Verbraucherschutz

Pestizide auf Obst und Gemüse: Vier Lebensmittel besonders betroffen

Bundesamt entdeckt mehr Pestizide auf Obst und Gemüse. Die Werte übersteigen die Grenze.

Deutschland – Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe: Obst und Gemüse sind echte Energielieferanten. Und davon können wir besonders im Winter viel gebrauchen. Allerdings sollten Verbraucher etwas beachten.

BehördeBundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Gründung2002
HauptsitzBraunschweig, Niedersachsen
DachorganisationBundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Bundesamt macht Ekelfund bei Lebensmitteln: Beliebte Nahrung betroffen

Denn damit die Vitaminbomben auch im Winter in den Supermarkt-Regalen liegen können, müssen Hersteller zu Pflanzenschutzmitteln greifen. Diese sollen die Erzeugnisse vor Schädigung durch Tiere oder Krankheiten wie Pilzbefall bewahren.

Hier gelten in Deutschland allerdings strenge Regeln, um die Rückstände der Pestizide auf Obst zu limitieren. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) überprüft deswegen jährlich die Lebensmittel, die auf den Tellern landen. Allerdings war das Ergebnis der vergangenen Prüfung überraschend.

Bundesamt findet Pestizide auf Obst und Gemüse: Entwicklung gegen den Trend

Denn entgegen dem Trend, immer weniger Pflanzenschutzmittelrückstände an den Lebensmitteln zu finden, stiegen die Zahlen 2020 zum Teil erheblich. Insgesamt wurden bundesländerübergreifend 18.921 Lebensmittelproben genommen und auf 1.045 Stoffe untersucht, teilt das BVL mit (mehr Warnungen bei RUHR24).

Besonders von den Überschreitungen betroffen sind vier Lebensmittel-Gruppen: Granatäpfel (22,9 Prozent), Tiefkühl-Brombeeren (13,9 Prozent), frische Kräuter (13,3 Prozent) und getrocknete Bohnen (7,6 Prozent). Keine Sorgen müssen sich Verbraucher bei saisonalen Lebensmitteln wie Erdbeeren oder Spargel oder häufig konsumiertem Obst und Gemüse wie Kartoffeln und Äpfeln machen.

Bundesamt: Mehr Pestizide auf Obst und Gemüse – abhängig von Herkunftsland und Herstellung

Auffallend ist ebenfalls, dass die Belastung auch vom Herkunftsland abhängig ist. So seien bei Lebensmitteln aus Deutschland bei zwei Prozent der untersuchten Proben Überschreitungen gefunden worden. Ein Prozent mehr als noch 2019. Bei Lebensmitteln aus anderen EU-Staaten blieb der Wert gleichbleibend bei 1,3 Prozent.

Erzeugnisse aus Nicht-EU-Staaten wiesen den deutlichsten Anstieg auf. Überschreitungen von 7,8 Prozent wurden festgestellt – im Vorjahr waren es noch 6,5. Das BVL nennt als möglichen Grund für die vermehrten Funde die Witterungsverhältnisse. Darüber hinaus wiesen Bio-Lebensmittel weniger Pestizide auf als konventionell hergestellte Obst- und Gemüsearten.

Das Bundesamt findet auf Obst und Gemüse Pestizide. Die Rückstände überschreiten einen Grenzwert.

Doch das Bundesamt gibt Entwarnung. Denn auch bei einer Überschreitung des Höchstgehalts an Pestiziden sei nicht sofort eine Gesundheitsgefahr gegeben. „Die Festsetzung eines Höchstgehaltes erfolgt ausgehend von der Menge an Rückständen, die bei ordnungsgemäßer Anwendung des Pflanzenschutzmittels zu erwarten ist“, heißt es auf der Website.

Heißt für den Verbraucher: Obst und Gemüse immer gut abwaschen, ehe es auf den Teller und von da in den Mund wandert.

Rubriklistenbild: © Holie Adams/AFP

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