Viele Brötchen empfehlenswert

Aufbackbrötchen im Test: Schimmel in Aldi-Produkt gefunden – andere überzeugen

Stiftung Warentest hat verschiedene Aufbackbrötchen getestet. Viele schnitten „gut“ im Test ab, bei anderen wurden Schimmelpilze gefunden. Die Ergebnisse.

Dortmund - Bei Aufbackbrötchen scheiden sich wohl die Geister: die einen verzichten lieber, die anderen lieben sie - insbesondere dann, wenn man morgens mal wieder keine Lust hat, zum Bäcker zu gehen. Das Verbraucherportal Stiftung Warentest hat 23 Brötchen zum Aufbacken von unterschiedlichen Marken verglichen.

OrganisationStiftung Warentest
Gründung:4. Dezember 1964, Berlin
CEOHubertus Primus (2. Jan. 2012–)
RechtsformSelbständige rechtsfähige Stiftung

Stiftung Warentest prüft 23 verschiedene Aufbackbrötchen von Lidl, Aldi und mehr

Der Vorteil von Aufbackbrötchen: Sie sind noch schön warm, wenn sie auf dem Frühstücksteller landen. Aber kommen sie geschmacklich und qualitativ auch an die Backwaren vom Bäcker ran? Die Tester von Stiftung Warentest haben die Aufbackbrötchen nicht nur auf Schadstoffe und Keime untersucht, sondern auch einem sensorischen Urteil unterzogen.

Im Test wurde zwischen gefrorenen und ungekühlten Aufbackbrötchen unterschieden. Unter anderem wurden Brötchen von Aldi Süd und Nord, Lidl, Edeka, Penny, Rewe, Coppenrath & Wiese sowie Golden Toast auf Aussehen, Geruch, Textur und Geschmack untersucht (mehr Testberichte bei RUHR24.de).

Aufbackbrötchen im Test: Stiftung Warentest fällt überraschendes Urteil

Die gute Nachricht zuerst: Über die Hälfte der getesteten Weizen-, Krusten-, Kaiser- und Voll­korn­brötchen schnitten im großen Aufbackbrötchen-Test mit „gut“ ab. Allerdings bekam auch keines der Produkte im Gesamturteil die Bewertung „sehr gut“. Vier bekannte Marken erreichten diese Top-Bewertung aber bei Geschmack, Geruch und Optik. Welche Aufbackbrötchen im Test überzeugen konnten, kann man bei Stiftung Warentest nachlesen (Bezahlartikel).

Die Testsieger, was ein gutes Aufbackbrötchen den Testern zufolge vorweisen muss:

  • Gleichmäßig geformt und eingeschnitten
  • Die Kruste ist dünn und trotzdem kräftig. Sie sollte gleichmäßig gold- bis dunkelgoldbraun sein, auf keinen Fall trocken.
  • Das ideale Brötchen ist innen mittel- bis feinporig. Sie sollte nicht trocken sein und nur leicht ballen.
  • Ein perfektes Aufbackbrötchen reicht und schmeckt nach Back- und Röstaromen oder nach Weißbrot. Im besten Fall sogar eicht salzig.
So werden die Aufbackbrötchen „Golden Toast“ hergestellt. Im Test bekamen sie eine gute Bewertung.

Stiftung Warentest findet Schimmelpilze in Aufbackbrötchen

Stiftung Warentest wollte nicht nur wissen, ob die 23 Produkte von unterschiedlichen Marken geschmacklich und optisch überzeugen. Der Test sagt ebenfalls wie, wie es um bedenkliche Inhaltsstoffe steht. Die Tester haben die Aufbackbrötchen unter anderem auf Kadmium, Aluminium und Blei sowie auf die Schimmelpilzgifte Nivalenol oder Deoxynivalenol (Don) hin untersucht - und wurden fündig.

Die Gehalte an Kadmium, Aluminium und Blei waren bei allen Brötchen unauffällig. Bis auf wenige Ausnahmen konnten auch Schimmelpilzgifte nicht nachgewiesen werden. Allerdings wurden die Grenzwerte in einem Fall deutlich überschritten.

Aufbackbrötchen-Test 2021: Produkt von Aldi gehört zu den Schlusslichtern

So bildet das Bio-Brötchen von Aldi Süd „Farmerkrusti“ das dritte Schlusslicht bei den ungekühlten Aufbackbrötchen und bekam ein „ausreichend“ von den Prüfern. Bei den Aufbackbrötchen von Aldi war der Wert mit dem Schimmelpilzgift Deoxynivalenol deutlich zu hoch.

Krebserregend ist der Stoff zwar nicht, bei Verzehr von hohen Mengen kann er aber Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Weitere Nebenwirkungen sind bislang nicht bekannt. Schimmelpilze wie Don sind in der Lebensmittelindustrie nicht immer vermeidbar. Sie können beispielsweise entstehen, wenn das Getreide auf dem Feld mit Schimmelpilzen befallen ist - verarbeitet werden sollten sie aber eigentlich nicht.

Stiftung Warentest hakt bei Aldi nach: Grund für Schimmelpilze in Aufbackbrötchen

Stiftung Warentest hat bei Aldi nachgehakt. Die Antwort: Im firmeneigenen Labor habe man keine derart hohen Werte an Deoxynivalenol nachgewiesen, weshalb die Aufbackbrötchen dennoch im Ladenregal gelandet waren. Ähnliche Befunde gab es in einem großen Toast-Test. Hier fand Öko-Test bei einigen Produkten auch gesundheitsgefährdende Schadstoffe.

In 15 der 23 Aufbackbrötchen wurde das Schimmelpilzgift jedoch nicht nachgewiesen, in den anderen Brötchen wie zum Beispiel in den „Bio Krustenbrötchen“ von Edeka wurde Don zwar ebenfalls entdeckt, allerdings in Mengen, die unter den Grenzwerten liegen. Dennoch bekamen die Produkte nur die Note „befriedigend“, wenn das Schimmelpilzgift gefunden wurde.

Aufbackbrötchen im Test: Das sind die Verlierer bei Stiftung Warentest

Neben den Aufbackbrötchen von Aldi gehören zwei weitere Produkte zu den Verlierern im großen Test:

  • Aldi Süd: Bio Brötchen Farmerkrusti bekommen „Ausreichend“ mit 3,7
  • Penny: Baguettebrötchen erhalten die Bewertung „Ausreichend“ mit 4,0
  • Das absolute Schlusslicht bilden Herzberger Kaiser Bio-Brötchen mit „Ausreichend“ und Note 4,5

Während Aldi Punktabzug aufgrund der gefundenen Schimmelpilzgifte bekommen hat, fielen die anderen beiden vielmehr aufgrund ihres Geschmacks und der Optik bei den Prüfern von Stiftung Warentest durch.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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