Erhöhungen

Bier wird teurer: 39 beliebte Marken kurz vor der Preis-Explosion

Ob Weizen, Pils oder Helles – keine Biersorte bleibt von der Preiserhöhung verschont. Brauereien müssen sinkenden Bier-Verbrauch ausgleichen.

Dortmund – Nach Benzin, Schokolade und Gewürzen nun auch Bier: Die aktuellen Preiserhöhungen in der Lebensmittelbranche* machen auch vor vielen Biermarken nicht halt. Neben Brinkhoff‘s, Schöfferhofer oder Hövels trifft die Bierpreiserhöhung dutzend weitere Marken. Doch wie RUHR24* weiß, bleibt noch ein wenig Zeit, sich die Lieblingssorte zu alten Preisen zu sichern.

BrauereigruppeRadeberger Gruppe
SitzFrankfurt am Main
Umsatz1,9 Milliarden Euro

Bier wird teurer: Großer Brauereigruppe zieht Preise an

Klar ist: In naher Zukunft müssen Biertrinker mehr für ihr Pils, Weizen, Kölsch oder Helles zahlen. Selbst Mix-Getränke mit geringem Bier-Anteil könnten betroffen sein. Denn eine der größten Brauereigruppen in Deutschland plant ihre Preise im kommenden Jahr kräftig anzuziehen, berichtet getraenke-news.de.

Die Radeberger-Gruppe will zum 1. Mai 2022 die Bierpreise um sechs Euro je Hektoliter anheben. Zunächst betrifft das vor allem die Händler. Doch diese dürften die höheren Preise für Bier an ihre Kunden – zumindest anteilig – weitergeben. Im Sommer 2022 könnte uns die Flasche Bier also deutlich mehr kosten als jetzt.

Viele Biermarken im nächsten Sommer teurer: Preiserhöhung könnte sich branchenweit auswirken

39 Marken gehören zum Radeberger-Konzern. Zu den bekannteren gehören diese Biere:

  • Berliner (Kindl und Pilsener)
  • Brinkhoff‘s
  • Clausthaler
  • DAB
  • Dortmunder Kronen
  • Dom Kölsch
  • Guinness
  • Hövels
  • Jever
  • Kilkenny
  • Radeberger
  • Schlösser Alt
  • Schöfferhofer

Die letzte Preiserhöhung für Flaschenbier hat es nach Angaben des Getränkemagazins 2018 gegeben. Damals wurden innerhalb von mehreren Wochen die Preise von beinahe allen Biermarken erhöht. Auch Warsteiner oder Beck‘s zogen damals mit. Kenner der Branche erwarten daher auch für die anstehende Preiserhöhung, dass sich diese branchenweit auswirken könnte. Kastenpreise könnten sich demnach um rund einen Euro erhöhen. Flaschenpreise um sechs bis sieben Cent je halbem Liter.

Regionales Bier länger günstig: Preiserhöhung zuerst bei Pils

Etwas mehr Zeit, um sich als Pils-Trinker die Lieblingssorte noch zum aktuellen Niedrig-Preis zu sichern, dürften allerdings Liebhaber von regionalen Bieren haben. Laut getraenke-news.de würden sich Brauer von Kölsch, Weißbier oder Hellem oft erst an eine Preiserhöhung trauen, wenn diese bei bekannten Pils-Marken bereits durchgesetzt ist.

Wegen der Corona-Pandemie mussten viele Brauereien große Mengen Bier vernichten. Es wurde deutlich weniger Bier getrunken als in den Jahren zuvor.

Nach den Preiserhöhungen für Benzin und andere Lebensmittel* kommt die Preiserhöhung für Bier für viele nicht überraschend. Als Grund für die Preiserhöhungen geben viele Branchen die Corona-Krise an: Die Preise für viele Rohstoffe und auch Energiekosten haben sich seit Beginn der Pandemie drastisch erhöht.

So kletterte auch der Preis für Benzin auf den höchsten Stand der vergangenen acht Jahre. Als Ursache gelten laut ADAC hier die gestiegenen Rohölpreise auf dem Weltmarkt. Teurer war Benzin zuletzt nur 2012: Ganze 167,1 Cent für einen Liter Super und 152,4 Cent pro Liter Diesel mussten Autofahrer damals im teuersten Monat September bezahlen.

Nach Benzin auch Bier: Preiserhöhungen haben ähnliche Gründe

Rund 10 Cent mehr also, als die aktuellen Preise an den Tankstellen. Im Vergleich zum letzten Jahren zahlen wir für Sprit derzeit aber ordentlich drauf: Mehr als 30 Cent mehr kostet der Liter Benzin oder Diesel aktuell, als im September 2020.

Und jetzt also auch noch Bier. Doch trotz der offensichtlichen Notwendigkeit, die Preise zu erhöhen, wird der Zeitpunkt für die Teuerung von Branchenkennern als mutig eingeschätzt. So berichtet die Lebensmittelzeitung, dass Preiserhöhungen auf dem Biermarkt schnell Mengenverluste nach sich zögen. Denn anders als bei Diesel und Benzin sinke beim Bier der Absatz mit steigenden Preisen.

Doch gerade der gesunkene Absatz ist einer der Gründe, warum die Brauereien nun die Preise anziehen: In der Corona-Pandemie* wurde deutlich weniger Bier getrunken als in den Jahren davor. Ob die Preiserhöhung die Verluste ausgleichen kann, die den Brauereien durch den gesunkenen Bierkonsum seit 2019 entstanden sind, bleibt abzuwarten. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © David Young/dpa

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