Wie gut sind die Produkte?

Achtung, Schadstoffe! Öko-Test findet gefährliche Stoffe in Bettdecken

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Bettdecken im Test: Öko-Test hat Schadstoffe gefunden.

Der Winter steht an und eine neue Decke kann für extra kuschelige Nächte sorgen. Öko-Test hat insgesamt 17 Bettdecken getestet.

Nordrhein-Westfalen - Noch eine neue Winterdecke für die kuschelige Jahreszeit gefällig? Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat insgesamt 17 Bettdecken getestet. Aber nicht jede Decke ist unbedingt empfehlenswert.

MagazinÖko-Test
Auflage103.809 Exemplare
VerlagÖKO-TEST AG (Deutschland)
ChefredakteurHans Oppermann
BeschreibungVerbrauchermagazin

Öko-Test: 17 Bettdecken im Wasch- und Labortest - das sind die Ergebnisse

Die 17 getesteten Bettdecken besitzen verschiedenste Füllungen. Sieben Decken sind mit Polyester gefüllt, sechs mit Lyocell, drei mit einer Mischung aus beidem und eine mit dem Bio-Kunststoff Polymilchsäure. Alle Hersteller markieren ihre Decken mit Wärmeklassen. Jedoch gibt es kein einheitliches System. Die Decken bei Öko-Test liegen alle jeweils in den mittleren Wärmeklassen der Hersteller.

Das regelmäßige Waschen der Decken ist wichtig, denn auch im Schlaf schwitzen wir. Besonders für Allergiker gilt regelmäßiges Waschen als Muss. Mindestens vier Mal im Jahr. Ein altbekanntes Gerücht besagt, dass Bettdecken, die nicht aus Polyester bestehen, nicht waschbar seien. Dem ist aber nicht so. Um das zu beweisen, wurden die Decken einem Waschtest unterzogen, wobei darauf geachtet wurde, ob die Bettdecken schrumpfen, verklumpen oder löchrig werden.

Bettdecken im Test: Diese Fasern sind besonders nachhaltig

Wer auf die Plastik-Faser Polyester verzichten möchte, aber auch nicht wieder auf die tierische Daune umsteigen möchte, hat mittlerweile gute Alternativen zur Auswahl: So zum Beispiel die Kunststoff-Faser Lyocell. Diese wird zwar auch durch chemische Prozesse hergestellt, jedoch aus nachwachsenden Rohstoffen.

Weitere Alternativen sind Viskose und Modal. Sie sind sogenannte Regeneratfasern aus Holz. Die Polymilchsäure-Fasern sind bio und werden aus Pflanzen-Stärke, wie zum Beispiel aus Mais, hergestellt (mehr Service-Artikel auf RUHR24.de).

Der große Öko-Test-Waschtest: Wie gut halten sich die Bettdecken?

Im Waschtest sollen viele Decken „zu wünschen übrig“ gelassen haben. Insgesamt wurden alle Bettdecken fünf Mal gewaschen. Nach diesen fünf Wäschen sahen manche Decken jedoch verheerend anders als noch zu Beginn des Tests aus: „Klumpen, lichte Stellen, verlorenes Volumen, weniger Rücksprungkraft“ zählt Öko-Test auf.

Nur vier der 17 Decken haben bei dem Waschtest „sehr gut“ abgeschnitten. Besonders die Decken mit Polyester konnten überzeugen. Da scheint sich das Gerücht zum gut waschbaren Polyester weiterhin zu halten. Jedoch aufgepasst: Die Polyester-Decken, die mit „sehr gut“ abgeschnitten haben, waren die teuersten. Günstigere Polyester-Modelle lagen im Test eher hinten. Die nachhaltigen Decken mit Lyocell oder einem Lyocell-Mix schlugen sich auch nicht schlecht und bekamen die Note „gut“.

Aufgepasst, Schadstoffe! Nicht alle Bettdecken sind unbelastet

Wichtig bei der Wahl der richtigen Bettdecke: die Feuchtigkeitsregulation. Eine hohe Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsaufnahme sind wichtig, besonders für Personen, die nachts dazu tendieren, viel zu schwitzen. Dort soll laut Öko-Test Lyocell die beste Wahl sein.

Viele achten schon auf kritische Stoffe in Kosmetika und Lebensmitteln, aber auch in ihren Bettdecken? In sechs Bettdecken mit einer Polyester-Füllung wurde bei einem Labor-Test der Stoff Antimon nachgewiesen. Es ist ein Hilfsstoff bei der Herstellung der Kunstfaser, kann aber Haut- und Schleimhäute reizen. Zusätzlich konnten in zwei Decken noch Halogen-organische Verbindungen nachgewiesen werden. Halogen-organische Verbindungen stammen häufig aus Bleichprozessen. Sie sollen Allergien auslösen können und sich in der Umwelt anreichern.

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Das Ergebnis überrascht: Denn keine der 17 Bettdecken überzeugt zu 100 Prozent. Bei jeder Decke müssen Abzüge gemacht werden. Insgesamt gibt es für zwölf Produkte die Note „gut“. Darunter sind Decken mit den biologisch abbaubaren Füllungen. Alle anderen Bettdecken schneiden mit „befriedigend“ oder „ausreichend“ ab. Allergiker sollten bestenfalls eine Decke wählen, die bei 60 Grad waschbar ist, denn bei niedrigen Temperaturen werden die Decken nicht immer ausreichend gereinigt.

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