Tempolimit-Verstöße

Bußgelder im Ausland für deutsche Autofahrer: Drei Länder ziehen drastisch an

Wer im Ausland mit dem Auto unterwegs ist, sollte die dortigen Geschwindigkeitsbegrenzungen kennen. In einigen Ländern wurden die Bußgelder für zu schnelles Fahren 2022 verschärft.

Deutschland - Egal ob es mit dem Auto in den Urlaub geht oder über die Grenze zum Einkaufen oder zur Arbeit - irgendwann ist jeder Deutsche mal mit seinem Fahrzeug im Ausland unterwegs. Wichtig ist es dann, die Geschwindigkeitsbegrenzungen der Länder zu kennen. Denn wie RUHR24* berichtet, müssen Autofahrer im Ausland fürs Rasen mit hohen Bußgeldern rechnen.

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Bußgelder im Ausland für deutsche Autofahrer: Österreich kassiert Autos von Rasern ein

Nicht nur in Deutschland wurden im vergangenen Jahr die Bußgelder für zu schnelles Fahren* ordentlich angezogen. Auch in Österreich werden Raser seit einigen Monaten härter bestraft. Im September 2021 gilt im Nachbarland ein verschärftes Gesetz, das gegen Tempolimit-Verstöße und illegale Autorennen helfen soll, wie echo24.de* berichtet.

Raser müssen seitdem fürs Rasen nicht nur mit Bußgeldern im vierstelligen Bereich rechnen, sondern unter Umständen sogar mit dem Verlust ihres Autos. Wer jetzt 30 Kilometer pro Stunde zu schnell fährt, muss mindestens 150 Euro bezahlen. Vorher waren es noch 70 Euro. Ausländische Autofahrer, die zum Beispiel zum Urlauben nach Österreich kommen, sind von den hohen Straßen nicht ausgenommen.

Immerhin: Den Führerschein können deutsche Autofahrer in Österreich nicht verlieren. Es kann jedoch sein, dass einem Raser die Fahrerlaubnis im Alpenland entzogen wird. Dann darf sich derjenige dort nicht mehr ans Steuer setzen.

Hohe Strafen für Raser in den Niederlanden: Schon wenige Kilometer zu schnell werden teuer

Nicht nur in Österreich, sondern auch in den Niederlanden wurden die Bußgelder für zu schnelles Fahren verschärft. Zum 1. Januar 2022 trat dort der neue Bußgeldkatalog in Kraft. Schon eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 5 Kilometern pro Stunde kostet seitdem 32 Euro. Für 30 Kilometer pro Stunde pro schnell müssen Autofahrer in den Niederlanden satte 316 Euro zahlen - ein deutlicher Unterschied zu Österreich.

Neuer Smartphone-Blitzer in den Niederlanden: Handy-Sünder werden mit Fotos entlarvt

Neu ist in den Niederlanden auch die Einführung eines neuen „Smartphone-Blitzers“, der Handy-Sünder am Steuer entlarven soll. Wer erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 240 Euro rechnen. Aber wie funktioniert dieser neue Blitzer?

Ganz einfach: Der Blitzer erkennt sämtliche elektronische Geräte wie Smartphones oder Tablets in den Händen eines Autofahrers und fotografiert verdächtige Autos. Im Anschluss werden die Bilder von der Polizei darauf untersucht, ob die Radarfalle richtig lag oder ob der Autofahrer nur etwas zu essen oder trinken in der Hand hatte. Kann kein Handy-Verstoß festgestellt werden, sollen die Bilder laut ADAC direkt wieder gelöscht werden (mehr Lifehacks* bei RUHR24).

Polen: Autofahrer können ihren Führerschein im Nachbarland durch das Rasen schnell verlieren

Neben Österreich und der Niederlande reiht sich auch Polen seit dem 1. Januar 2022 in die Länder mit besonders hohen Straßen für Raser ein. Wie rbb berichtet, haben sich die Strafen im östlichen Nachbarland zum Jahreswechsel etwa verdoppelt. Rund 200 Euro etwa werden fällen, wenn die Geschwindigkeit um 30 Kilometer pro Stunde überschritten wurde. Bei 51 Kilometer pro Stunde sind es sogar 500 Euro.

Auch der Führerschein kann anders als in Österreich von den polnischen Behörden eingezogen werden, wenn die Geschwindigkeit um 50 Kilometer pro Stunde überschritten wurde. Laut Angaben des rbb, kann die polnische Polizei den Führerschein bei einer Verkehrskontrolle mit sofortiger Wirkung einbehalten. Autofahrer bekommen dann eine Bescheinigung, mit der sie noch nach Hause fahren können.

Besonders wichtig zu wissen: Die Herausgabe des Führerscheins kann anschließend nur in Polen beantragt werden. Der Führerschein wird dann von den polnischen Behörden an das zuständige Verkehrsamt in Deutschland geschickt.

Im Ausland drohen Autofahrern aus Deutschland teilweise hohe Bußgelder. Hier ein Blitzer in Frankreich.

Kann man für zu schnelles Fahren im Ausland Punkte in Flensburg bekommen? ADAC klärt auf!

Aber wie sieht es nun mit den Bußgeldern in Deutschland* aus? Im Vergleich zu den Niederlanden beispielsweise sind die Strafen fürs zu schnelle Fahren hierzulande wesentlich lascher. Wer zwischen 26 und 30 Kilometern pro Stunde zu schnell unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld von 150 Euro rechnen. Richtig teuer wird es ab 51 Kilometer pro Stunde zu schnell: Dann droht ein Bußgeld von 480 Euro, was ähnlich zu der Strafe in Polen ist.

Übrigens: Punkte in Flensburg gibt es für zu schnelles Fahren im Ausland nicht. Außerdem schreibt der ADAC: „Ein im Ausland fälliges Fahrverbot kann ausschließlich im jeweiligen Land durchgesetzt werden.“ Bedeutet konkret, dass man trotz eines in Österreich, den Niederlanden oder Polen verhängten Fahrverbots in Deutschland weiter mit dem Auto fahren darf.

Blitzer-Apps und Radarwarner: Hohe Bußgelder für Autofahrer in Deutschland

Achtung: Sogenannte „Blitzer-Apps“ oder Radarwarner, die Autofahrer vor mobilen und fest installierten Blitzern warnen* sollen, sind in Deutschland strengstens verboten.

Entdecken Polizisten bei einer Verkehrskontrolle einen Radarwarner oder eine Blitzer-App im Auto, droht ein Bußgeld von 75 Euro sowie ein Punkt in Flensburg. Voraussetzung ist jedoch, dass die Beamten nachweisen müssen, dass das Programm während der Fahrt benutzt wurde. *RUHR24 und *echo24.de sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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