Verbraucherzentrale NRW deckt auf

Chips im Test: Kartoffel oder Gemüse – welche Sorte gesünder ist

Gemüsechips und Chips aus Hülsenfrüchten machen oft den Eindruck gesünder zu sein, aber das täuscht.
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Gemüsechips und Chips aus Hülsenfrüchten machen oft den Eindruck gesünder zu sein, aber das täuscht.

Sind Chips aus Gemüse oder Hülsefrüchten gesünder als Kartoffelchips? Zumindest werben sie mit weniger Fett und Protein. Was dahinter steckt.

  • Beim Serienmarathon dürfen sie nicht fehlen: Chips! Aber gesund geht anders.
  • Chips aus Gemüse und Hülsenfrüchten verkaufen oft ein gesundes Image.
  • Aber was ist dran? Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat den Test gemacht.

Dortmund – Neben den schnöden und fettigen Chips aus langweiligen Kartoffeln sehen Gemüsechips oder Chips aus Linsen oder Kichererbsen aus wie eine Wohltat für die Gesundheit und die Figur. Entsprechend werben sie auch damit, weniger Fett zu beinhalten. Aber wie gesund sind die Snack-Alternativen wirklich?

Snack

Kartoffelchips

Kalorien pro 100 Gramm

536

Fett pro 100 Gramm

35 Gramm

Kohlenhydrate pro 100 Gramm

53 Gramm

Chips im Test: Chips aus Gemüse oder Hülsenfrüchten haben ein gesünderes Image

Wenn wir eins in der Ernährung gelernt haben, dann doch wohl, dass bunt gesund ist. Auf dem Teller sollten möglichst immer viele Farben landen, dann wird der Körper optimal mit Vitaminen versorgt. Aber gilt das auch für die Chipstüte?

Immerhin kommen Gemüsechips ziemlich farbenprächtig daher. Sie bestehen oft aus Süßkartoffeln, Pastinaken, Roter Bete und Karotten. Auch andere Snacks, die aus Hülsenfrüchten bestehen, machen den Anschein irgendwie gesünder zu sein. Doch Vorsicht, bei diesen Snacks sollte nicht achtlos in die Tüte gegriffen werden. Die Verbraucherzentrale NRW hat den Test gemacht.

Chips-Test: Verbraucherzentrale macht ernüchternde Erkenntnis

Die Verbraucherschützer kennen den Mythos, dass Gemüsechips oder welche aus Hülsenfrüchten gesünder sein sollen. Daher haben sie die Snacks auf Kalorien-, Fett- und Salzgehalt untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd. Nur wenige Produkte bieten eine wirkliche Kalorienersparnis

Besonders Snacks aus Hülsenfrüchten wie Kichererbsen fallen mit ihrem erhöhten Salzgehalt auf. Chips aus Gemüse beinhalten teilweise sogar mehr Fett als das Original aus Kartoffeln. Dafür hat die Verbraucherzentrale 80 frittierte, gebackene und gepuffte Snacks untersucht.

Chips-Test: Weniger Fett – trotzdem viele Kalorien

Steht weniger Fett auf der Verpackung, dann ist auch weniger Fett drin. Darauf können Verbraucher sich verlassen. Allerdings hat das nicht immer eine ausschlaggebende Auswirkung auf die Kalorien eines Produkts. Wer also sein Gewicht reduzieren möchte, sollte zweimal auf die Knabber-Packungen schauen.

Chips aus Hülsenfrüchten hatten im Schnitt 439 Kilokalorien auf 100 Gramm. Kartoffelchips bringen es auf 536 Kalorien. Damit spart man bei den Chips aus Hülsenfrüchten lediglich 18 Prozent an Kalorien

Noch übler sieht es bei Gemüsechips aus. Sie bringen im Schnitt 496 Kilokalorien pro 100 Gramm Knabberspaß mit, das sind sieben Prozent weniger als bei herkömmlichen Kartoffelchips. Hier sei laut Verbraucherzentrale besonders der hohe Fettgehalt auffällig, welcher teilweise über dem der Kartoffelchips lag.

Sie sind der Klassiker: Kartoffelchips. Aber gesund geht anders. Chips aus Gemüse und Hülsenfrüchten verkaufen oft ein gesundes Image. 

Chips im Test der Verbraucherzentrale: Zu viel Salz kann schädlich sein

Besonders kritisch ist der Salzgehalt der Produkte zu betrachten. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten Menschen am Tag nicht mehr als sechs Gramm Salz zu sich nehmen. Wer mehr isst, läuft Gefahr an Bluthochdruck zu erkranken. 

Sich daranzuhalten ist nicht immer leicht, die Mehrheit der Deutschen konsumiert zu viel Salz. Was unter anderem auch daran liegt, dass verarbeitete Produkte ordentlich gesalzen sind. So auch die Chips aus Hülsenfrüchten.

Sie sind bei der Verbraucherzentrale mit einem besonders hohen Salzgehalt negativ aufgefallen. Sie enthalten oft 50 Prozent mehr Salz als herkömmliche Kartoffelchips. So sind in einer Portion Chips aus Hülsenfrüchten (60 Gramm) satte 1,5 Gramm Salz enthalten – das entspricht einem Viertel der empfohlenen Tagesration.

Gesund snacken geht anders – nicht aus der Tüte

Zwar bereichern die neuen Snacks den Fernsehabend auf dem Sofa, aber eine wirklich gesunde Alternative können sie nicht darstellen, auch wenn sie mit Proteinen und weniger Fett werben. Das zeigt am Ende auch das Ergebnis auf der Waage. 

Wer wirklich eine gesunde Snack-Alternative für den Serienmarathon braucht, sollte zu rohem Gemüse wie Paprika, Gurke oder Möhren greifen. Ein fettarmer Dip dazu und fertig ist der Knabberspaß (mehr Service-Nachrichten bei RUHR24.de). 

Video: Leckere Gemüsechips zubereiten – so geht's

Wem das allerdings nicht ausreicht, kann Chips aus Kartoffeln oder anderen Gemüsesorten ganz einfach zu Hause selbst machen. Bei dieser Variante haben Verbraucher es selber in der Hand wie viel Fett und Salz am Ende in den Chips stecken werden.

Für Gemüsechips eignen sich Süßkartoffeln, Rote Bete, Möhren, Pastinaken, Wirsing oder Zucchini. So werden sie zubereitet:

  • Gemüse waschen, schälen und in hauchdünne Scheiben schneiden.
  • Olivenöl mit Gewürzen nach Wahl mischen. Etwas Salz und Pfeffer schmecken auch immer gut.
  • Die Gemüsescheiben mit dem Öl marinieren und anschließend auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech auslegen.
  • Bei 150 bis 180 Grad Umluft für ungefähr 30-50 Minuten knusprig backen. Zwischendurch wenden.
  • Die Verbraucherzentrale rät, damit die Feuchtigkeit entweichen kann, sollte alle fünf Minuten die Backofentür geöffnet werden.