Hype um Hanf

Vorsicht bei CBD! Experten warnen vor ungewollten Nebenwirkungen

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Verbraucherzentrale warnt vor CBD-Produkten

CBD boomt: Der Hanf-Wirkstoff liegt derzeit voll im Trend. Doch Experten warnen jetzt vor unerwünschten Nebenwirkungen.

  • CBD ist in vielen Produkten zu finden und ist derzeit frei verkäuflich.
  • Das kritisiert die Verbraucherzentrale - CBD-Produkte seien illegal.
  • Die Verbraucherzentrale warnt vor ungewollten Nebenwirkungen.

Düsseldorf - Lebensmittel oder Öle mit dem Hanf-Wirkstoff Cannabidiol (CBD) sind aktuell sehr beliebt. So beliebt, dass es sogar Shops gibt, die sich auf diesen Wirkstoff spezialisiert haben. Sie verkaufen Öle, Tees oder Blüten, die geraucht werden können. Aber auch Supermärkte und Drogerien verkaufen den Stoff CBD in verschiedensten Variationen. Die Verbraucherzentrale rät allerdings zur Vorsicht.

Verbraucherzentrale warnt: CBD ist illegal!

Tees und Öle sollen Ruhe und Entspannung bringen, bei Frauen sollen sie gegen Menstruationsbeschwerden wirken. Außerdem soll der Wirkstoff CBD sogar gegen Schlafstörungen oder Depressionen wirken.

Wie die Verbraucherzentrale mitteilt, können die Produkte aber gesundheitlich beeinträchtigende Mengen des psychoaktiven Stoffes Tetrahydrocannabinol (THC) enthalten. Eigentlich zu finden in illegalem Marihuana. Daher ist die Verbraucherzentrale auch der Meinung, dass CBD-Produkte illegal im Handel seien. 

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ist der Meinung, dass Anbieter für ihre CBD-Produkte entweder einen Antrag auf Zulassung eines Arzneimittels oder einen Antrag auf Zulassung als neuartiges Lebensmittel ("Novel Food") stellen müssten, bevor sie die Produkte auf den Markt, zum Beispiel in die Drogerien, bringen. Das passiert derzeit aber nicht.

Verbraucherzentrale: CBD kann ungewollte Nebenwirkungen haben

Laut Verbraucherzentrale liegen Zulassungen als "Novel Food" noch nicht vor. Somit dürften die Produkte gar nicht im Handel verkauft werden. Obwohl CBD im Gegensatz zu THC gar keine berauschende Wirkung hätte, müssten Nutzer mit Nebenwirkungen rechen.

Die Verbraucherzentrale betont, das CBD-haltige Produkte unerwünschte Wirkungen hätten und warnt vor dem Verzehr. Einige Nebenwirkungen seien Schläfrigkeit und Benommenheit oder auch das Gegenteil: Schlaflosigkeit, Schlafstörungen und innere Unruhe. Außerdem seien Fragen zu Dosierung der Öle oder Tees nicht weitreichend geklärt. Eine deutliche Warnung sprachen an anderer Stelle Apotheker gegen ein gängiges Medikament aus, welches Babys bei Schnupfen Linderung verschaffen soll. Es könnte zu gefährlichen Nebenwirkungen kommen.

Verbraucherzentrale kritisiert Vorgehen der Behörden

Die Verbraucherzentrale CBD-Produkten ab. Die gemeinnützige Organisation beklagt außerdem das Vorgehen der zuständigen Behörden.

Übrigens: Das Arzneimittelunternehmen Puren Pharma ruft aktuell Medikamente zurück. Unter anderem auch Ibuprofen. Kunden sind gewarnt. 

Dadurch, dass die einzelnen Bundesländer für die Zulassung zuständig sind, würde der Prozess der Prüfung der Produkte unnötig verkompliziert und in die Länge gezogen werden.

Video: dm nimmt diese Produkte aus dem Handel

Besonders Kinder und Jugendliche sollten laut Verbraucherzentrale geschützt werden. Denn auch Schokolade, Gummibärchen oder Bonbons seien mit den Hanf-Zutaten versehen. Zudem seien Begriffe wie "high", "berauschend" oder "Achtung Suchtgefahr" eine gefährliche Verharmlosung von Cannabis

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