Von Reifendruck bis Motorbremse

Benzin-Preise explodieren: 9 simple Tipps zum Sprit und Kosten sparen

Die Spritpreise kennen aktuell nur einen Weg: den nach oben. Wer auf sein Auto angewiesen ist, kann mit ein paar Tipps unterwegs allerdings den einen oder anderen Tropfen Treibstoff sparen.

Berlin/München (dpa/tmn) - Die Kosten für Diesel liegen aktuell auf absolutem Rekordhoch. Ein Liter Benzin kostet um 1,70 Euro. Viele Autofahrer beobachten die steigenden Spritpreise mit großer Sorge und befürchten, schon bald zwei Euro für einen Liter bezahlen zu müssen. Mit einigen Tipps und Tricks von ADAC, Auto Club Europa (ACE) und Tüv Süd kann man jedoch den Verbrauch des Fahrzeugs senken – und damit auch Kosten sparen.

Aktueller durchschnittlicher Benzinpreis1,555 Euro pro Liter Diesel, 1,667 Euro pro Liter Benzin (Stand: 20. Oktober)
Ursache für HöchststandRohölpreise steigen aufgrund hoher Nachfrage, Fördermengen zu wenig
Aktuelle Prognose der ExpertenÖlpreis zieht 2022 nochmal an

Benzin teuer wie nie zu vor: Tipp 1, um Sprit zu sparen

Unnötiger Ballast treibt die Tankrechnung nach oben. 100 Kilogramm Zusatzgewicht im Auto können bis zu 0,3 Liter Mehrverbrauch pro 100 Kilometer bedeuten, hat der ADAC errechnet. Das wirke sich vor allem in der Stadt aus, wo man oft anfahren und beschleunigen muss. 

Getränkekisten, Inlineskates, Kleinkram und Co. wollen dann jedes Mal aufs Neue in Schwung gebracht werden - also: raus damit. Auch Dachträger, Dachboxen und Träger für Fahrräder sind Spritfresser. Sobald sie nicht mehr gebraucht werden, montiert man sie besser ab. Ansonsten kann sich zum Beispiel eine Dachbox mit ein bis zwei Litern Mehrverbrauch auf 100 Kilometer bemerkbar machen, so der Tüv Süd.

Tipp 2, um Sprit zu sparen: Fahrten clever planen – der Geldbeutel dankt es

Speziell bei kurzen Strecken kann das Fahrrad eine Alternative sein. Oder man legt sich mehrere Einzelfahrten zu einer längeren Tour zusammen, rät der ADAC. Denn beim Kaltstart verbraucht der Motor viel Sprit - zumindest ein Ottomotor brauche in der Warmlaufphase ein fetteres Gemisch mit mehr Kraftstoff als bei optimaler Temperatur.

Hohe Benzinkosten: Sofort losfahren statt Warmlaufen spart Sprit

Ein Warmlaufenlassen des Motors im Stand ist verboten, da es die Umwelt schädigt. Daher: entweder Fahren oder Motor aus. Im Stand verbraucht die Maschine pro Stunde etwa 0,5 bis 1 Liter Sprit. Auch unterwegs rät der ADAC daher ab einer voraussichtlichen Leerlaufzeit von 20 Sekunden zum Abschalten.

Moderne Autos haben dazu eine Start-Stopp-Automatik. Wenn diese fehlt: einfach selbst den Schlüssel drehen. Gerade bei einem warmen Motor sei die daraus resultierende zusätzliche Belastung für Anlasser und Batterie zu vernachlässigen.

Tipp 4, um Sprit zu sparen: Experten raten „richtig Gas geben“

Nach den Start gilt es zwar flott zu beschleunigen, aber auch rechtzeitig hochzuschalten. Der ADAC rät, dies etwa bei einer Drehzahl von rund 2000 U/min zu tun.

Das gewählte Tempo sollte dann mit niedrigen Drehzahlen beibehalten werden. Man sollte erst dann wieder zurückschalten, wenn der Motor ruckelt oder brummt. Manche modernen Autos zeigen auch Eco-Schaltempfehlungen im Tachodisplay an.

Der ADAC gibt Tipps, wie man Sprit sparen und damit auch den Geldbeutel schonen kann.

Sprit so teuer wie nie zu vor: Auto rollen lassen und damit Benzin sparen

Wer vorausschauend fährt, kann - statt die Bremse zu treten - auch so lange wie möglich die Motorbremswirkung nutzen. Bei den meisten Autos wird die Zufuhr des Kraftstoffs im Schubbetrieb abgeschaltet. Daher gilt es den Gang nicht herauszunehmen, wenn man etwa an eine rote Ampel heranrollt oder vor einer Ortschaft frühzeitig vom Gas geht.

Wer generell mit möglichst konstantem Tempo und am besten nicht zu schnell fährt, hält den Verbrauch gering, erläutert der ACE. Hat das Auto einen Tempomat, kann er auf Autobahnen oder ebenen Straßen zum gleichmäßigen Fahren beitragen. Grundsätzlich gilt: Lieber langsamer fahren, als dem Motor das letzte Quäntchen an Leistung abzuverlangen.

Tipp 6: Benzin sparen, indem man alle unnötigen Geräte ausschaltet

Wer nur die nötigsten elektrischen Geräte im Fahrzeug einschaltet, kann Sprit sparen. Komfortextras wie die Sitzheizung sollten nur so lange wie nötig im Betrieb bleiben. An sicherheitsrelevanten Dingen wie Beleuchtung, Scheibenwischer oder Scheibenheizung zu sparen, wäre allerdings falsch und gefährlich (mehr Lifehacks bei RUHR24).

ADAC mit Spartipps für Benzin: Genug Reifendruck ist essenziell – auch für den Geldbeutel

Wer zu wenig Luft in den Reifen hat, riskiert ein schlechteres Fahrverhalten und längere Bremswege, er treibt aber auch den Kraftstoffbedarf in die Höhe. Bereits 0,5 bar weniger Druck im Reifen als vom Hersteller empfohlen lassen den Verbrauch laut ACE um rund fünf Prozent steigen.

Daher sollte man besser bei jedem zweiten Tankstopp und mindestens einmal im Monat den Reifendruck prüfen. Der Tüv Süd rät, sich dabei stets an die Herstellerangaben zu halten.

Genug Druck auf den Reifen, spart Sprit.

Hohe Sprit-Preise: Richtig investieren und zur richtigen Zeit tanken spart Benzin

Es gibt spezielle Spritsparreifen zu kaufen, bei denen der ADAC eine Ersparnis von bis zu 0,5 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer beobachtet hat. So kann sich ein zunächst vielleicht teurerer Reifen mit einem geringeren Rollwiderstand über die Nutzungsdauer finanziell rechnen.

Am günstigsten ist es an Tankstellen meist zwischen 18.00 und 19.00 Uhr sowie von 20.00 bis 22.00 Uhr, nennt der ADAC als Faustregel. Auch zwischen den Anbietern gebe es immer wieder erhebliche Preisunterschiede. Morgens seien die Spritpreise dagegen oft recht hoch. Tank-Apps wie sie zum Beispiel der ACE oder der ADAC anbieten, ermöglichen hier einen Preisvergleich in Echtzeit.

Kleinere Umwege zu einer günstigeren Tankstelle seien legitim, so der ACE, größere Schlenker lohnen aber weniger: Fünf Kilometern Umweg rentierten sich bei einem leeren Tank erst bei mindestens zwei Cent Preisunterschied je Liter, nennt der Automobilclub eine Faustregel.

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa

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