Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

Brot bald für 10 Euro erhältlich? Preise im Supermarkt explodieren

Nicht nur Öl und Gas werden teurer, auch bei Backwaren müssen Verbraucher immer tiefer in die Tasche greifen. So teuer wird das Brot wohl in Zukunft.

NRW – Wer in nächster Zeit die Bäckerstube seines Vertrauens aufsucht, wird sich wohl verwundert die Augen reiben. Schließlich werden einige Lebensmittel momentan knapp und für Verbraucher wird damit vieles teurer – das ist auch beim morgendlichen Brötchenkauf spürbar. Beim Brotpreis kann das in Zukunft extremere Ausmaße annehmen.

NahrungsmittelBrot
ZutatenTeig aus Mehl, Wasser, Triebmitteln, Salz und weiteren Zutaten
Konsum seitspätestens mittlerer Altsteinzeit

Steigende Brotpreise: Corona, Ukraine-Krieg und schlechte Ernten sind Ursachen

Klaus-Peter Lucht vom Bauernverband Schleswig-Holstein prognostizierte gegenüber Rtl mit Blick auf die insgesamt steigenden Lebensmittelpreise ein echtes Horrorszenario für Bäckermeister und Verbraucher: „Der Preis von Brot könnte sich verdoppeln. Auf bis zu zehn Euro.“ Auch das Handelsblatt berichtete darüber. Doch ist das Szenario realistisch?

Dass der Preis für das Lieblings-Grundnahrungsmittel der Deutschen momentan explodiert, hat mehrere Gründe: Schlechte Ernten und steigende Transportkosten haben dafür gesorgt, dass der Preis für Weizen in die Höhe geschossen ist. Hinzu kommen die durch die Corona-Krise allgemein bedingten Lieferschwierigkeiten, die steigenden Energiepreise sowie höhere Herstellungskosten, einschließlich steigender Personalkosten (mehr Service-News aus RUHR24).

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine sorgt neben steigender Preise für Diesel, Öl und Gas laut hna.de auch dafür, dass Rohstoffe wie Getreide, Mehl und Hefe teurer geworden sind. Russland und die Ukraine liefern schließlich rund 30 Prozent der weltweiten Weizenexporte.

Steigende Brotpreise: Preisaufschläge sorgen bei Bäckermeistern und Verbrauchern für Sorgenfalten

Die Folge: Backstuben müssen laut Focus online mit hohen Preisaufschlägen rechnen: In Zahlen sind das ungefähr 40 Prozent für Zucker, 35 Prozent für Getreide, 25 Prozent für Mehl und 20 Prozent für Backmischungen. Das schlägt sich logischerweise auch in den Brotpreisen nieder.

Gegenüber Focus erklärte Thomas Bode, Bäckermeister aus Tübingen, dass er die Preise seiner Backwaren um rund 20 Prozent anheben musste. Besonders auffällig: Laut seiner Aussage bewegen sich Rohstoff- und Energiekosten „mittlerweile auf gleichem Niveau wie die Herstellungskosten“ – in der Vergangenheit seien aber nur die Herstellungskosten maßgeblich für den Brotpreis gewesen.

Zahlreiche Faktoren sorgen dafür, dass Brot immer teurer wird.

Steigende Brotpreise: Bald schon 10 Euro für einen Laib?

Der Krieg in der Ukraine hat also indirekten Einfluss auf die Bäckerbetriebe in Deutschland. Daniel Schneider, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks, kann Brot-Liebhaber aber erst einmal beruhigen. Zwar müssten die Betriebe ihre Kosten-Kalkulationen wegen der gestiegenen Preise für Energie, Personal und Herstellung überprüfen und bei Bedarf anpassen, „von zehn Euro für ein Brot“ sei man aber noch ein gutes Stück entfernt.

Allerdings hat der Kostenanstieg dafür gesorgt, dass der Kilopreis für Brot im Schnitt bereits bei 3,50 Euro liegt. Laut Statista lag der durchschnittliche Kilopreis zwischen 2007 und 2016 bei rund 2,43 Euro.

Bäckerinnungen kalkulieren momentan mit einem Anstieg des Brotpreises auf circa 3,80 Euro. Je nach Kriegsverlauf und je nach Entwicklung von Rohstoff-, Energie-, und Transportkosten kann der Preis in Zukunft allerdings noch deutlich anstiegen.

Rubriklistenbild: © Frank Sorge/Imago; Thomas Trutschel/photothek.de/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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