Autobatterie leer

Richtig Starthilfe geben – teurer Fehler lauert beim Überbrücken des Autos

Wenn die Autobatterie leer ist, springt der Wagen nicht an. Doch wie gibt man richtig Starthilfe und welche Reihenfolge ist zu beachten?

Dortmund – Die Autobatterie ist leer. Das passiert Autofahrern und Autofahrerinnen verteilt über das ganze Jahr. Häufiger ereignet sich so eine ungünstige Situation aber im Winter. Ist die Batterie lediglich leer und nicht defekt, so lässt sie sich wieder aufladen. Man kann das Fahrzeug überbrücken und Starthilfe geben.

Auto überbrücken: Reihenfolge ist bei der Starthilfe sehr wichtig – Pluspol und Minuspol nicht verwechseln

Ohne ein zweites Auto ist keine Starthilfe möglich. Ein liegengebliebenes Fahrzeug muss mit einem anderen PKW verbunden werden. Um diese Verbindung herzustellen, braucht man ein Starterkabel-Set, oder auch Starthilfekabel-Set genannt. So ein Set besteht aus einem schwarzen und einem roten Kabel (mehr News zu Auto und Verkehr bei RUHR24).

Für die meisten Autofahrer und -fahrerinnen beginnt jetzt die Herausforderung. Welche Reihenfolge ist zu beachten? Man muss sich, wie sowohl der ADAC als auch andere Portale schreiben, an den Farben orientieren. Zunächst sollte das rote Kabel am Pluspol der Batterie des Spenderautos mit dem Pluspol der Batterie des Pannenautos verbunden werden.

Auto überbrücken - Schritt für Schritt:

Dann sollte das schwarze Kabel mit dem Minuspol der Batterie des Spenderautos mit einem vorgegebenen Masseanschluss oder Massepunkt des Pannenautos verbunden werden. Was ist ein Massepunkt? Generell sollte eine freie, unlackierte und metallische Stelle am Motorblock genutzt werden.

Starthilfe geben: Auto überbrücken – Pluspol und Minuspol auf keinen Fall verwechseln

Wo liegen die Gefahren und was können Autofahrer und -fahrerinnen falsch machen? Beim Anschluss des roten Kabels sollte auf jeden Fall die Reihenfolge und auf keinen Fall Plus- und Minus-Pol verwechselt werden. Die Folgen können teuer werden. Wichtig ist auch, dass das schwarze Kabel nicht mit dem Minuspol der Batterie des Spenderautos verbunden wird.

Thomas Müther, Sprecher des ADAC Nordrhein e.V., sagt gegenüber RUHR24, dass es immer mal wieder vorkommt, dass Autofahrer oder -fahrerinnen Plus- und Minuspol verwechseln. Es kommt dann zu Schäden an den Steuergeräten oder am Batteriemanagement. Im Zweifelsfall sollte Bedienungsanleitung oder auch Expertenrat hinzugezogen werden.

Nachdem die Autos mit den Kabeln verbunden sind, sollte das Spenderauto gestartet und für mehrere Minuten laufen gelassen werden. Danach kann man versuchen, das Pannenauto zu starten. Auch hier lauern Gefahren. Insgesamt sollte man im Idealfall dreimal versuchen, das Pannenauto zu starten. Ist der dritte Versuch nicht von Erfolg gekrönt, sollte man professionelle Hilfe holen.

Die Batterie benötigt im Winter besondere Aufmerksamkeit.

Ist das Pannenauto jedoch angesprungen, ist es ratsam, beide Fahrzeuge noch ein paar Minuten laufen zu lassen und Stromverbraucher wie Lüftung oder Licht anzuschalten.

Starthilfe geben: Auto überbrücken – auch beim Entfernen der Kabel ist Reihenfolge wichtig

Auch beim Entfernen der Kabel ist laut ADAC eine wichtige Reihenfolge zu befolgen. Zunächst sollten Autofahrer und Autofahrerinnen das schwarze Kabel vom Spenderauto und dann vom Pannenauto entfernen. Danach kann das rote Kabel ohne Probleme entfernt werden. Zudem sollte man die nicht benötigten Stromverbraucher wieder ausschalten.

Entscheidend ist auch das Verhalten nach dem ersten Aufladen der Batterie im Pannenauto. Es ist wichtig, erst einmal eine größere Runde mit dem Fahrzeug zu drehen. Es reicht nicht, eine kleine Spritztour von 10 Minuten zu fahren. Generell gilt, dass eine Autobatterie circa 10 Kilometer braucht, um aufzuladen. Je mehr, desto besser. Autofahrer und -fahrerinnen sollten zudem auf die Fehlermeldungen beim Fahrzeug achten.

Autobatterie nicht geladen: ADAC gibt aufgrund solcher Probleme häufig Starthilfe

Die Gründe für eine leere Autobatterie sind vielfältig. Es kann sein, dass Stromverbraucher wie Radio oder Licht angelassen wurden. Im Winter bei kalten und nassem Wetter müssen Autobatterien mehr arbeiten, sodass ältere Modelle an ihre Grenzen kommen. Gerade wenn Autos nur Kurzstrecke fahren oder zwei bis drei Tage nicht bewegt worden sind, kommt es zu Problemen.

Mit dem Problem sind Autofahrer und Autofahrerinnen im Winter jedoch nicht alleine. Thomas Müther bestätigte gegenüber RUHR24, dass der ADAC in 46,2 Prozent der Fälle im Jahr 2021 aufgrund von defekten oder entladenen Autobatterien herausgefahren sind. Daher lohnt es sich, vor dem Start der kalten Jahreszeit die Batterien testen zu lassen, um solchen Problemen zu entgehen.

Rubriklistenbild: © IMAGO / PEMAX

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