ADAC warnt

Füße hochlegen im Auto – Beifahrer riskieren ihr Leben

Bei einer langen Urlaubsreise legen viele Beifahrer schon mal ihre Füße auf das Armaturenbrett. Doch der bequeme Sitz kann schnell gefährlich werden.

Dortmund – Lange Autofahrten können ermüdend sein. Während der Fahrer sich stets auf die Straße konzentrieren muss, machen es sich Beifahrer häufig so richtig gemütlich im Fahrzeug. Doch den Sitz nach hinten kippen und die Füße hochlegen birgt ein hohes Verletzungsrisiko, warnen Experten. Auch der ADAC zeigt in sogenannten Crashtests, was passieren kann.

VereinAllgemeiner Deutscher Automobil Club (ADAC)
SitzMünchen
Mitgliederzahl21.231.584 Mitglieder (Stand: Ende 2021)

Auto fahren: Crashtests beweisen hohes Verletzungsrisiko beim „Untertauchen“ im Fahrzeug

Was eine gemütliche Sitzposition auf dem Beifahrersitz für Folgen haben kann, zeigt der ADAC mit Crashtests. Dabei wurden unterschiedliche Sitzstellungen mithilfe von Dummys inszeniert und die Folgen bei einem Aufprall geprüft. Die Crashtests stellen unter Beweis, dass das sogenannte „Submarining“, oder übersetzt „Untertauchen“, bereits verheerende Folgen für den Beifahrer haben kann.

Wenn sich ein Fahrzeuginsasse in einem nach hinten geklappten Sitz weit zurücklehnt, kann er bei einem Aufprall unter den Sicherheitsgurt durchrutschen. Dann hat der Gurt keine Rückhaltewirkung mehr und der Insasse kann schwere Verletzung davontragen.

Wie die Ergebnisse des Crashtests zeigen, können irreparable Schäden an der Wirbelsäule entstehen. Die Belastung, die durch einen potenziellen Aufprall auf die einzelnen Wirbel einwirkt, ist doppelt so hoch wie bei einer geraden Sitzposition. Daher warnt der Dekra-Biomechanik-Experte Andreas Schäuble: „Liegen und Lümmeln sind für Beifahrer im Ernstfall lebensgefährlich“ (mehr zu Auto fahren und Verkehrsregeln bei RUHR24).

Auto fahren: Füße hoch legen als Beifahrer – Aufprall kann tödlich enden

Beim geläufigen „Füße hochlegen“ auf dem Beifahrersitz besteht auch ein hohes Verletzungspotential. Liegen die Beine auf dem Armaturenbrett des Fahrzeugs werden sie bei einem Aufprall durch den auslösenden Airbag nach oben gedrückt. Der Oberkörper wird aufgrund der zurückgelehnten Position stärker nach vorne geworfen, sodass der Kopf auf das eigene Knie oder Schienbein prallen kann.

Die Füße beim Autofahren hochzulegen, kann sehr gefährlich werden.

Beim Abprall kann sich der Beifahrer sogar aus dem Sicherheitsgurt herausdrehen. In diesem Fall fehlt auch die schützende Kopfstütze für den Insassen. Neben Knochenverletzungen können laut Schäuble auch innere Organe durch den Beckengurt verletzt werden. Der ADAC gibt daher an, dass ein Aufprall eine so starke Belastung für den Kopf, Brustkorb und Beine haben kann, dass Verletzungen lebensgefährlich sein können.

Um das Verletzungsrisiko so gering wie möglich zu halten, sollten die Beine demnach immer im Fußraum bleiben. Eine korrekte Sitzposition mit aufrechter Haltung gewährleisten zudem, dass der Airbag bei einem Aufprall angemessenen Schutz bietet. Immer wieder kann der ADAC mit hilfreichen Tipps und weitverbreiteten Autofahr-Mythen aufräumen. mit DPA-Material

Rubriklistenbild: © Westend61/Imagp

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