Entscheidung gefallen

Preiserhöhung bei Post und DHL: Das kosten Briefe und Pakete ab sofort

Die Deutsche Post darf das Porto für Postkarten und Standardbriefe erhöhen: Die Bundesnetzagentur hat ihr am Dienstag (23. November) einen Spielraum dafür eingeräumt.

Deutschland – Ob Energie, Lebensmittel und Getränke im Supermarkt oder Spielwaren: Aktuell wird für Verbraucher vieles teurer. Auch beim Verschicken von Briefen und Postkarten müssen wir uns auf höhere Kosten einstellen.

Deutsche Post AGUnternehmen
SitzBonn
NameDeutsche Post DHL Group

Deutsche Post DHL Group: Postkarten und Briefe werden erstmals seit drei Jahren teurer

Die Entwicklung hatte sich bereits abgezeichnet: Schon Anfang Oktober hatte die Bundesnetzagentur den beabsichtigten Erhöhungsspielraum mitgeteilt. Die anstehende Entscheidung gebe der Deutschen Post „Raum für moderate Preiserhöhungen“, erklärte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Die Deutsche Post DHL Group hatte daraufhin angekündigt, das Porto erhöhen zu wollen. Nach fast drei Jahren unveränderter Preise sei die Portoerhöhung „notwendig“, meldete das Unternehmen. Der letzte Preissprung sei Mitte 2019 erfolgt, berichtete die Frankfurter Neue Presse*.

Post erhöht die Preise: Dieses Porto zahlen wir ab Januar 2022

Am Dienstag (23. November) stimmte die Bundesnetzagentur der Portoerhöhung dann wie erwartet zu. Die Behörde räumte der Deutschen Post einen Spielraum von 4,6 Prozent für die Erhöhung ihrer Preise vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2024 ein. Diese Preisänderungsrate liege deutlich unter der vorangegangenen Preisperiode, die noch 8,86 Prozent betragen habe.

Konkret kommen auf Verbraucher ab dem 1. Januar 2022 damit die folgenden Portoerhöhungen zu:

  • Standard-, Kompakt-, Groß- und Maxibrief werden jeweils fünf Cent teurer. Das Porto für einen Standardbrief steigt somit beispielsweise von 80 auf 85 Cent, das für einen Großbrief von 1,55 Euro auf 1,60 Euro usw.
  • Das Postkarten-Porto steigt um zehn Cent – von 60 auf 70 Cent.
  • Die Preise für das Einschreiben und Einschreiben Einwurf werden um 15 Cent erhöht auf 2,65 Euro bzw. 2,35 Euro. 
  • Bücher- und Warensendung werden – ebenso wie Briefe – fünf Cent teurer: Beispielsweise kostet die „Bücher- und Warensendung 500“ ab Januar 1,95 Euro statt 1,90 Euro.

Tiefer in die Tasche greifen muss auch, wer sich seine Post (beispielsweise aufgrund eines Umzugs) für 12 Monate nachsenden lassen möchte. Der Online-Preis wird laut Angaben des Unternehmens von 26,90 Euro für Privatkunden auf 30,90 Euro steigen und für Geschäftskunden von 49,90 Euro auf 54,90 Euro. Die Preise für die 6-Monate-Variante blieben hingegen unverändert.

Die Deutsche Post erhöht ihre Preise – Briefe verschicken wird teurer (Symbolfoto).

DHL erhöht die Preise für Geschäftskunden

Auch Pakete sollen ab 1. Januar 2022 teurer werden – allerdings nur für Geschäftskunden. Wie DHL Paket bereits im September 2021 mitteilte, machten unter anderem gestiegene Transport- und Personalkosten die Preisanpassung notwendig.

Auch steigende Paketmengen sowie der Ausbau nachhaltiger Beförderung bedingten die höheren Preise. Die Erhöhung betreffe insbesondere schwere Paketsendungen über 20 Kilogramm.

Für Privatkunden ändert sich erstmal nichts. Wie tagesschau.de verdeutlicht, könnten aber auch Verbraucher die steigenden Preise indirekt zu spüren bekommen – beispielsweise wenn Online-Händler mehr Geld für den Versand berechneten.

Post erhöht das Porto – deutsche Briefe dennoch günstiger als der EU-Durchschnitt

Als Grund gibt die Deutsche Post höhere Transportkosten, pandemiebedingte Zusatzkosten sowie die allgemeine Preissteigerung an. Die Inflation war im November erstmals seit 29 Jahren über die Fünf-Prozent-Marke gestiegen.

Verbraucher müssen sich offenbar weiter darauf einstellen, dass alltägliche Dinge teurer werden. Für Briefe zahlen deutsche Kunden aber laut Angaben der Deutschen Post im europäischen Vergleich weiter vergleichsweise wenig. Nach einem aktuellen Briefpreisvergleich unter den EU-Mitgliedstaaten betrage der europäische Durchschnittspreis für den Standardbrief 1,17 Euro – und damit immerhin 32 Cent mehr als hierzulande nach der Portoerhöhung. *Die Frankfurter Neue Presse ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa