Reisende aus Risikogebieten

Corona in Deutschland: Beherbergungsverbot gekippt – hier ist Urlaub wieder möglich

Das erst kürzlich beschlossene Beherbergungsverbot ist in vielen Bundesländern wieder gekippt worden. Wohin Menschen aus Risikogebieten reisen dürfen.

Update, Samstag (17. Oktober), 13.20 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern gibt seinen harten Kurs beim Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Risikogebieten auf. Die Quarantänepflicht für Gäste aus Risikogebieten entfällt. Ein aktueller negativer Corona-Test soll ab Mittwoch ausreichen.

Update, Samstag (17. Oktober), 12.20 Uhr: Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat das Beherbergungsverbot in Brandenburg für Gäste aus Corona-Hotspots vorläufig gestoppt, wie der WDR berichtet. Das Gericht teilte mit, zwei Eilanträgen stattgegeben zu haben. Damit gilt nur noch in 5 Bundesländern das erst kürzlich beschlossene Beherbergungsverbot.

Update, Freitag (16. Oktober), 11.30 Uhr: Es bleibt abzuwarten, ob nach dem Wochenende noch ein Bundesland an dem Beherbergungsverbot festhält. Nachdem es Baden-Württemberg, Saarland und Co vorgemacht haben, verzichtet nun auch Bayern auf die Verlängerung der Vorschrift.

Schon am heutigen Freitag soll das Übernachtungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots in Bayern auslaufen. „Wir belassen es dabei“, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in München.

Update, Freitag (16. Oktober), 08.16 Uhr: Auch das Saarland hat am Donnerstag (15. Oktober) noch das Beherbergungsverbot gestrichen. Bereits ab heute (16. Oktober) entfällt damit für Reisende aus innerdeutschen Hotspots die Pflicht, bei der Übernachtung im Saarland einen negativen Corona-Test vorzulegen.

„Das Beherbergungsverbot ist überholt, da es aus jetziger Sicht nicht mehr dazu beiträgt, das Infektionsgeschehen positiv zu beeinflussen“, begründete Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) die Entscheidung. „Das Risiko einer Ansteckung bei einer Übernachtung in einem Hotel unter Einhaltung der Hygienekonzepte stellt sich deutlich geringer dar als in anderen Bereichen.“

Damit gibt es in folgenden Bundesländern aktuell (Stand: 16. Oktober) kein Beherbergungsverbot mehr:

  • Baden-Württemberg
  • Berlin
  • Bremen
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Thüringen
  • Bayern
  • Brandenburg

Beherbergungsverbot in Deutschland: Immer mehr Bundesländer heben Regelung auf

Update, Donnerstag (15. Oktober), 16.20 Uhr: Nach und nach werden es immer mehr Bundesländer, die das ohnehin umstrittene Beherbergungsverbot außer Kraft setzen. Nachdem Sachsen heute Morgen (15. Oktober) die Aufhebung verkündet hatte, ziehen nun Baden-Württemberg und Niedersachsen nach.

In beiden Fällen wurde gegen die Maßnahme eine Klage eingereicht – in Baden-Württemberg kam diese von zwei Urlaubern aus NRW, in Niedersachsen von einem Betreiber eines Ferienparks. Das Gericht stimmte zu und das Beherbergungsverbot wurde bis auf Weiteres in beiden Bundesländern gekippt.

Update, Donnerstag (15. Oktober), 13.27 Uhr: Nun hebt auch Sachsen das Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Risikogebieten in Deutschland auf. Das kündigte die Regierung am Donnerstag nach einem Gespräch mit Landräten und Bürgermeistern an. Die Regelung soll ab Samstag (17. Oktober) gelten. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete zuerst.

Update, Donnerstag (15. Oktober), 08.05 Uhr: Auch Niedersachsen hat inzwischen das Beherbergungsverbot für Reisende aus einem deutschen Risikogebiet umgesetzt. Das Bundesland hatte sich zunächst dem Beschluss der anderen Länder nicht angeschlossen, dann aber doch noch nachgezogen.

„Das Beherbergungsverbot für Niedersachsen war eine Reaktion darauf, dass fast alle anderen Länder für sich diese Maßnahme vorgesehen haben und wir eine besondere Anziehungskraft von Niedersachsen auf Menschen aus besonders belasteten Gebieten vermeiden mussten“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) jüngst gegenüber der Funke Mediengruppe.

Beherbergungsverbot: Diese Bundesländer setzen die Maßnahme nicht um

Die Regierung in NRW will das Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten auch weiterhin nicht umsetzen. Solche Verbote machen „keinen Sinn, weil sie nicht dazu betragen, die Ansteckungsketten zu verlangsamen“, so NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag (13. Oktober) in Düsseldorf. Auch in Berlin hat man bislang noch kein Beherbergungsverbot beschlossen.

