Katastrophenschutz

Blackout auch in Deutschland möglich: Bundesamt empfiehlt Notfall-Ausstattung

Drückt man den Lichtschalter und nichts passiert, kann das gruselig sein. Für den Fall, dass der Strom länger ausfällt, sollten Bürger vorbereitet sein.

Dortmund – Licht aus. Kühlschrank aus. Strom aus. Blackout. Die Vorstellung kann beängstigend sein, wenn man bedenkt, wie viel tatsächlich an unserem Stromnetz hängt. Für den Notfall können sich Bürger und Bürgerinnen aber wappnen und auch ohne Strom einige Tage zurechtkommen. RUHR24 gibt Tipps für die Notsituation.

BundesoberbehördeBundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
PräsidentRalph Tiesler
HauptsitzBonn
AufsichtsbehördeBundesministerium des Innern und für Heimat

Stromausfall in Deutschland: Bundesamt gibt wichtige Tipps für den Notfall

Die Qualität des deutschen Stromnetzes gilt als sehr gut und die Stromversorgung als sicher. Doch es kann dennoch zu Ausnahmesituationen kommen. So warnen Experten vor regionalen Stromausfällen, aufgrund massenhaft verkaufter Heizlüfter, die sich viele Verbraucher und Verbraucherinnen wegen der Gas-Krise bereits gesichert haben. Aber auch schwere Unwetter können die Stromleitungen beschädigen und für Dunkelheit sorgen.

Und auch wenn das Stromnetz in Deutschland als sicher gilt, schadet es nicht, sich auf den Notfall vorzubereiten. Daher hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Tipps für den Strom-Notfall zusammengestellt.

Blackout betrifft Heizung, Licht, Nahrung und Kommunikation

In der Regel sind Stromausfälle innerhalb weniger Stunden behoben. Dauert es aber doch mal länger, vielleicht sogar mehrere Tage, sind zu Hause vor allem folgende Bereiche betroffen: Heizung, Licht, Nahrung, Kommunikation.

Gerade mit Blick auf den Winter sind viele Deutsche angesichts der Gas-Krise besorgt. Aber auch wenn der Strom ausfällt, bleibt es in vielen Haushalten kalt. Dazu hat das BBK folgende Tipps:

  • Wer einen Kamin oder Ofen hat, sollte sich generell einen Vorrat an Kohle, Briketts oder Holz anlegen. So ist man ohnehin auf den Notfall vorbereitet.
  • Für den Extremfall können warme Kleidung und Decken die Heizung eine Weile ersetzen.
  • Zudem sollten sich die Personen im Haushalt in einem Raum aufhalten, die Türen und Fenster sollten geschlossen bleiben, damit die Wärme nicht entweichen kann. Aber: Dennoch sollte man regelmäßig lüften, vor allem, wenn Kerzen als Lichtquelle genutzt werden.

Beim Stromausfall nicht im Dunklen hocken: Lichtquellen könne aber auch gefährlich sein

Nicht zu unterschätzen, wenn der Strom ausfällt: Licht. Gerade in den dunkleren Wintermonaten sind wir auf Lichtquellen angewiesen. Das BBK gibt folgende Tipps:

  • Der Klassiker ist natürlich die Taschenlampe. Und damit ist nicht die Leuchte am Smartphone gemeint – hier sollte tunlichst der Akku gespart werden. Für die Taschenlampe sollten unbedingt ausreichend Batterien bereitgehalten werden. Es eignen sich aber auch Solar- oder Kurbeltaschenlampen.
  • Kerzen und ausreichend Streichhölzer/Feuerzeuge erhellen ebenfalls den Raum. Hier bitte an den vorsichtigen Umgang mit den offenen Flammen denken und den Raum regelmäßig lüften.
  • Ebenfalls nützlich sind Camping- oder Outdoor-Lampen.

Lebensmittelvorrat und Wasser überbrücken den tagelangen Blackout

Fällt der Strom für mehrere Tage aus, kann die Nahrungsbeschaffung problematisch werden. Supermärkte haben geschlossen, der Kühlschrank gibt den Geist auf, die enthaltenen Lebensmittel verderben, der Herd funktioniert nicht und das größte Problem: Nach einer gewissen Zeit fließt auch kein Wasser mehr aus dem Wasserhahn. Hier muss vorgesorgt werden:

  • Warme Mahlzeiten können auf einem Campingkocher oder auch auf dem Garten- oder Tischgrill zubereitet werden. Aber Achtung: In der Wohnung oder im Haus sollte nicht gegrillt werden, es besteht Erstickungsgefahr!
  • Generell rät das BBK dazu, einen Notfallvorrat an Lebensmitteln und Trinkwasser anzulegen, der einen für zehn Tage versorgen soll.
  • Zum Vorrat gehören unter anderem zwei Liter Wasser pro Person pro Tag (darin ist bereits Flüssigkeit zum Kochen mit einberechnet), haltbare Lebensmittel wie Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Gemüse, Obst oder Hülsenfrüchte in der Dose, Nüsse, haltbare Milch. Generell sind Verbraucher und Verbraucherinnen im Vorteil, wenn sie Lebensmittel in den Vorrat aufnehmen, die auch kalt verzehrt werden können.
Zum Lebensmittelvorrat gehört neben haltbaren Lebensmitteln auch ein Wasservorrat.

Trotz Stromausfall auf dem Laufenden bleiben: Smartphone auch ohne Strom aus der Steckdose betreiben

Dauert der Stromausfall länger, ist es wichtig, sich auf dem Laufenden halten zu können. Laptops, Smartphones und Radios können auch ohne Strom aus der Steckdose betrieben werden. Mit der richtigen Vorbereitung:

  • Akkus der Geräte sollten geladen sein, zudem sollten geladene Ersatzakkus oder Powerbanks bereitliegen.
  • Solarbetriebene Batterieladegeräte können in so einer Notsituation einen entscheidenden Vorteil bieten. Ist die Powerbank aufgebraucht, könne sie weiter Strom liefern.
  • Gibt es mehrere Smartphones im Haushalt, sollte nur eins betrieben werden und das andere ausgeschaltet werden, um den Akku zu schonen. Zudem sollte die Displayhelligkeit heruntergeregelt werden.
  • Gibt es aktuell ohnehin kein Netz, kann das Smartphone in den Flugmodus gesetzt werden, das spart Akku. Zwischendurch kann manuell geprüft werden, ob es wieder Netz gibt.
  • Mit einem batteriebetriebenen Radio oder einem Kurbelradio bleibt man in der Aufnahmesituation auf dem Laufenden und kann Mitteilungen der Behörden verfolgen.

Außerdem kann es sinnvoll sein, eine gewisse Summe an Bargeld im Haus zu haben, denn ohne Strom funktionieren auch die Geldautomaten nicht. Mit diesen Tipps sollten Verbraucher und Verbraucherinnen einige Zeit auch ohne Strom überleben können, bis staatliche Hilfe eintrifft oder die Notsituation ausgestanden ist.

Rubriklistenbild: © Bihlmayerfotografie/Imago

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