10 Filialen betroffen

Nächstes Schuhgeschäft in Deutschland meldet Insolvenz an

Schuhgeschäfte stecken im Dilemma. Denn jetzt droht das „Görtz“-Schicksal einem weiteren Unternehmen. 10 Filialen in Deutschland sind betroffen.

Dortmund – Das Aus von Schuhgigant Görtz scheint vermeintlich einen Stein ins Rollen gebracht zu haben. Die Insolvenz-Welle überrollte allein im Dezember 2022 zwei weitere Schuhgeschäfte. Bereits am Donnerstag (19. Dezember) stellte nun ein weiteres Unternehmen einen Insolvenzantrag.

Nächstes Schuhgeschäft vor dem Aus – Schuh-Oase trifft Görtz-Schicksal

Nachdem Anfang Dezember zwei Schuhgeschäfte des Ara-Konzerns Insolvenz angemeldet hatten, ist nun auch die Schuh-Oase GmbH & Co. KG in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Das Unternehmen mit Sitz im bayrischen Nassenfels betreibt rund zehn Filialen im Süden Deutschlands. Neben einem Hauptgeschäft führt die GmbH auch Filialen der Marken Tamaris und Rieker in Bayern. Auch diese stehen mit dem Insolvenzantrag vor dem Aus.

Gegenüber FashionUnited sagte der vorläufige Insolvenzverwalter und Anwalt Matthias Hofmann, dass die Insolvenzanmeldung ein notwendiger Schritt gewesen sei, da „zuletzt absehbar wurde, dass das Unternehmen mittel- und langfristig nicht mehr in der Lage sein wird, die anfallenden Kosten aus den künftigen Einnahmen und aus der bestehenden Finanzierung zu begleichen“.

Schuhgeschäft meldet Insolvenz an – Umsatzeinbußen aufgrund von Corona sind der Grund

Umsatzrückgänge aufgrund der Corona-Pandemie, Lieferschwierigkeiten und Rohstoffmangel – Gründe, die nicht nur Schuhgeschäfte, sondern auch zahlreiche weitere Traditionsunternehmen in die Insolvenz getrieben haben. Laut dem Statistischen Bundesamt haben die deutschen Amtsgerichte allein von Januar bis September 2022 10.643 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. 

Mit dem Aus der Schuh-Oase GmbH & Co. KG scheint sich der „Trend fortzusetzen. Dem Unternehmen sei es zwar gelungen, in den vergangenen beiden Jahren, mit den Vermietern der einzelnen Filialen Vereinbarungen auszuhandeln, um so Umsatzrückgänge aufgrund von Corona aufzufangen.

Doch diese Verträge seien zum Jahreswechsel ausgelaufen, erklärt Insolvenzverwalter Hofmann. Was wiederum dazu führte, dass das Schuhgeschäft nicht mehr in der Lage sein, den Finanzbedarf zu sichern.

Mit der Schuh-Oase hat ein weiteres Schuhgeschäft Insolvenz angemeldet.

Schuhgeschäft noch zu retten? Auf eine Sache kommt es laut Insolvenzverwalter an

Kunden des Schuhgeschäfts können aber erst einmal aufatmen. So sollen die Filialen zunächst fortgeführt werden und die Gehälter der rund 50 Angestellten seien noch bis Ende Februar gesichert. Diesbezüglich stehe man mit Geschäftspartnern im Austausch, um die zehn Filialen der Schuh-Oase auch nach Februar noch retten zu können.

Unter anderem hoffe man auf weitere Zugeständnisse der Vermieter, erklärt Hofmann gegenüber FashionUnited. Das sei seiner Meinung nach – neben weiteren Sanierungsbemühungen – entscheidend, ob es für das Schuhgeschäft langfristig eine Perspektive gibt.

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