Unkraut im Garten

Brennnessel auf keinen Fall entfernen: Pflanze ist nützlich im Garten

Im Vergleich zu anderen Pflanzen sind Brennnesseln wohl eher unbeliebt. Dabei ist das vermeintliche Unkraut im Garten noch sehr nützlich für Mensch, Tier und andere Blumen.

Dortmund – Wer beim Arbeiten im Garten schon mal eine Brennnessel mit der Haut berührt hat, weiß, wie unangenehm der sogenannte Nesselausschlag der Pflanze sein kann. Die Stelle juckt oft noch den ganzen Tag. Dazu können Brennnesseln mit 150 Zentimeter locker die Körpergröße eines Kindes erreichen. Grund genug für viele, die Pflanzen loszuwerden.

PflanzeBrennnessel
Wissenschaftlicher NameUrtica
OrdnungRosenartige (Rosales)

Brennnessel im Garten loswerden: Ist die Pflanze ein Unkraut?

Hinzukommt, dass die Brennnessel optisch eher schlicht ist. Sie hat keine Blüten wie andere engverwandte Rosengewächse und wird daher schnell aus Unkraut abgetan. Zu Unrecht, wie unter anderem der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) klarstellt. Auch Löwenzahn sollte man im Garten nicht entfernen.

Die Brennnessel „spielt eine wichtige Rolle im Naturhaushalt, ist eine wertvolle Arznei- und Gemüsepflanze und sollte daher in keinem Naturgarten fehlen“, heißt es auf der Homepage des Bundes. Ein Unkraut, das anderen Pflanzen, Menschen oder Tieren schadet, ist sie damit nicht. Für Schmetterlinge ist sie sogar sehr wertvoll.

Denn Arten wie das Tagpfauenauge oder der kleine Fuchs ernähren sich von Brennnesseln. Schmetterlingen dienen wiederum Vögeln oder anderen Tieren als Nahrung. So tragen Brennnesseln dazu bei, das biologische Gleichgewicht zu erhalten. Es kann also sinnvoll sein, einige der Pflanzen einfach im Garten stehenzulassen und diesen so naturnah zu gestalten. Auch Igel freuen sich über natürliche Gärten.

Unkraut im Garten loswerden: Brennnesseln können noch nützlich sein

Wem die Brennnesseln im Garten doch im wahrsten Sinne über den Kopf wachsen und ein paar entfernen will, sollte sie aber nicht einfach entsorgen. Denn die Pflanze kann sich sowohl im Garten als auch für die eigene Gesundheit noch nützlich machen.

Als sogenannte Brennnesseljauche dient sie als hochwertiger Dünger und ist ganz nebenbei auch ein wirksames Mittel gegen Schädlinge wie Blattläuse. Um diese herzustellen, braucht man nur massig Brennnesseln, kaltes Wasser (ideal ist Regenwasser) und ein großes Gefäß.

Brennnesseln sind nützliche Pflanzen.

Jauche aus Brennnesseln herstellen: So einfach geht‘s

  • Brennnesseln grob zerkleinern und in den Eimer geben.
  • Gefäß mit kaltem Wasser auffüllen und die Flüssigkeit gut umrühren.
  • Anschließend kommt ein Deckel oder ein feinmaschiges Netz darauf, um Insekten fernzuhalten.
  • Die Jauche sollte an einem warmen und sonnigen Ort gelagert werden, dort gärt sie schneller.
  • Der Gärungsprozess dauert etwa 2 Wochen, in der Zwischenzeit die Jauche täglich umrühren. Wenn die Jauche nicht mehr schäumt, ist sie fertig.
  • Bevor die Jauche auf Pflanzen gegossen wird, könnten die festen Bestandteile herausgesiebt und auf den Kompost gegeben werden.

Brennnesseln in der Küche verwenden: Pflanze ist ein Superfood

Nicht nur als Tee, sondern auch als Nahrungsmittel sind Brennnesseln noch verwendbar, wie auch 24garten.de berichtet Die Pflanze ist laut Nabu eine Art Superfood und beispielsweise reich an Vitamin C und B-Vitaminen. In der Küche kann man sie ähnlich wie Spinat verwenden und dünsten, kochen oder braten. Auch im Smoothie gemixt zeigen sie ihre Wirkung.

Wer sie nicht warm zubereiten möchte, sollte sie dennoch zumindest in warmes Wasser legen oder mit einem Nudelholz überwalzen. Sonst kann man sich die Zunge schnell verbrennen.

Brennnesseln sind nützliche Pflanzen.

Brennnessel entfernen: Einfache Tipps für den Garten

Beim Entfernen von Brennnesseln kann man auch etwas taktisch vorgehen, damit die Pflanze sich möglichst nicht direkt wieder ausbreitet. Ein Vorteil: Brennnesseln haben ein flaches Wurzelwerk und lassen sich meist rückstandslos entfernen. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, sollte das auch unbedingt passieren.

Feuchte Erde oder vorheriger Regenguss können das Entfernen sogar noch vereinfachen, der Boden ist dann allgemein lockerer. Neben eigener Muskelkraft und Handschuhen können sogenannte Löwenzahnstecher als Hilfsmittel dienen. Um Moos zu entfernen, braucht man schon ein paar mehr Gartengeräte. Anschließend kann etwas Mulch über die Stellen gegeben werden.

Rubriklistenbild: © Claudia Nass/Imago

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