Fehler im Straßenverkehr

Auto fahren: Falscher Abstand kann Bußgeld von über 400 Euro kosten

Beim Autofahren sollte genügend Abstand zum Vordermann gehalten werden. Ansonsten wird es teuer.

Dortmund – Vor allem auf der Autobahn kann man sie hin und wieder sehen: Drängler, die zu dicht auffahren. Das ist nicht nur riskant, sondern auch strafbar. Deshalb sollte der Sicherheitsabstand zu vorausfahrenden Verkehrsteilnehmern eingehalten werden, wie RUHR24* berichtet.

RechtsverordnungStraßenverkehrsordnung
AbkürzungStVO
GeltungsbereichBundesrepublik Deutschland

Zu dichtes Auffahren: Wie groß der Sicherheitsabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern sein sollte

Nach Angaben des Bußgeldkataloges ist es extrem gefährlich, den Sicherheitsabstand im Straßenverkehr nicht einzuhalten. Dadurch kommt es schnell zu schweren Unfällen, die eigentlich vermeidbar sind. Dieses Risiko nehmen manche Autofahrer jedoch in Kauf.

Dabei sollte der Mindestabstand laut der Straßenverkehrsordnung so groß sein, dass auch bei einem plötzlichen Bremsmanöver des Vordermannes problemlos gehalten werden kann. Wie groß der Abstand genau sein muss, hängt allerdings sowohl von der Fahrgeschwindigkeit, als auch von den Verkehrsverhältnissen ab.

So kann der optimale Sicherheitsabstand berechnet werden:

  • Innerorts: Der Mindestabstand gleicht der in einer Sekunde gefahrenen Strecke (15 Meter bei 50 km/h bzw. drei Pkw-Längen).
  • Außerorts: (z.B. Autobahn): es gelten zwei Sekunden beim Thema Abstand. Die in diesem Zeitraum gefahrene Strecke (oder auch „Abstand gleich halber Tacho“ - bei 100 km/h also 50 Meter) gilt als einzuhaltender Abstand. Fahrer können sich an Leitpfosten orientieren, da der einfache Leitpfosten-Abstand 50 Meter beträgt.

Dichtes Auffahren: Wann Drängeln für Autofahrer strafbar wird und welche Folgen das Fehlverhalten hat

Drängeln kann unter Umständen als Nötigung im Straßenverkehr angesehen werden, und mit Geldbußen bestraft werden. Im schlimmsten Fall drohen dann sogar bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe. Hinzukommen können außerdem die Entziehung der Fahrerlaubnis, drei Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot zwischen einem und drei Monaten.

Liegt ein Abstandsverstoß vor, richtet sich die Strafzahlung nach der gefahrenen Geschwindigkeit. Raser müssen dann mit einem Bußgeld in Höhe von 400 Euro rechnen und das, obwohl es ohnehin in diesem Jahr teuer für PKW-Fahrer* wird. Laut Bußgeldkatalog kommen zusätzlich auch noch zwei Punkte und ein dreimonatiges Fahrverbot obendrauf.

Zu dichtes Auffahren: Wieso bedrängte Autofahrer auf einen Racheakt lieber verzichten sollten

Einige Menschen kommen bei Dränglern womöglich auf die Idee, sich zu rechen, und auf die Bremse zu drücken. Das sollten sie allerdings vermeiden, denn auch das Ausbremsen eines Dränglers kann nach Angaben der Straßenverkehrsordnung strafbar sein. Dadurch wird die bestehende Gefährdung nämlich ohne triftigen Grund intensiviert.

Auch bedrängte Autofahrer sollten sich dann nicht über Geldbußen wundern. Geht das Verhalten nämlich mit einer Gefährdung einher, so kann es zu einem Verwarngeld von 20 Euro kommen. Wenn allerdings ein Unfall verursacht wird, müssen nochmal zehn Euro zusätzlich gezahlt werden. Auch bei anderen Fehlern müssen Verkehrsteilnehmer mit Bußgeldern rechnen*.

Auffahren: Wie sich Autofahrer gegen zu geringe Sicherheitsabstände von Dränglern wehren können

Anstatt selbst eine Strafe zu riskieren, können sich die Vorfahrenden laut der Stuttgarter Zeitung wehren, indem sie die Drängler anzeigen. Dafür sollten sie sich allerdings Details wie das Kennzeichen, die Marke des Autos* sowie Farbe und Modell merken. Auch der Ort und Zeitpunkt des Geschehens sind wichtig, genauso wie die Angaben zur Person am Steuer.

Beim Drängeln drohen hohe Strafen.

Damit es nach einer Anzeige zu einer Anklage kommt, ist die Beweislage entscheidend. Dafür können Beifahrer die Situation mit ihren Smartphones filmen, um die Ermittlungen zu erleichtern. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marcus Führer/DPA

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