt Abmahnung gegenüber Betreibern der Social Media-Plattform

Die Betreiber Alpha Exploration Co. begründen dies damit, dass sie durch das Abhören Beschwerden oder Rechtsverstößen nachgehen können. Dazu gehöre beispielsweise das sogenannte Cyber-Mobbing oder die Hate-Speech. Wird ein Clubhouse-Nutzer etwa übel beleidigt, könne so reagiert werden. Werde allerdings nichts Derartiges gemeldet, lösche das Unternehmen die Chats nach dem Schließen der App wieder. Trotzdem bleibt für die Verbraucherzentrale unklar, wer letztendlich Zugriff auf die Daten erhält.

Aufgrund der Kritikpunkte hat die Verbraucherzentrale den Betreibern der Clubhouse-App daher eine Abmahnung erteilt. Wie es in dem Fall weitergeht, bleibt abzuwarten. Nutzer der Anwendung sollten sich nach Ansicht der Verbraucherschützer allerdings überlegen, ob sie die Audio-Aufnahmen aus der App auch so im Radio veröffentlichen würden.

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