Autofahrer aufgepasst!

Auto-Scheinwerfer auf keinen Fall polieren: TÜV steht auf dem Spiel

Damit die Autoscheinwerfer schön glänzen, glauben manche Autobesitzer, diese polieren zu dürfen. Das kann aber teure Konsequenzen nach sich ziehen.

NRW – Sie sind beim TÜV alles andere als gerne gesehen: Sogenannte „erblindete“ Autoscheinwerfer beeinträchtigen die Verkehrssicherheit und müssen ausgetauscht werden. Wer nun glaubt, dem durch gründliches Polieren zuvorkommen zu können, sollte dies dringend unterlassen – denn wie RUHR24 berichtet, steht so die Zulassung des Wagens auf dem Spiel.

TÜVTechnischer Überwachungsverein
FunktionFühren als Prüforganisation Sicherheitskontrollen durch
PrüfintervalleNeuwagen nach drei Jahren zur Hauptuntersuchung (HU), danach alle zwei Jahre

Auto-Scheinwerfer: Eigene Reparaturen laut Bundesverkehrsministerium „unzulässig“

Im Internet kursieren alle möglichen vermeintlichen Tipps und Tricks, wie man den laut Allianzdirect 300 bis 800 Euro teuren Austausch von Autoscheinwerfern vermeiden kann. Vorweg sei gesagt: Viele von ihnen sind nicht hilfreich, manche missachten laut Chip gar die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO).

Zwar schwören manche Ratgeber beim Reinigen verkratzter, vergilbter oder matter Autoscheinwerfer gar auf die Nutzung aggressiver Mittel wie Zahnpasta oder Cola. Doch diese können das Material nachhaltig beschädigen, zum Beispiel durch die in der Zahnpasta enthaltenen Schleifpartikel, sogenannte Abrasive. Die Scheinwerfer mit derartigen Substanzen zu polieren, ist deshalb illegal (mehr zu Auto und Verkehr auf RUHR24).

Auto-Scheinwerfer: „Bauart“ darf nach der StVZO nicht verändert werden

Schließlich verändere man durch eigene „Reparaturen“ ihre bauliche Substanz, wodurch laut dem ADAC nicht mehr „nur die Typgenehmigung des Scheinwerfers, sondern gleichfalls die Zulassung des gesamten Fahrzeugs“ ende. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur erklärte auf ADAC-Anfrage, dass die „Instandsetzung von Scheinwerfer-Abdeckscheiben durch Schleifen, Polieren und Versiegeln oder ähnliche Verfahren (...) unzulässig“ sei.

Die Verpflichtung zu einer „amtlich genehmigten Bauart“ der Autoscheinwerfer ist in Paragraf 22a der StVZO geregelt. Sie zu verändern ist nicht erlaubt, schließlich erhalte man als Privatperson laut Chip „keine amtliche Bauartgenehmigung“.

Auto-Scheinwerfer: Polieren könnte die Schutzschicht beschädigen – mit dramatischen Folgen

Doch was genau macht die Bauart eines zugelassenen Scheinwerfers aus? Die meisten Autoscheinwerfer bestehen aus dem Kunststoff Polycarbonat und werden laut Chip „mit einer feinen, transparenten Schutzschicht überzogen“. Wenn man diese nun poliert, bestehe demnach die Gefahr, die Oberfläche durch Kratzer zu beschädigen und auch „die lichttechnischen Eigenschaften der Scheinwerfer“ zu verändern.

Das kann im Straßenverkehr dramatische Folgen nach sich ziehen. Denn schlechter ausgestrahltes Licht sorgt automatisch dafür, dass das Auto bei Dunkelheit schlechter zu sehen und die eigene Sicherheit sowie die der anderen Verkehrsteilnehmer beeinträchtigt wird.

Auto-Scheinwerfer: Bei Beschädigungen gibt es keine neue TÜV-Plakette

Einkerbungen und Rillen könnten laut der Unternehmensgruppe hella außerdem dafür sorgen, dass das Licht falsch gebrochen und Gegenverkehr so geblendet wird. Kommt es zum Unfall und wird der mangelhafte Zustand der Scheinwerfer festgestellt, könne die Kfz-Versicherung die Übernahme des Schadens verweigern.

Angesichts dieser Gefahren kann es passieren, dass die TÜV-Plakette bei der nächsten Untersuchung matter, verkratzter oder vergilbter Scheinwerfer verweigert wird und damit die Betriebserlaubnis erlischt. Das heißt allerdings nicht, dass eine Reinigung der Autoscheinwerfer per se verboten ist.

Sofern sie beschädigt sind, müssen Autoscheinwerfer ausgetauscht werden.

Auto-Scheinwerfer: Schonende Reinigung mit Wasser und einem Schwamm erlaubt

Anstatt sie zu polieren, empfiehlt Chip, die Scheinwerfer mit warmem, klarem Wasser ohne Reinigungsmittel zu säubern. Am besten gelinge dies mithilfe einer Sprühflasche und einem weichen Schwamm. Reibende Bewegungen, wodurch beispielsweise übrig gebliebene Sandkörner die Autoscheinwerfer beschädigen könnten, sollten aber vermieden werden.

Wenn sich Autofahrer unsicher sind, sollten sie sicherheitshalber eine Autowaschanlage aufsuchen, in der die Scheinwerfer fachgerecht und ohne Schadensrisiko gereinigt werden. Wenn die Autoscheinwerfer allerdings schon zu matt, zerkratzt oder blind sind, hilft laut ADAC nur noch ein „neuer oder ein junger gebrauchter Scheinwerfer“ – sofern sich das beim Fahrzeug überhaupt noch rechnet.

Rubriklistenbild: © Sergiy Tryapitsyn/Panthermedia/Imago

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