Überraschendes Ergebnis

Stiftung Warentest wählt Kartoffel-Chips unbekannter Marke zum Testsieger

Beim großen Chips-Test der Stiftung Warentest können nur wenig Produkte überzeugen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich.

Dortmund – Salzig, würzig oder besonders scharf: Chips sind eines der beliebtesten Knabberwaren für einen Fernsehabend auf dem Sofa. Die Stiftung Warentest hat jetzt rund 25 Kartoffelchips näher unter die Lupe genommen, darunter Produkte von Lidl, Rewe und weiteren Marken. Das Ergebnis ist ernüchternd, denn bekannte Chips-Marken können die Tester nicht überzeugen.

VerbraucherorganisationStiftung Warentest
Gründung1964, Berlin
Anzahl der Mitarbeiter374 Mitarbeiter (Stand: 2021)

Chips von Crunchips, Chio und Pringles im Test: Testsieger ist nur in einer Stadt erhältlich

Hat man einmal in die Chipstüte reingegriffen, kann man oft gar nicht mehr damit aufhören. Für alle Chipsfans könnte das Testergebnis der Verbraucherorganisation enttäuschend sein, denn einige Chips enthalten zu viele Schadstoffe und können zudem auch geschmacklich nicht glänzen. Der Testsieger ist eine noch relativ unbekannte Marke.

Die „Krosse Kerle“-Chips in der Geschmacksrichtung Tomate und Paprika von Heimart können in den meisten Kategorien überzeugen. Dabei gibt es die Chips aktuell weder flächendeckend in Supermärkten noch in Discountern zu kaufen. Nur ausgewählte Märkte im Raum Bremen verkaufen den gekürten Testsieger, darunter auch Filialen von Edeka und Rewe. Allerdings sind die „Krossen Kerle“ auch online erhältlich zum Beispiel über den Lieferdienst Flink.

Aber was macht die Chips der Marke Heimart zum großen Gewinner im Chips-Test? Die „Krossen Kerle“ haben insbesondere in den Punkten Geschmack, Optik und Mundgefühl glänzen können und dort mit der Bestnote abgeschnitten. Die Stiftung Warentest beschreibt sie als „aromatisch, vielfältig gewürzt und super knusp­rig“.

Chips von Crunchips, Chio und Pringles im Test: Schadstoffgehalt teilweise über dem Grenzwert

Allerdings schneiden in einer Testkategorie gleich alle der getesteten Chips schlecht ab, darunter auch Produkte von Chio, Lay‘s, Funny-Frisch oder Pringles. Denn jedes Produkt enthält Schadstoffe wie Acryl­amid und Glykoalkaloide.

Erstere entstehen beim Erhitzen der Kartoffeln bei über 120 Grad. Laut Verbraucherorganisation werden sie als krebserregend und gesundheitsschädigend eingestuft (mehr Testberichte bei RUHR24).

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Glykoalkaloide stammen aus der Knolle selbst und können Übelkeit und Erbrechen auslösen. Das Frittieren erhöht den Gehalt des Schadstoffs in den Chips. Die gesundheitlichen Folgen sind jedoch nur bei der Überschreitung der Grenzwerte und einem übermäßigen Verzehr der Chips zu erwarten. Einige Produkte fallen mit erhöhten Werten auf. Das ausführliche Testergebnis lässt sich im Testbericht der Stiftung Warentest nachlesen.

Pringles landen im Chips-Test auf dem letzten Platz: Schadstoff-Wert „sehr hoch“

Die beliebten Chips von Pringles können die Tester ganz und gar nicht überzeugen. Grund dafür sind unter anderem enthaltene Mineralölrückstände. Pringles wiesen laut Testern einen „sehr hohen“ Gehalt dieser Schadstoffe auf. Sie können sich im Körper anreichern und stammen häufig aus Schmieröl der Produktions­anlagen.

Pringles fallen im Chips-Test durch.

Neben Pringles zählen auch Bio- und Markenchips wie Trafo, Kettle, Denns, und Rob‘s zu den Verlierern des Tests.

Das aus Kartoffelscheiben bestehende Knabberzeug wurde von den Experten der Stiftung Warentest genauestens getestet und verglichen. Dabei wurde vor allem auf den Geschmack, das Aussehen und das Mundgefühl beim Kauen geachtet. Die Inhaltsstoffe sowie die Verpackung zogen ebenfalls in die Gesamtbewertung ein. Zuletzt wurden auch FFP2-Masken von der Stiftung Warentest getestet.

Chips von Crunchips, Chio und Pringles im Test: Welche Chips sind empfehlenswert?

Neben dem Testsieger „Krosse Kerle“ können die „Crunchips“ von Lorenz ebenfalls überzeugen. Als einziges Testprodukt schneiden sie in allen Kategorien mit der Note „sehr gut“ oder „gut“ ab. Geschmacklich erhalten nur wenige Chips die Note „sehr gut“. Letztlich entscheidet der Käufer selbst, welche Knabberware ihm am besten schmeckt.

Viele der getesteten Chips können aber grundsätzlich vor allem in einem Punkt glänzen: die mikrobiologische Qualität. Dieses Ergebnis zeugt von einer sauberen und gewissenhaften Produktion.

Die Pom-Bären von Funny-Frisch, die Stapelchips von der Edeka-Eigenmarke „Gut & Günstig“ und der Rewe-Marke „Ja“ können ebenfalls gute Noten einheimsen. Mit einem Preis von unter 50 Cent pro 100 Gramm sind die Aldi Sun Snacks Chips im Paprika Style die günstigsten Chips.

Rubriklistenbild: © Becker&Bredel/Imago

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