Probleme beim Auto-Riesen

Rückruf von Autos: Gefährliche Mängel bei hunderttausenden Fahrzeugen entdeckt

Die Zentrale der Daimler AG ist durch eine Flagge zu sehen, auf der der Mercedes-Stern abgebildet ist.
+
Rückrufaktion bei Mercedes-Benz: Mehr als eine Viertelmillion Fahrzeuge sind betroffen (Symbolbild).

Wie das Kraftfahrtbundesamt mitteilt, ruft Mercedes aktuell insgesamt 264.393 Fahrzeuge zurück. Es besteht erhöhte Brandgefahr im Falle eines Unfalls.

Deutschland – Große Rückrufaktion bei Mercedes-Benz: Laut Mitteilung des Kraftfahrtbundesamtes sind von dem aktuellen Rückruf alleine in Deutschland schätzungsweise 120.766 Fahrzeuge betroffen. Bei den entsprechenden Automobilen der GL C-Klasse und der C-Klasse besteht im Falle eines Unfalls erhöhte Brandgefahr (mehr Rückrufe und Warnungen auf RUHR24.de).

AutomobildesignerMercedes-Benz
Gründer Carl Benz
DachorganisationDaimler AG

Rückruf bei Mercedes-Benz: Mehr als 260.000 Autos der C-Klasse weltweit betroffen

Die Mitteilung über den aktuellen Mercedes-Rückruf finden Verbraucher in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrtbundesamtes. Die zugehörige KBA-Referenznummer lautet: 010641. Der Herstellercode der Rückrufaktion ist: 6290101.

Möglicherweise betroffen sind dabei rund 264.393 Fahrzeuge der Klassen C (BR 205) und GLC (BR 253) aus dem Produktionszeitraum von Februar 2016 bis November 2020. Die erhöhte Brandgefahr im Falle eines Unfalls besteht laut Kraftfahrtbundesamtes aufgrund einer fehlerhaften Inertisierungsanlage.

Rückrufaktion: Betroffene Fahrzeuge werden vom Mercedes-Service überprüft

Das sogenannte Inertisierungssystem dient dazu, im Falle eines Unfalls Argon-Gas im Motorraum zu verteilen, um zu verhindern, dass das R1234yf-Kältemittel der Klimaanlage bei Kontakt mit heißen Motorteilen in Brand gerät.

Wie autor, motor und sport berichtet, überprüft die Mercedes Benz-Serviceorganisation bei den vom Rückruf betroffenen Wagen vorbeugend die Verbindungen der Inertgasleitung. Diese Prüfung inklusive möglicher Korrektur solle demnach rund 30 Minuten dauern. Auch beim Konkurrenten BMW war es kürzlich zu einem Rückruf wegen Brandgefahr gekommen. Bei BMW waren sogar mehr als 400.000 Modelle betroffen.

Video: BMW-Rückruf von über 400.000 Modellen wegen Brandgefahr

Rückruf bei Mercedes-Benz: Gefährliches Kältemittel ist in der EU vorgeschrieben

Den Rückruf kann man fast als tragisch bezeichnen: Denn die Daimler AG hatte sich lange geweigert, das Kältemittel R1234yf einzusetzen, weil es eben leicht entzündlich ist. Wie die Süddeutsche Zeitung in einem Bericht aus dem Jahr 2015 erklärt, war darüber zwischen der EU und Daimler ein regelrechter Streit entbrannt.

Diesen hatte der Autobauer verloren. Auch er muss die Chemikalie nun einsetzen. Sie wird auf Anordnung der EU von 2017 aus Umweltgründen vorgeschrieben.

Rückrufaktion bei Mercedes: fehlerhafte Inertisierungsanlage soll eigentlich Brand vorbeugen

Es handelt sich dabei laut der Süddeutschen Zeitung um einen Fluorkohlenwasserstoff, der als vergleichsweise klimaunschädliches Kältemittel gilt. Zuvor wurde jahrelang ein Mittel eingesetzt, das die Ozonschicht schädigt.

Um der Anordnung Folge zu leisten, hatte Daimler für viele Millionen Euro die Inertisierungsanlage als eine Art „Feuerlöscher“ entwickelt, um einen möglichen Brand zu verhindern. Eben dieses ist nun bei den vom Rückruf betroffenen Fahrzeugen fehlerhaft.

Mehr zum Thema