Schädlinge im Garten

Blattläuse bekämpfen: Milch und Tee wirken Wunder im Garten

Um Blattläuse im Garten wirksam zu bekämpfen, muss man nicht zu Chemie greifen. Welche natürlichen Hausmittel genauso gut wirken – und was eher schadet.

Dortmund – Ob schwarz, grün, rötlich oder gelb – Blattläuse (Aphidoidea) will niemand gerne in seinem Garten haben. Das gefräßige Ungeziefer macht sich scharenweise über junge Blätter und Triebe her und schädigt so die Pflanzen. Doch keine Sorge: Blattläuse lassen sich schon mit einfachen Hausmitteln preiswert, schnell und vor allem umweltfreundlich bekämpfen, wie Merkur.de berichtet – von einigen sollte man jedoch lieber die Finger lassen.

Blattläuse im Garten bekämpfen: Hausmittel statt Chemiekeule

Ein Blattlaus-Befall an Rosen, Bohnen und Obst macht sich schnell an welken oder abfallenden Blättern sowie verkümmerten Trieben bemerkbar, aber auch an gelben Flecken oder Braunfärbungen. Oft werden die Pflanzen so geschädigt, dass die Ernte ausfällt oder gar die ganze Pflanze abstirbt.

Deshalb sollte man einen derartigen Schädlingsbefall nicht auf die leichte Schulter nehmen. Zum Glück ist der Kampf gegen Blattläuse gar nicht so schwer. Statt der Chemiekeule helfen in der Regel schon einfach – und vor allem günstige – Hausmittel.

Blattläuse bekämpfen: Natürliche Hausmittel vertreiben die Schädlinge

  • Schmierseife: Die auch als Kaliseife bekannte Schmierseife gilt als wahres Allround-Talent im Haushalt und eignet sich auch als Hausmittel zur Blattlaus-Bekämpfung. Im Gegensatz zu seifenhaltigen Reinigungsprodukten enthält sie keinerlei chemische Zusatzstoffe und wird somit von den Pflanzen gut vertragen. Einfach 50 Gramm Schmierseife (werblicher Link) in einem Liter warmen Wasser auflösen, die Seifenlösung in eine Sprühflasche füllen und die befallenen Pflanzen damit bestäuben.
  • Rapsöl: Rapsöl wirkt gleich doppelt gegen Blattläuse. Zum einen sorgt das glitschige Öl dafür, dass die Schädlinge den Halt auf den Wirtspflanzen verlieren, zum anderen legt sich das Öl auf ihre Atemöffnungen – die Tierchen ersticken. Pur sollte Rapsöl jedoch nie verwendet werden, sondern immer gemischt mit Wasser. Die Zauberformel für ein wirksames Blattlausbekämpfungsmittel lautet hier: 5 Liter kaltes Leitungswasser mit etwa 90 Milliliter Rapsöl mischen, einen Schuss Spülmittel dazu, damit sich alles verbindet, umrühren, fertig!
  • Knoblauch: Ein Sud aus Knoblauchzehen schlägt nicht nur Vampire in die Flucht, sondern auch lästige Blattläuse. Das einfache Hausmittel lässt sich aus 40 Gramm gehacktem Knoblauch herstellen, der in 5 Litern Wasser gekocht wird. Das Ganze drei Stunden ziehen und abkühlen lassen, danach abseihen und in eine Sprühflasche umfüllen. Die würzige Brühe soll Pflanzen übrigens auch hervorragend vor Pilzkrankheiten schützen.
  • Kartoffelwasser: Wenn man das nächste Mal Kartoffeln kocht, sollte man das übriggebliebene Kartoffelwasser lieber nicht wegschütten, sondern in eine Sprühflasche umfüllen. Gerade im Gewächshaus eignet sich das Kochwasser nämlich hervorragend zur biologischen Bekämpfung von Blattläusen – zumindest, wenn der Befall noch nicht zu stark ist. Einfach die Pflanzen damit rundherum einsprühen und die Prozedur nach einigen Tagen nochmal wiederholen.
  • Rhabarber-Blätter: Gegen die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae) soll diese Brühe aus Rhabarberblättern helfen: 500 Gramm der Blätter in drei Litern Wasser aufkochen, und zwar eine halbe Stunde lang. Die abgekühlte und abgeseihte Brühe einmal die Woche mit einer Gartenspritze ausbringen, bis die Läuse endgültig genug haben. Der Sud wirkt übrigens gleichzeitig als nahrhafter Dünger für die Pflänzchen.
Blattläuse verursachen Schäden an Pflanzen, wie etwa diese Blattgallen an der Unterseite eines Weinblattes. Auch natürliche Hausmittel helfen, die Schädlinge zu bekämpfen.

Hausmittel gegen Blattläuse im Garten: Getränke wirken Wunder

  • Schwarzer Tee: Die enthaltenen Gerbstoffe im schwarzen Tee sorgen dafür, dass Blattläuse zügig sterben. Den Pflanzen kann er dagegen nichts anhaben, weshalb sich dieses Hausmittel auch bestens für empfindliche Gewächse eignet. Zwei Teebeutel schwarzen Tee in einem halben Liter Wasser aufkochen und das Ganze etwa 15 Minuten ziehen lassen. Nachdem der Tee abgekühlt ist, verteilt man ihn mit einer Sprühflasche auf die befallenen Pflanzen. Schwarzen Tee kann man übrigens auch wunderbar als Dünger einsetzen.
  • Milch: Wenn man frühzeitig einen Blattlaus-Befall an der Tomatenpflanze bemerkt, kann auch Milch helfen: Dazu einen Liter Milch mit vier Litern Wasser verdünnen und das Gemisch wöchentlich auf die Pflanzen geben. Bei einem stärkeren Befall sollte man lieber zu anderen Mitteln greifen.

Hausmittel, die nicht gegen gegen Blattläuse helfen

Von einem vielgerühmten Hausmittel sollten Hobbygärtner und Gärtnerinnen bei der Blattlaus-Bekämpfung aber lieber die Finger lassen: Essig.

Ist die Dosierung zu hoch, greift die darin enthaltende starke Säure die Blätter an und schadet somit den Pflanzen. Zudem wirkt Essig ohnehin nur vorbeugend gegen Blattläuse, weil diese die Säure meiden. Als Unkrautvernichtungsmittel ist Essig sogar ganz verboten. Im Frühsommer haben Blattläuse übrigens Hochsaison, deshalb sollte man die Pflanzen bei der Gartenarbeit regelmäßig auf Schädlinge untersuchen.

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