Schäden vorprogrammiert

Sonnencreme sofort vom Auto entfernen: Großer Schaden droht

Ein Experiment zeigt: Sonnencreme und Autolack vertragen sich nicht gut. Wer keine Schäden am Auto riskieren will, sollte schnell handeln.

NRW – Ein unvorsichtiger Griff zur Autotür und schon ist es passiert: Unansehnliche Flecken zieren das Auto. Wer sich kurz vor dem Strandausflug oder dem Schwimmbadbesuch noch schnell eincremt, sollte beim Kontakt mit dem Lack seines Autos vorsichtig sein. Denn Sonnencreme, die aus gesundheitlichen Gründen auch bei vermeintlich schwacher UV-Strahlung aufgetragen werden sollte, erweist sich laut dem Lackierer Blatt als echtes Gift für den Autolack.

AutolackSoll das Blech von Fahrzeugen vor Korrosion schützen
AufbauVorbehandlung, Grundierung, Füller, Basislack, Klarlack
UrsprungErstes öllösliche Lackkunstharz im Jahr 1910 von Ludwig Berend entwickelt

Lackschäden: Fachhochschule Krefeld testet Lackschäden durch Sonnencreme

Bei einem Test im Auftrag des NDR Verbraucher und Wirtschaftsmagazin „Markt“ hatten Wissenschaftler der Fachhochschule Krefeld Autolack mit sechs verschiedenen Sonnencremes versehen und ihn anschließend Temperaturen von 70 bis 80 Grad ausgesetzt. Eine derartige Erhitzung des Lacks sei bei einem dunklen Auto, das in der Sonne steht, durchaus möglich.

Die per UV-Gerät festgestellten Schäden durch alle verwendeten Cremes waren eindeutig zu erkennen, denn die Sonnencreme war in den Lack eingedrungen und hatte diesen aufquellen lassen. So seien „dicke Runzeln auf der Oberfläche“ entstanden, erklärt Professor Thomas Brock von der Fachhochschule Krefeld gegenüber „Markt“.

Lackschäden: Sonnencreme kann für Runzeln und Flecken im Autolack sorgen

Es gibt übers Jahr verteilt zahlreiche Möglichkeiten, sich seinen Lack am Auto versehentlich zu beschädigen. Doch wie genau macht Sonnencreme den Lack kaputt? Der Verband der Automobilindustrie (VDA) erklärte auf Anfrage von „Markt“, dass das in der Sonnencreme enthaltene Öl „an warmen Tagen das Verdampfen des Schweißes“ verhindere. Dieser dringe beim Berühren in den Lack des Autos.

Einmal richtig eingebrannt, lassen sich die matten, hellen Flecken laut dem Hausjournal nicht mehr entfernen. Wer also keine Runzeln im Lack durch Sonnencremespritzer oder schweißbedingte Fingerabdrücke durch kleinere Mengen auf den Handoberflächen auf seinem Auto sehen will, sollte schnell handeln, bevor irreversible Schäden entstehen.

Lackschäden: Verunreinigungen am Auto bestenfalls sofort entfernen

Entsprechend zügig sollten die Flecken vom Lack entfernt werden. Am einfachsten gelingt dies mit einem Papiertaschentuch, der VDA empfiehlt jedoch die Verwendung eines feuchten Lappens. Allzwecktücher sollten für den Fall der Fälle immer im Auto vorhanden sein.

Das Hausjournal rät dazu, das in der Sonnencreme enthaltene Fett mit Spülmittel und Wasser abzuwaschen, bevor eine Lackpolitur zum Einsatz kommt. Alternativ könnten auch professionelle Lackreiniger verwendet werden. Falls möglich, sollte das Auto davor idealerweise gründlich in einer Waschanlage gereinigt werden.

Sonnencreme kann den Autolack schwer beschädigen.

Lackschäden: Alternativlose Neulackierungen können teuer werden

Sofern Lackschäden am Auto erkennbar sind, kommt in der Regel jede Hilfe zu spät – und zwar bei allen Automarken. In diesem Fall helfe laut dem VDA nur noch eine Neulackierung, die ordentlich ins Geld gehen kann.

Denn wie der Ratgeber Autobild erklärt, seien dabei preislich kaum Grenzen nach oben gesetzt. Das Lackieren der Motorhaube könne ca. 400 bis 500 Euro, der Kotflügel 500 bis 600, ein ganzer Kleinwagen bereits mindestens 3000 Euro kosten.

Rubriklistenbild: © Petra Schneider/Imago; U. J. Alexander/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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