Realistisches Szenario?

Blackout legt Tankstellen lahm: Was Autofahrer dann tun können

Tankstellen werden von einem möglichen Blackout nicht verschont. Zwar gibt es Schutzkonzepte, doch Autofahrer sollten auch selbst tätig werden.

Dortmund – Das Thema Blackout schwirrt seit einigen Wochen und Monaten durch die Schlagzeilen. Ein flächendeckender und über mehrere Tage andauernder Stromausfall hätte Auswirkungen auf zahlreiche Lebensbereiche. Auch auf Autofahrer, Tankstellen und das Tanken wären betroffen.

Tankstellen im Blackout: Tanken wird bei einem Stromausfall nicht möglich sein

Tanken an Tankstellen ist während eines Blackouts nicht möglich. Tankstellen benötigen Strom. Ohne Energieversorgung gibt es keinen Sprit für die Autofahrer. Das heißt, dass das mobile Leben nach nur wenigen Tagen Stromausfall beendet wäre. Kurzum: Eigentlich können Autofahrer nicht viel tun. Es sei denn, sie bereiten sich vor (mehr Auto und Verkehr bei RUHR24).

Der MDR berichtete Mitte Oktober, dass Sachsen-Anhalt schlecht auf flächendeckende Stromausfälle vorbereitet ist. Es gebe nur neun Tankstellen mit einer Notstromversorgung.

Aus NRW ist bekannt, dass polizeiliche Tankstellen auch bei einem Blackout mit einer Notstromversorgung in Betrieb bleiben. Dies diene, wie rp-online.de schreibt, allerdings der Aufrechterhaltung des Polizeidienstes und nicht der zivilen Versorgung.

Zudem gebe es ausreichend Treibstofftanks in ganz NRW verteilt. Auch andere Institutionen der kritischen Infrastruktur wie Feuerwehr, Rettungsdienst und Krankenhäuser sind in der Priorisierung der Versorgung weit oben.

Tanken im Blackout: Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst zunächst versorgt – was ist mit den Bürgern?

Aber was ist mit dem einfachen Bürger? Eine eindeutige Antwort darauf gibt es noch nicht. Die WAZ schrieb beispielsweise im September über die Stadt Bochum, dass „nicht alle Tankstellen Notstromaggregate haben.“ RUHR24 berichtete am 10. November, dass die Stadt Dortmund sich auf einen langen Blackout vorbereite. Oberbürgermeister Thomas Westphal wolle nähere Informationen bald bekannt geben.

Tanken im Blackout – das wird nicht ohne Notstromaggregat möglich sein

Es bleibt zunächst wohl nur die Vorsorge. Private Autofahrer können sich aktuell selbst auf einen Blackout vorbereiten. Der ADAC schreibt, dass in Privatfahrzeugen insgesamt 240 Liter in je vier 60-Liter-Kanister befördert werden dürfen. Kanister müssen eine UN- oder Reservekraftstoffkanister-Zulassung (RKK) haben.

Thomas Müther vom ADAC Nordrhein-Westfalen sagt gegenüber RUHR24, dass es extrem wichtig sei zu unterscheiden. Es ist nicht erlaubt, 240 Liter in Fahrzeugen zu lagern, sondern zu transportieren. Der Automobilclub rät allerdings aus Sicherheitsgründen zu einer Mitführung von maximal 10 Liter im Kofferraum!

Tanken im Blackout: Private Autofahrer müssen zunächst wohl selbst mit Treibstoff vorsorgen

Auch in der heimischen Garage dürfen Bürger bis zu 200 Liter Diesel, aber nur 20 Liter Benzin lagern. Die Regeln sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Bürger müssen den Treibstoff in verschlossenen Garagen und bruchsicheren Behältern lagern.

Ein flächendeckender Blackout ist in Deutschland eher unrealistisch. Wie eine Sprecherin des Netzbetreibers Amprion gegenüber RUHR24 im Oktober sagte, sei das Stromnetz generell gut gesichert. Man rechne nicht mit einem Blackout. Selbst auf Basis des schlechtesten von Amprion untersuchten Szenarios, sei nicht mit einem Blackout zu rechnen.

Anfragen von RUHR24 an Shell und Aral, ob die Tankstellen Notstromaggregate haben, und an das NRW-Innenministerium, inwiefern man versucht, zivile Mobilität aufrechtzuerhalten, wurden versendet. Der Artikel wird aktualisiert, sobald Antworten vorliegen.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Rust

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