Energiepreispauschale

300-Euro-Bonus im September: Das gilt für Minijobber, Selbstständige und Studenten

Beschäftigte erhalten im September eine Energiepreispauschale von 300 Euro (brutto). Aber haben auch Selbstständige, Minijobber, Studenten oder Rentner Anspruch auf den Bonus?

Deutschland – Laut Bundesfinanzministerium sollen mit der Energiepreispauschale (EPP) Berufstätige entlastet werden, die aktuell bei ihrem Arbeitsweg mit steigenden Fahrtkosten zu kämpfen haben. Anspruchsberechtigt sind zunächst einkommensteuerpflichtige Erwerbstätige, die in den Lohnsteuerklassen 1 bis 5 einsortiert sind. Diesen soll der einmalige 300-Euro-Bonus mit dem Septembergehalt ausbezahlt werden.

Bundesministerium der Finanzenoberste Bundesbehörde
SitzBerlin
BehördenleitungChristian Lindner (FDP)

300 Euro Energiepauschale – Minijobber erhalten den Bonus ebenfalls

Für Minijobber gilt: Auch sie erhalten die Pauschale. Allerdings muss jeder, der einen Minijob ausübt, gegenüber seinem Arbeitgeber erklären, dass es sich um das erste Dienstverhältnis handelt.

So soll verhindert werden, dass Beschäftigte, die neben ihrem Hauptjob zusätzlich einen Minijob haben, doppelt kassieren. In solchen Fällen ist die EPP nämlich nur vom Hauptarbeitgeber auszuzahlen. Ein Musterschreiben für die Bestätigung des ersten Dienstverhältnisses finden Arbeitnehmer auf der Webseite der Minijobzentrale.

Wichtig zu wissen: Die EPP wird laut Bundesfinanzministerium bei Minijobs nicht auf die 450-Euro-Grenze (ab Oktober 520-Euro-Grenze) angerechnet.

EPP im September – Selbstständige erhalten einen Steuernachlass

Selbstständige und Freiberufler profitieren ebenfalls von der EPP. Allerdings wird ihnen das Geld nicht auf ihr Konto ausbezahlt, sondern sie erhalten einen entsprechenden Steuernachlass.

Dazu können Selbstständige die Einkommenssteuer-Vorauszahlung für das dritte Quartal 2022 herabsetzen. Einkommensteuer-Vorauszahlungen, die für den 10. September 2022 festgesetzt worden sind, sind um die EPP zu mindern. Laut Bundesfinanzministerium wird ein entsprechend geänderter Vorauszahlungsbescheid für den 10. September verschickt.

Energiepauschale – auch Werkstudenten und bezahlte Praktikanten sind anspruchsberechtigt

Studenten gehen hingegen grundsätzlich erstmal leer aus. Es gibt aber Ausnahmen: So werden Werkstudenten und solche mit einem bezahlten Praktikum vom Bundesfinanzministerium als anspruchsberechtigt genannt.

Auch wer als Student neben dem „Büffeln“ für die Uni noch einen Job ausübt, hat einen Anspruch auf die Zahlung. Dabei kann es sich auch „nur“ um einen Minijob handeln (Service-News auf RUHR24).

300-Euro-Bonus – Rentner bleiben grundsätzlich außen vor

Rentner wurden ebenfalls bei der EPP erstmal nicht berücksichtigt, was bereits heftig kritisiert wurde. Die Ampelregierung hatte zuletzt angekündigt, diese Personengruppe beim kommenden dritten Entlastungspaket miteinzubeziehen.

Vom Energie-Bonus profitieren nicht alle Menschen in der Gesellschaft.

Wer sich als Rentner etwas hinzuverdient – beispielsweise einen Minijob hat –, hat allerdings Anspruch auf die Energiepauschale. Einfach nur auf die Enkel aufpassen, reicht hier aber offenbar nicht. So heißt es vonseiten des Finanzministeriums: „Wird nur pro Forma ein Vertrag abgeschlossen, um die EPP zu erhalten (z. B. „Gefälligkeitsverhältnis“), besteht kein Anspruch auf die EPP.“ In diesen Fällen drohe auch ein Bußgeld.

Energiepreispauschale – Auszahlung im September ist nicht zwingend

Wichtig zu wissen: Die Auszahlung mit dem Septembergehalt sollte laut Bundesfinanzministerium die „Regel“ sein. Das Ministerium lässt den Arbeitgebern hier aber Spielraum.

Gibt ein Arbeitgeber die Lohnsteuer-Anmeldung beispielsweise vierteljährlich ab, kann die Auszahlung auch mit dem Oktober-Gehalt erfolgen. Spätestens sollte sie laut Ministerium bis zur Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung für den Arbeitnehmer erfolgen.

300 Euro Energiepauschale – Minijobber müssen den Bonus nicht versteuern

Der einmalige 300-Euro-Bonus muss zudem versteuert werden: Wie viel netto von der Energiepauschale übrig bleibt, hängt von der persönlichen Steuerbelastung ab.

Besserverdienenden bleibt dabei unterm Strich weniger Nettoentlastung. Nach einer Berechnung des Instituts für Deutsche Wirtschaft (IW) profitiert eine Familie mit zwei erwerbstätigen Elternteilen mit einem Bruttoeinkommen von 35.000 Euro am meisten, wie die dpa berichtet. Von den 600 Euro Bonus, den jeder der Partner in erhält, blieben in diesem Falle 475 Euro netto übrig.

Geringverdiener, die unter dem Grundfreibetrag von 10.347 bleiben, müssen den Bonus nicht versteuern. Gleiches gilt ebenso für Minijobber: Auch sie profitieren von der 300-Euro-Zahlung ohne Abzüge.

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