Zwar gilt nun in den meisten Bundesländern das Beherbergungsverbot, allerdings setzt jedes Land die Regel unterschiedlich um. So gibt es Differenzen bei den Ausnahmen und der Quarantänepflicht. Alles in allem bleiben die Regeln für Reisen innerhalb Deutschlands eine undurchsichtige Sache.

Reisen innerhalb Deutschlands: Hier gilt die Quarantäne-Pflicht

Update, Montag (12. Oktober), 08.35 Uhr: Nachdem weiterhin die Zahlen an vielen Orten in Deutschland steigen, passen auch die Bundesländer die geltenden Maßnahmen stetig an. So müssen inzwischen nicht mehr nur in Rheinland-Pfalz Reisende aus Hotspots in Quarantäne.

Hier gilt die Quarantäne-Pflicht:

  • Baden-Württemberg: Keine Quarantäne für Inlandsreisende
  • Bayern: Keine Quarantäne nach Einreise aus einem Hotspot
  • Berlin: Quarantänepflicht abgeschafft
  • Brandenburg: Keine Quarantäne
  • Bremen: Keine Regelungen bislang bekannt
  • Hamburg: Keine Quarantäne
  • Hessen: Keine Quarantäne
  • Mecklenburg-Vorpommern: Quarantänepflicht beendet (17. Oktober)
  • Niedersachsen: Keine Quarantäne
  • Nordrhein-Westfalen: Keine Quarantäne
  • Rheinland-Pfalz: Quarantänepflicht. Nicht in Quarantäne müssen Menschen, die täglich oder für bis zu fünf Tage beruflich oder medizinisch veranlasst in das Land Rheinland Pfalz einreisen oder sich maximal 24 Stunden aufhalten. Weitere Gründe für eine Quarantänebefreiung sind: geteiltes Sorgerecht, dringende medizinische Behandlungen, Beistand oder Pflege schutzbedürftiger Personen sowie Gründe, die in Ausbildung oder Studium liegen oder wenn man sich als Reisender in dem jeweiligen deutschen Risikogebiet weniger als 72 Stunden aufgehalten hat.
  • Saarland: Keine Quarantäne
  • Sachsen: Keine Quarantäne
  • Schleswig-Holstein: Corona-Auflagen gelockert, Quarantänepflicht entfällt
  • Thüringen: Keine Regelungen bislang bekannt

In einer Schaltkonferenz der Länder haben die Staatskanzleien mehrheitlich beschlossen, dass Reisende aus Gebieten mit sehr hohen Infektionszahlen nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test haben. Das heißt, das Beherbergungsverbot bleibt in den meisten Bundesländern weiterhin bestehen.

Eine Kehrtwende machte NRW-Staatskanzleichef Nathanael Liminski (CDU). Er sprach sich gegen die Anwendung eines Beherbergungsverbots aus. Das Instrument solle nur dann genutzt werden, wenn das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium bestimmte Regionen entsprechend ausweise – vorher nicht.

Erstmeldung, Dienstag (6. Oktober), 17.00 Uhr: Aufgrund der Coronavirus-Krise stand der Urlaub in Deutschland in diesem Jahr hoch im Kurs, zu risikoreich waren die Ferien im Ausland. Aktuell steigt allerdings auch in Deutschland die Zahl der Neuinfektionen – mit Auswirkungen auf innerdeutsche Reisepläne.

Coronavirus in Deuschland: Steigende Zahlen mit Auswirkungen auf innerdeutschen Urlaub

“Vielleicht schaffen wir es ja auch alle zusammen, mal für den Herbsturlaub und vielleicht auch gleich für den Weihnachtsurlaub mit, nicht so weit zu fahren, sondern einfach mal die Schönheit Deutschlands zu genießen”, so Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) noch vor wenigen Tagen.

Aber: In Köln, Berlin oder Essen sowie anderen deutschen Regionen wird aktuell der kritische Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Wer also in den kommenden Wochen einen entspannten Aufenthalt im Thüringer Wald, an der Nordsee oder in der Eifel geplant hat, sollte sich vorab informieren, welche Bestimmungen gelten (mehr Service-News auf RUHR24.de)

Denn die Coronazahlen machen das Reisen innerhalb Deutschlands nicht gerade einfach. Hinzu kommt, dass es keine einheitliche Regelung gibt. Jedes Bundesland entscheidet für sich, welche Region, Stadt oder welcher Bezirk als Corona-Risikogebiet gilt.

Daraus ergibt sich auch, dass die Konsequenzen für Reisende in Deutschland ganz unterschiedlich sind. Die Maßnahmen der Bundesländer reichen von Quarantäneregeln über Beherbergungsverbote bis hin zu Einreisesperren. RUHR24 hat die wichtigsten Bestimmungen der einzelnen Bundesländer für euch zusammengetragen.

