Bußgeldkatalog

Autobahn-Ärger: Auf der Mittelspur schleichen kann teuer werden

Manche Fahrer richten sich mit gemütlichem Tempo auf der mittleren Autobahnspur ein. Das kann teuer werden – ist in einem Fall aber sogar erlaubt.

Berlin – Wer auf der Autobahn gerne etwas zügiger unterwegs ist, kennt die Situation: Eine wenig befahrene, dreispurige Autobahn – und das einzige Auto in Sichtweite fährt nicht etwa rechts, sondern in der Mitte.

Autobahn-Ärger: So teuer kann es für Schleicher auf der Mittelspur werden

Obwohl jene äußere Spur, die man zur normalen Fahrt eigentlich benutzen sollte, leer ist und der nächste Lkw noch kilometerweit entfernt. Ärgerlich vor allem dann, wenn man zum Überholen nicht auf die linke Spur wechseln kann, weil dort ein noch schnellerer Fahrer naht, berichtet 24auto.de.

Gründe, nicht auf die rechte Spur der Autobahn zu wechseln, gibt es ja durchaus einige. Oft ist dort aufgrund der dort fahrenden Lkw der Fahrbahnbelag deutlich schlechter als in der Mitte. Manch gemütlicher Fahrer ist auch schlicht zu bequem zum Spurwechsel – oder befürchtet, nicht problemlos wieder auf die mittlere Spur wechseln zu können, wenn dann später doch mal ein Lkw auftaucht (mehr News zu Auto und Verkehr bei RUHR24).

Autobahn: Ist das lange Fahren auf der Mittelspur verboten

Dabei ist die Rechtslage klar: Grundsätzlich gilt laut Straßenverkehrsordnung (StVO) das Rechtsfahrgebot. Auf der Autobahn muss man, unabhängig von der Zahl der Spuren, rechts fahren, sofern man nicht überholen will (denn die anderen Spuren sind streng genommen Überholspuren).

Davon gibt es allerdings eine Ausnahme: Wenn auf der rechten Spur hin und wieder Fahrzeuge unterwegs sind, muss niemand im Zickzack um die Lkw auf der rechten Spur herumfahren und die kleinste Lücke zwischen ihnen zum Einscheren nutzen. Allerdings ist das natürlich eine recht schwammige Regelung. Auch im Stau gilt die Unterscheidung von Fahr- und Überholspur natürlich nicht mehr.

Mittelspur bei der Autobahn: Langsam fahren kostet Bußgeld und ein Punkt

Darüber hinaus aber ist die Angelegenheit eigentlich klar: Wer dauerhaft der mittleren Spur verharrt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Wer auf der Mittelspur der Autobahn zu langsam fährt, kassiert ein Punkt und Bußgeld.

Behindert er damit andere Verkehrsteilnehmer, drohen ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünder-Kartei (amtlich: Fahreignungsregister) und 80 Euro Bußgeld. Kommt es wegen der Mittelspur-Schleicherei gar zum Unfall, werden sogar 100 Euro fällig. Wegen der neuen Abgas-Regel müssen Autofahrer ohnehin 150 Euro mehr bezahlen.

Noch härter bestraft wird allerdings der schnellere Autofahrer, wenn er drängelt und dabei zu dicht auffährt: Das kann nach dem aktuellen Bußgeld-Katalog bis zu 400 Euro kosten – und bis zu drei Monate den Führerschein. Dazu werden zwei Punkte eingeschenkt. Aus sicherem Abstand heraus die Lichthupe zu betätigen, gilt übrigens nicht als Nötigung, sondern ist ein von der StVO gestattetes Überholsignal.

Rubriklistenbild: © Rüdiger Wölk/Imago

Mehr zum Thema