Sanifair-Anlagen in Deutschland

Preis-Änderungen beschlossen – Autobahn-Toiletten von Sanifair werden teurer

Autobahn-Toiletten sind bei langen Fahrten die Rettung. Auch in den Geschäften und am Bahnhof müssen Kunden bei Sanifair zahlen – in Kürze mehr als gewohnt.

Deutschland – Statt sich über das Chaos an den Flughäfen zu ärgern, nutzten Reisende 2021 stattdessen am häufigsten das Auto für die Fahrt Richtung Erholung. Doch gerade bei weiten Strecken und mit Kindern im Fahrzeug lässt sich der Gang zum stillen Örtchen oft nicht vermeiden. Das bedeutet künftig allerdings noch weitere Ausgaben, wie RUHR24 weiß.

UnternehmenTank & Rast GmbH
TochtergesellschaftSanifair
Gründung2004

Gebühren für Sanifair-Toiletten steigen – neue Preise und Coupons ab November

Bislang müssen Verbraucher bei den WC-Anlagen von Sanifair 70 Cent bezahlen, um das Drehkreuz passieren zu können. Anschließend gibt es aus dem Automaten einen Coupon im Wert von 50 Cent. Das soll sich schon in Kürze ändern, denn der Platzhirsch unter den Betreibern der Toiletten macht den Besuch teurer (weitere News zu Auto und Verkehr bei RUHR24).

Ab dem 18. November sollen nach Angaben der Deutschen-Presse-Agentur (dpa) dann die Preise bei Sanifair-Anlagen auf einen Euro pro Person und Klogang steigen. Doch diese Preiserhöhung, die aktuell bei weitem nicht die einzige in Deutschland ist, soll nicht nur zulasten der Verbraucher stattfinden, heißt es weiter. Denn neben den Gebühren für die WCs soll auch das Coupon-System einen neuen Anstrich bekommen.

Aktuell verlieren Verbraucher 20 Cent pro Nutzung der Sanifair-Anlagen, da der Coupon einen geringeren Wert hat, als der Preis, den man für den Einlass am Drehkreuz zahlen muss. Nach Angaben des Spiegel soll sich das mit der Preiserhöhung ebenfalls ändern. Demnach soll es als „Gutschein“ für die Rastanlagen dann den Wert erstattet geben, den man mit der Gebühr von einem Euro entrichtet. Über die Gründe für die Neuerungen ist bislang nichts bekannt.

Wert-Bons von Sanifair nutzen – Einschränkungen und Rechte bei Bezahlung mit Vouchers

Allerdings gibt es dabei auch Einschränkungen. Denn die Coupons sammeln, um Artikel an der Tankstelle oder dem Rasthof gratis zu erhalten, funktioniert laut Spiegel nicht. Pro Produkt, das im Warenkorb landet, können Verbraucher nur einen Coupon einsetzen. Das dürfte für viele Nutzer ein großes Manko sein aufgrund der teuren Produkte, die in den Raststätten angeboten werden. Sofort einlösen müssen Verbraucher den Wert-Bon allerdings nicht. Bis zu drei Jahre ist der „Gutschein“ gültig.

Dazu kommt, dass man die Vouchers an verschiedenen Raststätten an den Autobahnen einlösen kann. Wer einen Wert-Bon auf einem Sanifair-WC im Bahnhof erhält, kann diesen dementsprechend auch an anderen Zugstationen einlösen. Für Coupons aus einem Shopping-Center gilt das Gleiche.

Am Dortmunder Hauptbahnhof lassen sich die Coupons von Sanifair einlösen, die Verbraucher dort erhalten haben.

Zudem soll die Änderung der Preise offenbar nicht für alle Sanifair-WCs gelten. Insgesamt sollen sich die Gebühren an 400 Anlagen erhöhen, die sich bei Raststätten an der Autobahn befinden sollen. Die Nutzung der vom bekannte Betreiber verwalteten WCs an Bahnhöfen und in Geschäften soll daher davon nicht betroffen sein.

Sanifair erhöht Preise bei WC-Anlagen – Wildpinkeln kann teuer werden

Für viele Verbraucher dürfte der drastische Schritt trotz der vielen Preiserhöhungen in Supermärkten und anderen Geschäften überraschend sein. Denn seit im 2011 das Wertbon-System von Sanifair etabliert wurde, sind die Gebühren nicht gestiegen. Umso größer dürfte nun die Überlegung sein, ob man wirklich die Toiletten unterwegs nutzen muss oder einhält.

Das Geld zu sparen und schnell ins Gebüsch verschwinden, um die Blase zu entleeren, ist hingegen keine sinnvolle Idee. Denn wer beim Wildpinkeln erwischt wird, der muss mit einer teils saftigen Strafe rechnen, da es sich beim öffentlichen Urinieren um eine Ordnungswidrigkeit handelt.

Wie hoch das Bußgeld ist, hängt nach Angaben von Bussgeldkatalog.org von der jeweiligen Gemeinde oder Stadt ab. So sei generell eine Strafe von 35 bis 5.000 Euro möglich.

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