Gleich zwei Probleme

Rückruf wegen krebserregendem Stoff – Produkt nicht essen

Wieder ein Rückruf von Gewürzen. Im Rahmen einer Lebensmittelkontrolle wurde Rückstände von krebserregenden Stoffen entdeckt.

Dortmund – Nach einem Pfeffer-Rückruf bei Dm trifft es nun das nächste Gewürz. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) warnt vor krebserregenden Rückständen.

Rückruf von Gewürz: Bundesamt informiert mit Verzögerung

Konkret geht es bei dem Rückruf um ein Gewürz des Leizipger Unternehmens Tinh son Handel GmbH. Der Händler, der sich auf asiatische Lebensmittel spezialisiert hat, informierte bereits am Freitag (23. Dezember) über den Vorfall. Das BVL veröffentlichte erst eine Woche später den Rückruf – und das, obwohl dem Importeur gleich zwei Fehler unterlaufen sind.

Normalerweise stehen Unternehmen in der Pflicht, entsprechende Maßnahmen zu treffen, um Verbraucher schnell und ausreichend über Lebensmittelwarnungen zu informieren. Dazu gehört auch, die zuständigen Behörden wie unter anderem das BVL zu informieren. Diese wiederum veröffentlichen dann die Warnungen, damit möglichste viele Verbraucher von dem Rückruf erfahren. Warum es im Falle des Gewürzes zu einer Verzögerung kam, ist unklar.

Gewürz-Rückruf wegen verbotenem Pflanzenschutzmittel – es gilt als krebserregend

Als Grund für den Rückruf gibt die Tinh son Handel GmbH gleich zwei Ursachen an. Bei einer Kontrolle des Lebensmittelamtes habe man Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln und eine fehlerhafte Kennzeichnung beanstandet. Das Unternehmen sei dazu aufgefordert worden, das Gewürz zurückzurufen. Folgende Details sind bekannt:

  • Produkt: Getrockneter Sternanis
  • Inhalt: 1 Kilo
  • Artikelnummer: 5121
  • Haltbarkeitsdatum: 20.12.23
  • Importeur: Tinh son Handel GmbH
Sternanis ist von einem Rückruf betroffen. Es geht um dieses Gewürz.

Rückruf wegen krebserregendem Stoff – Grenzwert in Gewürz überschritten

Das BVL präzisiert den Nachweis von Pflanzenschutzmittel noch etwas und gibt an, dass in dem Sternanis Anthrachinon nachgewiesen wurde. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung wurde der Stoff bei der Erzeugung von Zellstoff und Pflanzenschutzmitteln eingesetzt.

Für die Landwirtschaft ist es nach einer Empfehlung der EU-Kommission bereits 2009 aus dem Verkehr gezogen worden. Das BfR riet 2013 von der Verwendung von Anthrachinon bei der Herstellung von Lebensmittelverpackungen ab. Der Grund: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kam in Untersuchungen zu dem Schluss, dass bei dem Stoff eine krebserregende Wirkung nicht ausgeschlossen werden kann. Bei Tierversuchen stellte man fest, dass Anthrachinon krebserregend auf Niere und Leber wirken kann.

Daher wurde in Lebensmitteln ein Höchstgehalt von 0,01 Milligramm pro Kilogramm festgelegt. Wird dieser überschritten, kommt es zum Rückruf – wie auch in dem Fall des Sternanis.

Gewürz-Rückruf: Das müssen betroffene Kunden jetzt tun

Da es sich bei dem Produkt um eine Kilo-Packung Sternanis handelt, ist davon auszugehen, dass vor allem Restaurants oder weiterverarbeitende Firmen von dem Rückruf betroffen sind. Privatkunden dürften selten so viel Sternanis in solchen großen Mengen kaufen.

Die Tinh son Handel GmbH fordert ihre Kunden auf, die genaue Anzahl der vorhandenen Packungen unter Angabe der Firma zu faxen. Sie sollten den Kaufpreis dann zurückerstattet bekommen. Als Alternative bietet das Unternehmen seinen Kunden an, dass sie es – wie bei Rückrufen üblich – direkt zurückgeben können. Laut dem BVL wurde es in den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt verkauft.

Rubriklistenbild: © Janine Schmitz/Imago

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