Coronavirus in Deutschland: In diesen Bundesländern gilt Beherbergungsverbot

Einige Bundesländer haben für Reisende, die aus einem deutschen Risikogebiet kommen, ein sogenanntes Beherbergungsverbot erlassen. Das heißt, Hotels oder Pensionen dürfen keine Gäste aufnehmen, die aus einem Corona-Hotspot kommen. Diese Regel gilt in folgenden Bundesländern:

  • Baden-Württemberg (vorerst ausgesetzt, es kann noch Widerspruch eingelegt werden)
  • Bayern (Beherbergungsverbot am 16. Oktober beendet)
  • Brandenburg (Beherbergungsverbot gekippt)
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen (Beherbergungsverbot wurde am 15. Oktober für rechtswidrig erklärt)
  • Saarland (Beherbergungsverbot gekippt ab 16. Oktober)
  • Sachsen (aufgehoben, Regel tritt ab 17. Oktober) in Kraft)
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Rheinland-Pfalz (in Planung)

Allerdings gibt es einige Ausnahmen: So ist es in den meisten der genannten Bundesländer möglich, einen negativen Corona-Test vorzulegen. Ist dieser nicht älter als 48 Stunden, dürfen sie in der Regel dennoch übernachten. Auch kann im Einzelfall entschieden werden, ob familäre, berufliche oder medizinische Gründe als Ausnahme gewertet werden können.

Da sich die Regelungen aber kontinuierlich verändern, sollten Reisende vorab immer noch einmal in der Unterkunft nachfragen, welche Corona-Maßnahmen aktuell gültig sind und ob ein Corona-Test nötig ist (alle aktuellen Entwicklungen im Corona-Live-Ticker auf RUHR24.de)

Coronavirus in Deutschland: Einreiseverbot für Urlauber aus Risikogebieten

Andere Bundesländer sehen das Ganze noch etwas strenger. So darf man in Mecklenburg-Vorpommern erst gar nicht einreisen, wenn man aus einem deutschen Risikogebiet kommt. Daraus ergibt sich ebenso das Übernachtungsverbot in Jugendherbergen, Hotels oder anderen Unterkünften.

Corona-Test: Ist er negativ und nicht älter als 48 Stunden stehen die Chancen auf Urlaub gar nicht mal so schlecht.

Allerdings greift bei dem Einreiseverbot ebenfalls die Ausnahme mit dem Corona-Test. Inhaber oder Betreiber von Unterkünften sind dazu verpflichtet, die Gäste spätestens am Tag vor der Anreise auf das generelle Einreiseverbot hinzuweisen.

Coronavirus: Quarantänepflicht nach Urlaub in Deutschland

Schleswig-Holstein hat sich für eine 14-tägige Quarantäne entschieden. Das heißt, wer aus einem innerdeutschen Risikogebiet nach Schleswig-Holstein reisen will oder innerhalb der zwei vorherigen Wochen sich dort aufgehalten hat, muss nach der Einreise in Quarantäne. Dies kann zuhause oder in einer geeigneten Unterkunft sein.

Außerdem müssen die zuständigen Behörden wie das Gesundheitsamt informiert werden. Auch hier gilt: Zwei negative Testergebnisse können die Quarantäne verkürzen. Das erste darf bei der Einreise maximal 48 Stunden alt sein, der zweite Covid-19-Test darf frühestens fünf Tage nach Einreise stattfinden.

Urlaub während der Coronavirus-Krise in Deutschland: Das ist zu beachten

Ausnahmen gibt es für Berufspendler, Personen, die auf der Durchreise sind oder Menschen, die bis zu 48 Stunden zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch veranlasst nach Schleswig-Holstein einreisen müssen.

Ähnlich, aber etwas weniger streng ist die Regelung in Rheinland-Pfalz. Auch hier gilt die sofortige Quarantänepflicht für Reisende aus deutschen Risikogebieten. Davon ausgenommen sind allerdings Urlauber, die ein ärztliches Attest vorlegen, das nach einem Corona-Test bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für eine Corona-Infektion vorliegen. Der Test darf wie üblich maximal 48 Stunden vor der Einreise vorgenommen worden sein.

Was als Risikogebiet eingestuft, entscheidet ebenfalls jedes Bundesland für sich. Die meisten orientieren sich dabei aber an den Zahlen des Robert Koch-Instituts.

Coronavirus in Deutschland: In diesen Bundesländern gibt es keine Einschränkungen

In Thüringen und Bremen gibt es laut dem ADAC bislang keine Einschränkungen für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten. Hier ist eine Übernachtung oder ein Kurzurlaub in den Herbstferien bislang noch ohne vorherigen Corona-Test möglich.

Wichtig: Wer aus einem Risikogebiet im Ausland nach Deutschland einreist, muss gesonderte Regeln beachten. Das hier beschriebene Beherbergungsverbot und die Quarantänepflicht gelten für Reisen aus innerdeutschen Risikogebieten.

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