Regeln auf Balkonien

Rauchen, Grillen oder Sonnenbaden: Was auf dem Balkon erlaubt ist und was nicht

Wegen des Coronavirus fällt der Urlaub flach. Stattdessen verbringt man die freie Zeit nun auf dem heimischen Balkon. Doch auch hier gelten gewisse Regeln. Welche das sind, hat RUHR24 recherchiert. 

  • In Zeiten der Coronavirus-Krise* hat der Balkon eine neue Gewichtung.
  • Aber auch auf dem heimischen Balkon oder der Terrasse gelten gewisse Rechte und Regeln.
  • RUHR24 klärt auf, ob beispielsweise grillen oder rauchen erlaubt ist. 
Dortmund - Wegen der Coronavirus-Pandemie steht in Deutschland aktuell das Leben Kopf. Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen bestimmen den Alltag und ziehen einen Rattenschwanz an Konsequenzen hinter sich her. Auch was die Freizeitgestaltung betrifft. Denn der Urlaub muss aller Voraussicht nach in diesem Jahr vom Strand auf den Balkon verlegt werden, wie RUHR24.de* berichtet.

Balkon statt Strand: Urlaub wegen des Coronavirus verlegt

Und der Balkon bekommt seit der Ausbreitung des Coronavirus (Live-Ticker NRW)* eine ganz neue Bedeutung - ein Teil des Lebens scheint sich auf die heimische Loggia ausgelagert zu haben. So veranstaltete ein Dortmunder DJ von seinem Balkon aus eine Innenhof-Party*. An einem anderen Abend schallten in vielen Städten im Ruhrgebiet typische Hymnen lautstark vom Balkon* - als Zeichen der Gemeinsamkeit und der Solidarität.

Also ganz neue Töne, die da vom Balkon ausgehen. Doch nicht immer sind alle so positiv. Denn wer in Zeiten des Coronavirus nun mehr Zeit auf der Loggia verbringt, wird sich zum Beispiel schon manchen Abend über den rauchenden Nachbarn oder die lauten Gespräche von nebenan geärgert haben. 

Balkon: Was ist erlaubt und was nicht?

Da stellt sich die Frage, was ist auf dem Balkon eigentlich erlaubt und was nicht? Darf der Nachbar ermahnt werden, wenn der Grillduft oder der Zigarettenrauch mal wieder in die eigenen vier Wände zieht? 

Zunächst gilt: Auf dem Balkon gelten für Mieter aber auch für Eigentümer die gleichen Rechte und Pflichten wie in der Wohnung selbst. So darf der Außenbereich nach Lust und Laune gestaltet und so manche Zigarette geraucht werden. Deshalb raten Rechtsexperten: Ruhe bewahren und auf nachbarschaftliche Toleranz in Balkonien setzen - egal ob mit oder ohne Coronavirus.

Balkon: Rauchen ist grundsätzlich erlaubt - mit dieser Ausnahme

Das bedeutet: Das Rauchen auf dem Balkon ist grundsätzlich erlaubt. Allerdings sollten Raucher auf ihre Nachbarn Rücksicht nehmen - was das allerdings konkret heißt, ist Auslegungssache. So gibt es laut der Allianz unterschiedliche Gerichtsurteile, inwiefern der Zigarettenrauch eine Beeinträchtigung sein kann oder eben nicht.Das muss im Einzelfall vor Gericht entschieden werden. 

Was ist auf dem Balkon erlaubt und was nicht?

Rechtsanwalt Michael Drasdo aus Neuss empfiehlt daher lieber zuerst das nachbarschaftliche Gespräch zu suchen. Zum Beispiel könne man bestimmte Zeiten vereinbaren, in denen der Nachbar seinen Balkon zum Rauchen nutzt. In der Zeit bleibt der genervte Nichtraucher dann dem eigenen Außenbereich fern und schließt die Fenster.

