Tipps für die nächste Tiefkühlpizza

Backofen vorheizen: Sinnvoll oder Energieverschwendung?

Egal ob die Pizza aus dem Supermarkt oder der Teig für die Weihnachtskekse: Der Backofen soll stets vorgeheizt werden. Aber ist das wirklich sinnvoll?

Dortmund – Wer kennt das nicht? Am Abend überkommt einen auf dem Sofa plötzlich der Heißhunger und nach langem Wühlen findet man im Kühlfach doch tatsächlich noch eine Pizza. Jetzt nur noch ab in den Backofen damit und dem Glück steht nichts mehr im Weg. Von wegen!

Backofen vorheizen: Lästig, Energie verschwendend und oftmals sinnlos

Denn zunächst muss, so sagt es zumindest die Anleitung auf der Verpackung, der Backofen auf die richtige Temperatur gebracht werden. Das Vorheizen ist nicht nur nervig und kostet Zeit und Energie – es ist oftmals auch vollkommen unnötig (alle Service-Artikel auf RUHR24).

Das Vorheizen des Backofens wird vom Hersteller der Tiefkühlprodukte nicht in erster Linie empfohlen, um das perfekte Ergebnis bei der Zubereitung zu erzielen, sondern um Beschwerden der Verbraucher vorzubeugen. Öfen brauchen unterschiedlich lange, um eine bestimmte Temperatur zu erreichen. Um eine minutengenaue Zubereitungszeit angeben zu können, rechnen die Hersteller also mit einer einheitlichen Starttemperatur.

Backofen vorheizen oftmals unnötig: Regelmäßiges Nachschauen genügt

Tiefkühlprodukte, Brote oder Aufläufe lassen sich vollkommen problemlos ohne Vorheizen zubereiten. Wer regelmäßig im Backofen den Gargrad checkt, erhält auch bei einem "Kaltstart" ein schmackhaftes Ergebnis.

Noch dazu wird mit der eingesparten Energie die Umwelt geschont. Laut geo.de lässt sich ohne Vorheizen des Ofens und mit Vertrauen auf das eigene Einschätzungsvermögen bis zu 20 Prozent Energie einsparen.

Allerdings gibt es auch einige Gerichte, bei denen das Vorheizen des Backofens nicht nur sinnvoll, sondern teilweise unbedingt notwendig ist. Das gilt insbesondere für Backerzeugnisse, die in relativ kurzer Zeit bei hohen Temperaturen im Ofen zubereitet werden.

Backofen vorheizen: Bei manchen Gerichten ist die richtige Temperatur im Ofen wichtig

Biskuitteig, Brandteig und Soufflé sind drei Teigsorten, die auf jeden Fall in den vorgeheizten Ofen sollten. Warum? Ist der Backofen zu kalt, kann der empfindliche Teig in sich zusammenfallen und seine charakteristische fluffige und lockere Konsistenz verlieren. Hobbybäcker können davon ein Lied singen.

In manchen Fällen muss der Backofen vorgeheizt werden - zum Beispiel, um ein Steak nach dem Anbraten fertig zu garen.

Obacht ist außerdem bei Fisch und Fleisch geboten. Steakkenner wissen, dass das feine Rindfleisch nach dem ein- bis zweiminütigen scharfen Anbraten von beiden Seiten inklusive der Pfanne in den Ofen gehört, um dort auf den gewünschten Gargrad zu ziehen. Damit das Steak perfekt wird, sollte der Backofen zu dem Zeitpunkt unbedingt bereits vorgeheizt sein, in der Regel auf 150 bis 160 Grad.

Backofen vorheizen: Das perfekte Steak gehört in den vorgeheizten Ofen

Wie lange das Steak im Backofen verweilt, hängt ganz davon ab, um welches Stück vom Rind es sich handelt. Das klassische Rumpsteak (rund 230 Gramm) braucht circa fünf Minuten, bis es "Rare" ist, sieben bis "Medium" und zwölf bis "Well Done". Anschließend muss es bis zum Verzehr bloß noch fünf Minuten in Alufolie eingewickelt ruhen.

Ein beliebter Fehler beim Vorheizen des Backofens (hier findet ihr Tipps für die Reinigung) ist übrigens, das Backblech oder das Gitterrost nicht herauszunehmen. Das wird sonst unnötigerweise mit aufgewärmt und frisst einiges an Energie.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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