Rückruf-Welle

Getränke-Rückruf: Kunden erkennen betroffene Produkte an Merkmal

Seit Monaten kommt es in Deutschland immer wieder zu Rückrufen von Lebensmitteln, die mit einem verbotenen Pestizid belastet sind. Jetzt trifft es eine bekannte Saft-Marke.

Deutschland – Nächster Ethylenoxid-Rückruf: Die Haus Rabenhorst O. Lauffs GmbH warnt aktuell vor gleich mehreren ihrer Säfte. Darunter auch der Saft-Klassiker des Herstellers – der „Rotbäckchen-Saft“. Das Produkt mit dem berühmten Kind mit den roten Bäckchen wird bereits seit 1952 vertrieben und zählt zu den bekanntesten Säften.

Haus Rabenhorst O. Lauffs GmbH & Co. KGdeutsches Unternehmen
SitzUnkel, Rheinland-Pfalz
BrancheGetränke

Saft-Rückruf: Getränke der Marke Rabenhorst mit 2-Chlorethanol belastet

Wie der Hersteller in seinem Rückruf über das Portal lebensmittelwarnungen.de des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mitteilt, wurde in der Zutat Curryblattextrakt, die die betroffenen Säfte enthalten, 2-Chlorethanol nachgewiesen.

Bei dem Stoff handelt es sich um ein Abbauprodukt von Ethylenoxid – einem Pestizid, das wegen seiner gesundheitsschädigenden Wirkung in der EU bereits seit 1981 verboten ist.

Rückruf in Deutschland: Diese Rabenhorst-Säfte sind von der Warnung betroffen

Die Substanz, die ebenfalls im Verdacht steht, krebserregend zu sein, wurde zuletzt in vielen Produkten nachgewiesen. So kam es auch zu einem Rückruf von Nudeln oder zu einem Verkaufsstopp von Nahrungsergänzungsmitteln.

Rückruf von Saft in Deutschland: Diese Produkte sind betroffen

Die folgenden Rabenhorst-Säfte sind von dem Rückruf betroffen:

  • Rabenhorst Wohlfühlen mit Eisen Bio
    Inhalt: 750 Milliliter
    Mindesthaltbarkeitsdatum: 13.07.23
  • Rabenhorst Roter Rabenhorster Bio
    Inhalt: 750 Milliliter
    Mindesthaltbarkeitsdatum 12.07.23
  • Rotbäckchern Klassik Bio
    Inhalt: 125 Milliliter und 750 Milliliter
    Mindesthaltbarkeitsdatum 12.07.23
  • Rotbäckchen das Original Bio
    Inhalt: 125 Milliliter und 750 Milliliter
    Mindesthaltbarkeitsdatum: 22.10.23
  • Rotbäckchen Lernstark Bio
    Inhalt: 125 Milliliter
    Mindesthaltbarkeitsdatum: 03.09.23 und 27.10.23
Werden zurückgerufen: Verschiedene Rabenhorst-Säfte

Rückruf von fünf Säften: Hersteller äußert sich

Der Hersteller gibt in seinem Rückruf an, dass lediglich die Bio-Produkte betroffen seien. In der Mitteilung heißt es dazu:

Haus Rabenhorst weist darauf hin, dass ausschließlich die genannten BIO-Produkte mit der Zutat „Curryblattextrakt“ betroffen sind. Konventionelle Produkte mit gleichem Namen sind nicht betroffen. Diese erkennen Sie am fehlenden sechseckigen BIO-Siegel und der Zutat Eisen(II)gluconat anstelle von „Curryblattextrakt“. 

 Haus Rabenhorst O. Lauffs GmbH

Rückruf von Rabenhorst-Säften: Das müssen Kunden jetzt wissen

Kunden, die von dem Rückruf betroffen sind, können die Säfte in den Einkaufsstätten zurückgeben. Der Kaufpreis wird wie bei Rückrufen üblich auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet. Weitergehende Fragen beantwortet der Kundenservice des Unternehmens. Die E-Mail-Adresse lautet: warenrueckruf@rabenhorst.de

Saft-Rückruf wegen Abbauprodukt von Ethylenoxid – Substanz gilt als gesundheitsschädlich

Ethylenoxid sorgt bereits seit Herbst 2020 immer wieder für Rückrufe in Deutschland. Bei dem Stoff handelt es sich um ein hochentzündliches, giftiges Gas. Hierzulande wird es zur Desinfektion von beispielsweise medizinischen Geräten eingesetzt.

In Ländern außerhalb der EU wird die giftige Substanz auch als Pestizid verwendet, denn sie tötet Pilze und Bakterien ab. Dieser Einsatz wurde EU-weit bereits vor Jahren verboten. Der Grund: Ethylenoxid gilt als krebserregend und erbgutschädigend.

Der Verzehr von mit den Substanzen verunreinigten Lebensmitteln führt dabei nicht zu akuten Symptomen. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) können sie aber bei langfristiger Aufnahme schädlich sein.

Warnung wegen Ethylenoxid und 2-Chlorethanol – Rückruf-Welle geht weiter

Bei seinem Abbauprodukt 2-Chlorethanol sei die Datenlage weniger eindeutig, erklärt das Bundesinstitut. Eine krebserzeugende Wirkung könne auch hier nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Außerdem gäbe es aus Tierstudien Hinweise darauf, dass die Substanz erbgutverändernd wirkt.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa, Collage: RUHR24

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