Warnung vor Snack

Krebserregender und erbgutschädigender Stoff in Chips – Bundesamt warnt

Chips gelten ohnehin nicht als gesund. Jetzt schlägt allerdings ein Bundesamt wegen erbgutschädigender Stoffe in den Snacks Alarm.

Dortmund – Wer gerne Chips, Flips oder gesalzene Nüsse snackt, weiß wahrscheinlich: Es gibt gesündere Lebensmittel, die man zu sich nehmen könnte. Dass die Snacks auch krebserregend sein könnten, haben die meisten dabei wohl gar nicht im Sinn. Doch genau davor warnt nun ein Bundesamt.

Chips ungesünder als gedacht: Warnung vor krebserregendem Inhalt

Denn in Chips steckt in der Regel Acrylamid, das laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) „Erbgut veränderndes und Krebs erzeugendes Potenzial hat“. In Deutschland gibt es sogenannte Signalwerte für Acrylamid, die bereits 2002 für Kartoffelchips, Pommes und Mürbekekse gesenkt wurden – sie dürfen in den Produkten nicht überschritten werden.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weist jetzt allerdings auf Chips-Sorten hin, bei denen das Risiko, viel Acrylamid aufzunehmen, besonders hoch ist.

Was ist Acrylamid?

Acrylamid bildet sich in Lebensmitteln mit vielen Kohlenhydraten, die wiederum bei hohen Temperaturen verarbeitet werden. Acrylamid ist ein Produkt der sogenannten Maillard-Reaktion zwischen bestimmten Aminosäuren und reduzierenden Zuckern wie Glukose und Fruktose.

Hierbei handelt es sich im Grunde um eine Bräunung, dessen Produkte für den Geruch oder Geschmack des Lebensmittels wichtig sein können. Es wird allerdings empfohlen, die Konzentration in Lebensmitteln so weit wie möglich zu senken. Quelle: BfR

Warnung vor Chips: Eine Sorte kann laut Bundesamt besonders ungesund sein

Bereits 2021 hat das BVL noch einmal Gemüse-Chips auf Acrylamid untersucht – und ist fündig geworden. „Mehr als die Hälfte der 77 untersuchten Gemüsechips-Proben (51,9 %) überschritt zum Teil deutlich den von Kartoffelchips abgeleiteten Richtwert von 750 µg/kg“, so das BVL.

Und das, obwohl bei Verbrauchern schnell der Eindruck stehen könnte, die bunten Gemüsechips seien sogar gesünder als die klassischen Kartoffel-Sorten. Auch Feldsalat ist laut dem BfR nicht so gesund wie gedacht.

Woran das liegt, wollen die Experten auch schon herausgefunden haben. So seien die Gemüse-Sorten, die für die Chips benutzt wurden, im Gegensatz zu Kartoffeln vergleichsweise „süß“.

Häufig sind in die Chips-Mischungen Süßkartoffeln, Karotten und Pastinaken zu finden. Weil diese schon von Natur aus einen hohen Anteil an reduziertem Zucker haben, kann möglicherweise mehr Acrylamid entstehen.

Gefährliche Inhaltsstoffe in Chips: Bundesamt warnt vor „gesunder“ Variante

Doch die mögliche Gefahr in den Gemüse-Chips wurde nicht völlig neu entdeckt: So hat das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) in den Jahren 2016 bis 20220 jährlich auffällige Werte festgestellt.

Untersuchungen wie diese geben für Verbraucher Aufschluss darüber, dass die vermeintlich gesündere Variante nicht immer die bessere Wahl ist, so schildert es auch das Laves. Hinzu käme noch, dass die Gemüse-Snacks trotzdem viel Salz und Fett enthalten.

Chips sind wohl noch ungesünder als gedacht.

Aber wie sollten Verbraucher mit der Warnung vor Acrylamid umgehen? Am besten ist es, so wenig wie möglich davon zu essen. „Die Aufnahmemenge sollte so gering wie möglich sein“, bestätigt auch Dr. Georg Schreiber, Leiter der Abteilung Lebensmittelsicherheit im BVL. Eine Möglichkeit sei auch, Gemüse-Chips einfach selbst zu machen.

Rubriklistenbild: © Waldmüller/Imago

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