Beim Umtopfen

Blumenerde vor dem Umtopfen backen: Das hat es mit dem kuriosen Trick auf sich

Einige Zimmerpflanzen brauchen mehr und andere weniger Pflege. Der richtige Umgang mit der Erde kann aber bei allen entscheidend sein.

Dortmund – Wer viele Zimmerpflanzen hat, weiß auch: Sie müssen hin und wieder umgetopft werden. Beispielsweise, weil der alte Topf zu klein ist oder die Pflanze einen bestimmten Nährboden braucht, wie etwa die Monstera. Die Erde sollte vorher aber einer Spezialbehandlung unterzogen werden.

Pflanzen umtopfen: Erde sollte vorher gebacken werden

Es klingt kurios, aber wer seinen Pflanzen etwas Gutes tun will, sollte die entsprechende Blumenerde vorher unbedingt backen. Der simple Grund: So wird sie sterilisiert. Und das ist empfehlenswert, obwohl Erde quasi Dreck in Reinform ist.

Blumen sollten manchmal umgetopft werden.

Denn wie fast alles in der Natur ist auch die Blumenerde aus dem Gartencenter voller Insekten, Organismen und Bakterien. Während Regenwürmer sich beispielsweise in Gemüseerde als nützlich erwiesen und das Substrat lockern, können andere Lebewesen in der Erde den Pflanzen schaden. Trauermücken sind beispielsweise lästige Parasiten bei Zimmerpflanzen.

Blumenerde muss für Pflanzen sterilisiert werden: Das steckt dahinter

Das gilt übrigens nicht nur für Erde, die beispielsweise aus dem eigenen Garten gesammelt wurde, sondern auch für Blumenerde aus dem Handel. Im schlimmsten Fall holt man sich Schädlinge nichtsahnend direkt ins Wohnzimmer oder ins Blumenbeet und schadet damit all seinen Pflanzen. Denn Parasiten wie Blattläuse verbreiten sich oft schnell unter den Blumen. Einige Pflanzen, wie die Orchidee, wachsen auch ganz ohne Erde.

Genau deshalb sollte man die Blumenerde vorher sterilisieren. Der Vorteil: Hierzu braucht man keine teuren oder gar potenziell giftigen Spezialmittel. Der eigene Backofen reicht völlig aus. Bevor es losgeht, sollte die frische Blumenerde aber unbedingt auf besagte Regenwürmer oder andere Insekten abgesucht und jene wieder draußen ausgesetzt werden.

Erde für Pflanzen im Backofen backen: So einfach geht es

Vor dem Backen muss die Blumenerde angefeuchtet werden. Denn am Ende soll kein spröder Sand entstehen, sondern ein gesunder Nährboden für die Zimmerpflanzen. Die Erde sollte aber auch nicht tropfen, wie das Gartenjournal mitteilt. So geht man weiter vor:

  • Die Blumenerde auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen. Auch ein hitzebeständiges Gefäß wie eine Backform ist geeignet.
  • Die Erde nun für 30 Minuten zwischen 120 und 150 Grad Celsius backen.
  • Nach der Hälfte der Zeit alles einmal umverteilen, damit die Erde möglichst gleichmäßig gebacken wird.
  • Bevor die Erde für Pflanzen benutzt wird, unbedingt komplett abkühlen lassen.
  • Wer viel Erde braucht, sollte am besten mehrere Portionen nacheinander und nicht alles auf einmal backen.

Notfalls klappt der kuriose Trick auch in der Mikrowelle auf der höchsten Stufe. Allerdings werden hierbei fast alle wertvollen Nährstoffe zerstört – was den Pflanzen ebenfalls wieder schaden könnte. Wichtig zu wissen: Nach dem Sterilisieren können weiße Punkte auf der Blumenerde auftauchen. Hierbei handelt es sich um kleine Larven oder schädliche Würmer, die durch die Hitze abgetötet wurden.

Rubriklistenbild: © Kai Remmers/dpa

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