Hype um neue App

Hype um Clubhouse: Wie ihr an eine Einladung für die neue Trend-App gelangt

Seit Sonntag (17. Januar) mischt eine neue App die digitale Welt auf: Clubhouse. Doch was bringt die gehypte App überhaupt – und wie ergattert man eine Einladung?

Deutschland – Sie ist die bislang gehypteste Erfindung des neuen Jahres, der neuste „heiße Scheiss“ quasi: die App Clubhouse. Seit Sonntag (17. Januar) geistern Meldungen über die neue digitale Plattform in Deutschland durchs Netz – und am liebsten würde sich jeder selbst ein Bild davon machen, was hinter dem Hype steckt. Doch: Die Plattform ist nur für exklusive Mitglieder.

AppClubhouse
GründungMärz 2020
HauptstandortSan Francisco, USA
GründerPaul Davison und Rohan Seth

Clubhouse: Neue App sorgt für Hype in Deutschland – was dahinter steckt

„Ich habe mir mal die neue App Clubhouse heruntergeladen“, so oder so ähnlich rührten bekannte deutsche Influencer am Sonntag (17. Januar) unter ihren Followern die Werbetrommel für die neue Anwendung Clubhouse. Und schnell wurde klar: Aufgepasst Whatsapp, Instagram, Facebook und Co. – ein neuer Sheriff ist in der Stadt.

In den USA gibt es die App aus dem Silicon Valley schon länger – mit großem Erfolg – und auch in Deutschland wurde Clubhouse nach nur einem Tag zum Hype: Am heutigen Montag (18. Januar) landete die Anwendung im App-Store von Apple bereits auf Platz zwei der am häufigsten heruntergeladenen Gratis-Anwendungen und überholte damit sogar den Messenger-Dienst Telegram. Doch was macht die neue App so erfolgreich?

Clubhouse App: Neue Räume für Gespräche, Diskussionen und Live-Vorträge

Bei Clubhouse handelt es sich zunächst einmal um eine Social-Audio-App, die aus virtuellen Räumen besteht, in denen sich Menschen miteinander austauschen können. Die Räume können von den Usern selbst eröffnet werden und dienen als Plattform für Diskussionen oder Live-Vorträge. Die Gesprächsrunden lassen sich sogar wie Sendungen vorplanen.

Anders als bei Instagram oder Facebook gibt es bei Clubhouse jedoch ausschließlich Ton-Aufnahmen* – keine Fotos, keine Videos und vor allem: keine Likes.

Der Stern beschreibt die neue App deshalb als „Mischung aus Live-Podcast und Diskussion“, der WDR nennt Clubhouse „eine Art Twitch für Audioinhalte, eine öffentliche und soziale Telefonkonferenz“ (mehr digitale News auf RUHR24.de).

Clubhouse: Zugang nur mit Einladung – wie man an den begehrten Invite Code kommt

Klingt im ersten Moment nicht schlecht: Eine App, die zu Diskussionen und Gesprächen anregen will und zudem noch Networking und die Weiterbildung fördert. Doch ganz so rosig, wie es scheint, ist Clubhouse nicht. Denn: Die App arbeitet mit einem künstlichen Verknappungs-System – einem alten Marketing-Trick, um noch attraktiver für Nutzer zu werden.

Im Fall von Clubhouse zeigt sich das wie folgt: Die App ist derzeit exklusiv nur für IPhone-Nutzer verfügbar und funktioniert zusätzlich nur mit Einladungs-Prinzip. Das bedeutet: Nur wer in der Social-Media-Branche einen Namen hat, oder jemanden kennt, der ein Clubhouse-Mitglied ist, bekommt einen sogenannten „Invite Code“* und kann der App beitreten.

In den USA hat sich dieses Sytem als Erfolgskonzept bewährt – doch es sorgt auch für massive Kritik. Denn: Durch das exklusive Einladungs-Prinzip und die ausschließliche Verfügbarkeit auf IPhones werden bestimmte Bevölkerungsgruppen konsequent ausgeschlossen.

App Clubhouse: Einladungen werden für 50 Euro bei Ebay Kleinanzeigen gehandelt

Für die Zukunft gibt es laut der Gründer Paul Davison und Rohan Seth zwar Pläne, die App auch für Android-Nutzer zu öffnen und die Einladungen abzuschaffen, wann genau das so weit sein wird, könne aber noch nicht gesagt werden. Dafür funktioniert das Exklusivitäts-Prinzip derzeit auch noch zu gut.

Ein Beispiel: Wie bild.de berichtet, seien am Sonntag (17. Januar) bereits Clubhouse-Invites für 50 Euro bei Ebay-Kleinanzeigen angeboten worden.

Clubhouse: App sorgt wegen Datenschutz für Kritik – Adressbuch muss zur Verfügung gestellt werden

Die künstliche Verknappung der Zugänge ist aber nicht die einzige Problematik: Wie der WDR berichtet, ist auch das Kleingedruckte von Clubhouse kritisch. Denn: Die App ist zwar kostenlos, doch wie immer bezahlt man in der digitalen Welt mit Daten. Im Falle von Clubhouse sind das jedoch sehr heikle Daten.

Denn: Wer eine andere Person zu Clubhouse einladen möchte, muss der App dafür zunächst den Zugriff auf sein Adressbuch gestatten - der App würden dann nicht nur Daten der Menschen, die die App nutzen oder die eingeladen werden, zur Verfügung stehen, sondern auch von deren Umfeld. Clubhouse hätte so also Zugriff auf Daten von Menschen*, die die App überhaupt nicht nutzen, berichtet auch wa.de.

Die neue App Clubhouse möchte beim Versenden von Einladungen Zugriff auf das gesamte Adressbuch eines Mitglieds bekommen.

Ebenfalls in der Kritik steht, dass sämtliche Gesprächsrunden mitgeschnitten werden. Clubhouse rechtfertigt dies jedoch damit, um Verstöße gegen die Community Guidelines registrieren zu können.

Clubhouse: Stars wie Caro Daur und Joko Winterscheidt nutzen die App in Deutschland

Warum die App dennoch so erfolgreich ist? Zahlreiche Stars und Influencer sind App-Nutzer der ersten Stunde. In den USA wird die App beispielsweise von Talkmaster-Legende Oprah Winfrey (66) oder Sänger Drake (34) beworben. In Deutschland sind Bloggerin Caro Daur (25) pder Moderator Joko Winterscheidt (42) bereits Fans.

So entsteht bei vielen Menschen der Wunsch, schnellstmöglich auch Teil dieser exklusiven Gemeinschaft, der „coolen Kids“, zu werden und mitreden zu können. Ein altbekannter Trick, der einfacher nicht sein könnte. *HNA, tz und wa sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Christoph Dernbach/dpa

Mehr zum Thema