Noch in diesem Sommer

Neuer Bußgeldkatalog 2021: Manche Strafen für Autofahrer verdoppeln sich

Zu schnell gefahren oder falsch geparkt? Für Autofahrer, die sich nicht an die Regeln halten, wird es bald teuer. Denn der neue Bußgeldkatalog wurde beschlossen.

NRW – Bald kann es für Autofahrer teurer werden, wenn man beim zu schnell Fahren erwischt wird. Denn Bund und Länder einigten sich am Freitag (16. April) auf einen neuen Bußgeldkatalog, der es ganz schön in sich hat.

Neuer Bußgeldkatalog beschlossen: Rechtswidrigkeiten im Straßenverkehr werden teuer

Nach mehreren Monaten hin und her konnten sich die Regierungen nun endlich auf neue Bußgelder im Straßenverkehr einigen. Besonders zu schnelles Fahren wird die Bürger demnächst mehr kosten als bisher. Jedoch ist die diskutierte Regelung, mehr Fahrverbote auszuhängen, vom Tisch.

Viele Strafen verdoppeln sich im Gegensatz zum alten Bußgeldkatalog. Und so werden die neuen Bußgelder im Straßenverkehr innerorts bald aussehen:

  • Innerorts bis zu 10 km/h zu schnell: 30 Euro statt bisher 15 Euro
  • Innerorts 11 bis 15 km/h zu schnell: 50 Euro statt bisher 25 Euro
  • Innerorts 16 bis 20 km/h zu schnell: 70 Euro statt bisher 35 Euro
  • Innerorts 21 bis 25 km/h zu schnell: 115 Euro statt bisher 80 Euro
  • Innerorts 26 bis 30 km/h zu schnell: 180 Euro statt bisher 100 Euro
  • Innerorts 31 bis 40 km/h zu schnell: 260 Euro statt bisher 160 Euro
  • Innerorts 41 bis 50 km/h zu schnell: 400 Euro statt bisher 200 Euro
  • Innerorts über 70 km/h zu schnell: 800 Euro statt bisher 680 Euro

Neue Bußgelder für Autofahrer: So teuer wird zu schnell Fahren außerorts

Außerorts geblitzt zu werden, ist für Autofahrer dagegen günstiger. Dennoch verdoppeln sich auch hier die (meisten) Beträge:

  • Außerorts bis zu 10 km/h zu schnell: 20 Euro statt bisher 10 Euro
  • Außerorts 11 bis 15 km/h zu schnell: 40 Euro statt bisher 20 Euro
  • Außerorts 16 bis 20 km/h zu schnell: 60 Euro statt bisher 30 Euro
  • ...
  • Außerorts über 70 km/h zu schnell: 700 Euro statt bisher 600 Euro

Neue Bußgelder für Autofahrer: So teuer wird es falsch zu parken oder keine Rettungsgasse zu bilden

Aber nicht nur wer zu schnell fährt, wird künftig härter bestraft als bisher. Auch das nicht bilden einer Rettungsgasse wird stärker geahndet. Dies wurde bisher nicht im Busgeldkatalog aufgeführt und nicht bestraft. Künftig könnte es für Autofahrer allerdings böse enden, wenn keine Rettungsgasse gebildet wird. Und auch Falschparker müssen mit hohen Bußgeldern rechnen, wie 24hamburg* berichtet.

  • Keine Rettungsgasse bilden: 200 bis 320 Euro und einen Monat Fahrverbot
  • Parken im Park-/Halteverbot: Bis zu 55 Euro statt bisher 15 Euro
  • Unberechtigtes Parken auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz: 55 Euro statt bisher 35 Euro
  • Unberechtigtes Parken vor einer amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt oder Behinderung eines Rettungsfahrzeugs: 100 Euro Bußgeld
  • Unberechtigtes Parken auf einem Parkplatz für elektrisch betriebene Fahrzeuge und Carsharing-Fahrzeuge: 55 Euro Bußgeld (neu im Bußgeldkatalog)
  • Unberechtigte Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge: 100 Euro statt bisher 25 Euro
  • Posing mit Autos (Verursachen von unnötigem Lärm, einer vermeidbaren Abgasbelästigung und dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren): 100 Euro statt bisher 20 Euro

Laut tz* sollen die neuen Bußgeld-Regelungen bis Ende des Sommers 2021, also noch vor der Bundestagswahl im September, in Kraft treten.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) freut sich: Neuer Bußgeldkatalog nach langer Diskussion

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) freut sich über die Einigung und bezeichnete sie als „Riesendurchbruch“, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. Denn die Diskussionen um den neuen Bußgeldkatalog im Straßenverkehr wurden schon seit Februar 2020 geführt. Grund dafür waren die für Anfang 2020 neu eingeführten Regelungen, die wegen eines Formfehlers wieder zurückgezogen wurden. *tz und 24hamburg sind ein Angebot des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

Mit dpa-Material

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa