Bundestagswahl 2021

Triell heute Abend bei ARD und ZDF - Sender wollen Laschet, Scholz und Baerbock überraschen

Im Rennen um die Kanzlerschaft müssen sich heute Abend die Kandidaten Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) im zweiten Triell beweisen.

Deutschland - Wer wird Nachfolger von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)? Kaum eine andere Frage beschäftigt die Bundesrepublik derzeit so sehr wie diese. Noch ist im Wahlkampf aber alles offen, auch wenn die SPD in Umfragen zuletzt vorne lag. Ein zweites Triell am heutigen Abend in der ARD und im ZDF soll zeigen, wer „Kanzler kann“ und wer nicht.

EreignisBundestagswahl 2021
Wann26. September 2021
KanzlerkandidatenArmin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Grüne)

Bundestagswahl 2021: Olaf Scholz (SPD) gewinnt erstes TV-Triell am 28. August - Laschet verliert

Das erste Triell (Duell mit drei statt zwei Personen) der Bundestagskandidaten Armin Laschet, Olaf Scholz und Annalena Baerbock flimmerte genau vor zwei Wochen (28. August) zur Primetime über die Fernseher der Nation. Damaliger Gewinner des Triells war laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Forsa ganz klar Olaf Scholz von der SPD.

36 Prozent der 2.500 befragten Zuschauer gaben damals an, dass Scholz die Debatte „alles in allem“ gewonnen hätte. Insbesondere seine Kompetenz und Souveränität hätten im Gegensatz zu der von Baerbock und Laschet überzeugt. Die Kanzlerkandidatin der Grünen bekam 30 Prozent der Stimmen und Laschet nur 25 Prozent. Der CDU-Chef wurde damit zum Verlierer des Triells.

Wird das heutige Triell die Wahl noch beeinflussen? Viele Wähler haben sich schon entschieden

Das Ergebnis der Debatte vom 29. August deckt sich zumindest teilweise mit den Umfragen zur Bundestagswahl: So konnte die SPD zuletzt ordentlich an Zustimmung gewinnen, während sich die Union mit einem Allzeit-Tief herumschlagen muss. Im „Sonntagstrend“ der Bild am Sonntag kommt die SPD jetzt auf 26 Prozent. Die Union stagniert bei 20 Prozent und die Grüne sinken um einen Punkt auf 15 Prozent.

Ob das heutige Triell der Kanzlerkandidaten die Umfragewerte zwei Wochen vor der Wahl noch einmal umkrempeln wird, ist fraglich. Laut einer Insa-Umfrage hätte sich die Mehrheit der Wahlberechtigten längst entschieden, wem sie am 26. September ihre Stimme geben. Seit Anfang September ist auch der „Wahl-O-Mat“ online, der Unentschiedene bei der Wahl helfen soll. Doch noch ist nichts entschieden im Rennen um die Kanzlerschaft.

Triell findet in der heißesten Phase des Bundestagswahlkampfes 2021 statt

ZDF-Chefredaketur Peter Frey schätzt die Bedeutung des heutigen Duells als besonders groß ein. Auch er ist der Ansicht, dass der Anteil der unentschlossenen Wähler zuletzt ein bisschen abgenommen hätte. Doch genau da könnte das Triell ansetzen: „Die Leute sind dabei, ihre Meinung zu bilden. Und genau in diese Phase trifft diese Sendung“, sagte er am Freitag (10. September) in einem Pressegespräch.

Am Abend müssen sich Laschet, Scholz und Baerbock den Fragen der Moderatoren Maybrit Illner und Oliver Köhr stellen. Und die haben bereits angekündigt, es den Kandidaten in der rund 90-minütigen Live-Show alles andere als einfach zu machen.

Moderatoren freuen sich auf Überraschungsmomente bei Triell zwischen Laschet, Scholz und Baerbock

Jeder habe gewisse Schwachpunkte und unangenehme Themen in der vergangenen Zeit gehabt, sagte ARD-Chefredakteur Oliver Köhr vorab in einem Pressegespräch in Berlin. „Wir werden natürlich versuchen, alle drei aus ihrer Komfortzone rauszulocken.“ ZDF-Moderatorin Maybrit Illner, die das Triell zusammen mit Köhr leiten wird, hofft außerdem auf einen direkten Austausch unter den Politikern. Solche „Überraschungsmomente“ wolle man sich gönnen.

Welche Themen bei dem Triell zur Sprache kommen sollen, haben die öffentlich-rechtlichen Sender noch nicht verraten. Auch hierbei setzen ARD und ZDF also voll auf den Überraschungsmoment (mehr zur Bundestagswahl 2021 auf RUHR24).

5,05 Millionen Menschen sahen das erste TV-Triell zwischen Laschet, Scholz und Baerbock am 29. August 2021.

Zeigen die Sender eine Wiederholung, wenn man das Triell heute Abend nicht gucken kann?

Los geht es mit dem Triell heute Abend pünktlich zur Primetime um 20.15 Uhr. Wie bei der Debatte der Privatsender RTL und ntv am 29. August sind für die Ausstrahlung 90 Minuten eingeplant. Da es sich aber um eine Live-Show handelt, ist eine Überziehung der Zeit durchaus möglich. Die Übertragung findet sowohl im Free-TV als auch in der ARD oder ZDF Mediathek statt.

Wer das Triell zwischen Laschet, Scholz und Baerbock heute Abend nicht gucken kann, dem bleibt am Montag (13. September) die Wiederholung: Bei Phoenix wird die Debatte zur Bundestagswahl am Sonntagabend ab 21.45 Uhr in einer Extra-Sendung analysiert, außerdem gibt es eine Zusammenfassung ab 9.30 Uhr bei Phoenix.

ARD und ZDF nehmen das TV-Triell nicht in ihre Mediatheken auf

In die Mediatheken von ARD und ZDF wird das Triell nach Ausstrahlung übrigens nicht aufgenommen. Stattdessen wird es nach der Live-Übertragung Highlight-Clips und Zusammenfassungen zum Abruf geben.

Bei ProSieben, Sat.1 und Kabeleins wird es am 19. September (kommenden Sonntag) ein drittes und letztes Triell geben.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/dpa

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