Kampf gegen Covid-19-Pandemie

Corona: Umfrage-Ergebnisse überraschen – klare Meinung der Deutschen zur Ausgangssperre

Ausgangssperre
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Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich im Kampf gegen Corona offenbar die Ausgangssperre.

In mehreren Städten in Deutschland herrscht aktuell die Ausgangssperre. Eine Umfrage enthüllt nun, was die Bürger von der Maßnahme halten.

Dortmund – NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat sich gerade erst erneut gegen Ausgangssperren im Kampf gegen das Coronavirus ausgesprochen. Eine aktuelle Umfrage überrascht jetzt aber. Denn die Mehrheit der Deutschen wünscht sich offenbar genau das.

KrankheitCoronavirus, Covid-19
ErregerSars-CoV-2
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Maßnahmen der Corona-Pandemie: Deutsche wünschen sich die Ausgangssperre

Nach der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ist die Mehrheit der Deutschen für nächtliche Ausgangssperren. Angesichts der steigenden Infektionszahlen und der dritten Welle des Coronavirus, haben sich 56 Prozent dafür ausgesprochen, Ausgangsbeschränkungen bundesweit durchzusetzen.

Rund 37 Prozent sind allerdings dagegen und sieben Prozent machten keine Angaben zu der Frage, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.

Umfrage zur Corona-Ausgangssperre: Mehrheit der Wähler ist dafür

In der Umfrage wird auch deutlich: Je älter die Befragten sind, desto eher könnten sie sich die Ausgangssperre vorstellen. Von den 18- bis 24-Jährigen sind 36 Prozent für die nächtlichen Beschränkungen, bei Personen über 55 Jahren sind es 66 Prozent. YouGov hat im gleichen Zuge auch erfragt, mit welcher Partei im Bundestag die Befragten am ehesten sympathisieren.

Die Mehrheit der AfD-Anhänger (56 Prozent) ist demnach gegen die Ausgangssperre. Bei anderen Parteien kriegt die mögliche Corona-Schutzmaßnahme mehr Unterstützung. So verteilt sich die Befürwortung der Ausgangssperren auf die Partei-Anhänger:

  • CDU/CSU: 71 Prozent sind für Ausgangssperren.
  • Grünen: 70 Prozent sind für Ausgangssperren.
  • SPD: 69 Prozent sind für Ausgangssperren.
  • Linke: 60 Prozent sind für Ausgangssperren.
  • FDP: 53 Prozent sind für Ausgangssperren.

Die Umfrage wurde zwischen dem 30. März und 1. April mit 2073 Personen durchgeführt (alle aktuellen News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Ausgangssperre wegen Corona: Das ist der aktuelle Stand

Doch wie ist die aktuelle Lage zur Ausgangssperre in Deutschland und NRW? In Berlin dürfen sich Menschen derzeit (Stand: 2. April) nachts maximal zu zweit aufhalten. Im Hamburg gilt bis zum 18. April die Ausgangssperre. Die Wohnung darf nur noch mit einem triftigen Grund verlassen werden. Ausnahmen können sein: Beruf, Gassigehen mit dem Hund oder Sport, allerdings alles alleine. Die Maßnahmen gelten jeweils von 21 bis 5 Uhr.

Video: Studie: Ausgangssperren sind als Maßnahme kaum wirksam

Ob die Ausgangssperre in NRW noch eingeführt wird, ist ungewiss. Sowohl Laumann als auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) haben sich bereits gegen diese Maßnahme positioniert. Unrealistisch scheint die Ausgangssperre aber nicht: Im Dezember 2020 war im Ruhrgebiet etwa schon Oberhausen davon betroffen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht in Ausgangssperren allerdings ein „ganz wirksames Mittel“, wie sie in der ARD-Sendung „Anne Will“ erklärte. Und zwar besonders dort, wo die Inzidenz in die Höhe schießt. Im gleichen Gespräch teilte Angela Merkel auch gegen Armin Laschet und seine Vorgehensweise in der Corona-Krise aus. Der Grund: In NRW würde die von Bund und Ländern beschlossene Corona-Notbremse zu flexibel interpretiert.

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