Auch selbstgemachte

Warnung vor Bio-Trend: Bundesinstitut ahnt Gesundheitsgefahr

Bienenstock Bienen
+
Bienenwachstücher sind gesundheitlich bedenklich.

Bienenwachstücher gelten als nachhaltige Alternative für Frischhaltefolie oder Alufolie. Aber nicht immer sollte man sie bedenkenlos benutzen.

Dortmund - Bienenwachs und Baumwollstoff: Mehr braucht es für ein Bienenwachstuch nicht. Leicht angewärmt lassen sie sich leicht über Teller oder um angeschnittenes Gemüse knicken und sind eine nachhaltige Alternative für Frischhaltefolie und mehr. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung sind sie allerdings nicht ganz unbedenklich.

Bienenwachstücher gesundheitlich schädlich? Institut warnt

Nachhaltigkeit liegt in vielen Lebensbereichen im Trend. Bei der Ernährung achten immer mehr Verbraucher auf die Herkunft der Lebensmittel. Laut einer Umfrage von YouGov wünschen sich dreiviertel der Befragten mehr Regionalität im Supermarkt.

Doch auch im Haushalt geht Nachhaltigkeit. Etwa, wenn es darum geht, Lebensmittel frisch zu halten. Bisher waren Frischhalte- und Alufolie hier praktische und aber nicht gerade umweltfreundliche Möglichkeiten. Das Bienenwachstuch wird deshalb immer beliebter. Genau wie die Plastikfolie können sie zum Abdecken verschiedener Lebensmittel benutzt werden.

Aber sollten sie das auch? Die Tücher können nämlich verheerende Folgen für die eigene Gesundheit haben. Im vergangenen Jahr warnte bereits WDR vor Bienenwachstüchern. Eine aktuelle Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) liefert nun neue alarmierende Erkenntnisse (mehr Warnungen und Rückrufe bei RUHR24).

Bienenwachstücher selber machen oder kaufen? Beides gesundheitlich kritisch

Ein optischer Bonus bei den Bienenwachstüchern: Die nachhaltige Alternative ist in nahezu allen Mustern und Farben erhältlich. Direkt hier wird es laut dem BfR kritisch. Denn schon die Tücher enthalten oft gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind.

Wie auch 24garten.de* berichtet ist die bunte Druckfarbe auf den Bienenwachstüchern besonders problematisch. Denn die Bestandteile der Druckfarben können in die Lebensmittel übergehen. „Besonders kritisch wäre hierbei beispielsweise ein Übergang von primären aromatischen Aminen, die zum Teil als krebserzeugend eingestuft sind“, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung.

Textilfarbe enthält außerdem nicht selten umstrittene Parabene. Wie utopia mitteilt, kann die konventionelle Färbung zu Asthma oder allergischen Reaktionen führen. Das Problem gilt übrigens nicht nur bei gekauften Bienenwachstüchern. Je nachdem, welcher Stoff benutzt wird, können auch selbstgemachte Tücher kritisch sein. Das BfR empfiehlt bei DIY-Projekten deshalb schon im Vorfeld darauf zu achten, ob die Textilien wirklich für Lebensmittelkontakt geeignet sind. Der Nachhaltigkeit wegen zu alten Stoffresten zu greifen, ist nämlich nicht pauschal ratsam.

Pestizide und Gift im Wachs: Bienenwachstücher gesundheitlich bedenklich

Doch auch das Bienenwachs für die Tücher ist nicht frei von Schadstoffen. Das BfR konnte unter anderem Mineralölbestandteile und Pestizide im Wachs feststellen. Die Bienen nehmen sie beim Sammeln des Nektars auf. So gelangen die Stoffe in das Wachs. In der Laboruntersuchung entdeckten die Experten noch Pflanzenschutzmittel und neurotoxische Substanzen. Beides wird von Imkern zur Bekämpfung der Varroamilbe in Bienenstöcken eingesetzt.

Das BfR sieht außerdem die Verwendung von Jojobaöl in Bienenwachstüchern kritisch. Dieser Bestandteil soll die Tücher geschmeidiger machen und dafür sorgen, dass das Bienenwachs nicht brüchig wird. Jojobaöl gilt beispielsweise auch in der Kosmetik als hochwertig. Wenn es allerdings über die Nahrung in den Körper gelangt, kann es eine toxische Wirkung haben.

Video: Bienenwachstücher selbstgemacht

Diese Lebensmittel nicht mit Bienenwachstüchern benutzen

Auch die Reinigung von Bienenwachstüchern kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Denn eine hygienische Reinigung bei hohen Temperaturen ist nicht möglich - die Beschichtung könnte sonst schmelzen. Das BfR warnt deshalb davor, Bienenwachstücher bei rohen, tierischen Lebensmitteln zu verwenden. Darunter:

  • Wurst
  • Fleisch
  • Fisch
  • Käse
  • Kuchen / Gebäck

Die Keime könnten sich auf andere Lebensmittel übertragen. Pflanzliche Lebensmittel können grundsätzlich auch mit krankmachenden Keimen belastet sein, allerdings seltener. Bei vielen Lebensmitteln macht ohnehin die richtige Lagerung einen Unterschied in der Haltbarkeit. Oft braucht es Folien oder Bienenwachstücher gar nicht. *24garten.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Mehr zum Thema