Vorsicht beim Grillen auf dem Balkon

Anders sieht es allerdings mit Rauch vom Grill aus. Wer auf seinem Balkon die Würstchen schmoren will, muss aufpassen: Prinzipiell spricht zwar nichts dagegen auf dem Balkon oder der eigenen Terrasse den Grill anzuwerfen,* davor sollte man jedoch unbedingt einen Blick in den Mietvertrag werfen.

Denn das Grillen auf dem Balkon kann durch eine Regelung im Mietvertrag oder in der Hausordnung verboten werden. Halten sich die Mieter trotz Abmahnung nicht an das Verbot, so ist das sogar ein Grund für eine fristlose Kündigung. Und das ist doch kein Grillwürstchen auf der Welt wert. 

Balkon: Mit dem Elektrogrill auf der sicheren Seite - auch ohne Coronavirus

Ist das Grillen auf dem Balkon erlaubt, ist trotzdem Vorsicht geboten. Beim Grillen muss nicht nur auf die Hygiene* geachtet werden, sondern auch darauf, dass der Nachbar nicht beeinträchtigt wird. Ruß oder dichter Qualm sollte daher nicht unbedingt direkt in die Nachbarwohnung ziehen. Mit einem Elektrogrill ist man hier auf der sicheren Seite.

Wer beim Barbecue mit Freunden Ruhe vor gierigen Wespen und blutsaugenden Mücken haben will, sollte einige Tipps und Tricks* beherzigen.

Aber auch vonseiten der öffentlichen Behörden kann einem hier der Grill-Riegel vorgeschoben werden. So gibt es in einigen Städten die Vorschrift, dass in Mietshäusern beispielsweise nur einmal im Monat auf dem Balkon gegrillt werden darf. 

In anderen Regionen besteht die Regel, dass nur gegrillt werden darf, wenn die Hausgemeinschaft 48 Stunden vorher informiert wurde. Die Regeln sind hier jedoch von Stadt zu Stadt und von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich. Auch auf dem Balkon kann man sich einen Sonnenbrand holen - doch was ist zu tun, wenn es zu spät ist? Diese Dinge helfen den Menschen, zu lindern. 

Balkon: Regeln für Sonnenbaden, Wäsche trocknen und Co

Rauchen ja, Grillen manchmal - die ersten Regeln für den Urlaub auf dem Balkon während der Coronavirus-Krise sind schon mal geklärt. Aber wie sieht es mit freizügigem Sonnenbaden, Gesprächsrunden oder Intimitäten aus?

  • Gegen ein Gläschen Wein mit ein paar Gästen ist nichts einzuwenden - wenn da nicht das Coronavirus und die Nachtruhe wäre. Und die gilt ab 22 Uhr. Dann heißt es, Ruhe auf dem Balkon.
  • Sonnenanbeter dürfen sich auf dem Balkon braten und brutzeln, bis sie es in der Sonne nicht mehr aushalten. Und das sogar ganz ohne Kleidung. Freunde der Freizügigkeit dürfte das freuen.
  • Während das Sonnenbaden nicht den Hausfrieden stört, kann es bei intimen Handlungen zu einer Abmahnung des Vermieters kommen. Fühlen sich Nachbarn von den erotischen Aktivitäten ihrer Mitbewohner gestört, können sie sich beschweren.
  • Mit oder ohne Wäsche: Getrocknet dürfen die Textilen in jedem Fall auf dem Balkon. Und das ganz egal ob an der Leine oder auf dem Wäscheständer
  • Bei Blumenkästen ist die Sache nicht ganz so freizügig: Wer seinen Balkon verschönern will oder Gemüse anbauen* möchte, sollte wissen, dass Blumenkästen in manchen Fällen nur an der Innenseite befestigt werden dürfen. So soll verhindert werden, dass die Blumenkästen abstürzen und Schaden anrichten. libe

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Rubriklistenbild: © Eduardo Briones / dpa, Collage: RUHR24

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